Autor Thema: Demenz und Ethik – Personen mit Demenz im Akutkrankenhaus  (Gelesen 7529 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Der Mensch mit Demenz bleibt Person. Soll der Umgang mit Menschen mit Demenz menschenwürdig sein, müssen wir diese als Personen wahrnehmen und dürfen sie nicht aus dem „Club der Personen“ ausschließen. Wir müssen uns über unsere eigenen Ängste und Formen der Abwehr hinausbewegen. ..."

Von Joachim Heil unter https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0043-110575.pdf

Guten Morgen!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Demenz und Ethik – Personen mit Demenz im Akutkrankenhaus
« Antwort #1 am: 07. Oktober 2017, 16:34:20 »
So richitg wie es ist das Thema immer wieder anzusprechen, gab es das Verhalten von dem berichtet wird bereits vor vielen Jahrzehnten. Wenn sich hier was ändern soll, dann muss es bei uns (Pflegenden!) anfangen. Es ist die innere Einstellung zur Ausübung unseres Berufes. Zur Einstellung gegenüber dem Patienten. "Äh! heute KUNDE" Wir können bereits über unsere Wortwahl bereits ablesen (abhören!), wie unsere Einstellung ist. Früher gewöhnlich, aber auch heute noch anzutreffen: "die Galle von 16, der Herzinfarkt von 22, die Leber von 28, ...   Die Reduzierung des Patienten auf seine Erkrankung.
Unreflektiert habe ich in den 70igern das Vokabular auch übernommen. Im Laufe der Zeit in den 80iger Jahren, habe ich dann während und nach einer super Weiterbildung (nicht der fachlich Inhalt ist hier gemeint, sondern der Umgang mit Kollegen und Patienten hatte mich beeindruckt und bis heute geprägt).
Ich konnte in dieser Weiterbildung auch lernen wie man anders mit Kollegen und Patienten umgehen kann, wenn die innere Einstellung auf den Mitmenschen ausgerichtet ist.
Ich würde das Verhalten nicht auf Menschen ausrichten die an Demenz erkrankt sind.
Immer wenn ich DEMENZ unterrichte, kommt auch Tom Kitwood
https://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Kitwood,
http://www.score-personal.de/12-positiven-interaktionen-nach-tom-kittwod/

zur Sprache und ich frage mich immer, soll ich nur mit Demenzkranke so um gehen, oder trifft das nicht auf alle Patienten /Menschen zu?  Ich bin für Letzteres!!

Beste Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Demenz und Ethik – Personen mit Demenz im Akutkrankenhaus
« Antwort #2 am: 07. Oktober 2017, 17:54:08 »
Das ist nicht nur nicht schlecht, der Ansatz und die Thesen sind sogar sehr gut. Gerade auf einer Geronto in einem akut/Allgemeinhaus könnte man sie zum (echten) Standard erheben. Könnte, wäre nicht ein klitzekleiner Schönheitsfehler dabei. Wer soll sich nun zu dem/den Patienten hinsetzen, einen Kaffee trinken und ihnen zuhören. Die Putzfrau, die grünen Damen? Ich kenne eine Top Kollegin aus einem Allgemeinhaus die ihren Job als Leitung hingeschmissen hat weil sie nur noch Aushilfen zur Verfügung hatte. Da ist es sogar wurscht ob Du sagst Fr. Müller, der Schenkelhals oder Oma Klara. Die Aushilfe weiß nicht wen du meinst. Ein Teil der Personalproblematik ist hausgemacht, aber der Verteilerschlüssel des Personals hinkt hinter der Realität her. Die Kollegin ist zu einem niedergelassenen Doc in ne Praxis, hat nun geregelte Arbeitszeiten, sieht regelmäßig ihre Kids und ihr Mann ist auch zufriedener da seine Frau ausgeglichener ist. 
VG
dino