Autor Thema: Weiterentwicklung der Intensivpflege - DGF  (Gelesen 3930 mal)

Offline Thomas Beßen

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Weiterentwicklung der Intensivpflege - DGF
« am: 10. April 2017, 17:26:58 »
"Der demografische Wandel in Deutschland ist gekennzeichnet durch chronische Krankheitsbilder der zu betreuenden und oft hochbetagten Menschen in der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung. Die pflegerische und medizinische Versorgung wird somit immer komplexer. Dies gilt auch – und insbesondere – für die Intensivpflege.

Die bisherigen Weiterbildungsstrukturen reichen nicht mehr aus. Die wissenschaftliche Weiterentwicklung und Etablierung von akademisch ausgebildeten Pflegenden ist dringend erforderlich. Die DGF fordert in einem Positionspapier daher eine wissenschaftliche Weiterentwicklung der Intensivpflege auf Masterniveau im Sinne von ANP-Critical Care. Damit verbunden ist die Forderung nach erweiterten Kompetenzen, die die Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten in Orientierung an den Inhalten des internationalen Intensivpflegekompetenzrahmens der EfCCNa miteinschließen (EfCCNA, 2014). ..."

Quelle & mehr: http://www.dgf-online.de/positionspapier-wissenschaftliche-weiterentwicklung-in-der-intensivpflege/

Grüße von der See! :-)
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Weiterentwicklung der Intensivpflege - DGF
« Antwort #1 am: 10. April 2017, 19:06:28 »
Da bleibt dann zu hoffen, dass der Präsident des Deutschen Pflegerates hier eine aktive Rolle einnehmen kann. Um das zu erreichen benötigen die Intensivpflegenden flankierende Hilfe "aus den oberen Etagen". Wir würden dann auch erreichen können in den Fachweiterbildungen, dass wir mit kooperierenden Fachkliniken einen Austausch organisieren könnten.
Ich selber konnte durch meine internationalen Kontakt, die ich im Rahmen von internationalen Pflegekongressen knüpfen konnte, einiges für mich auf den Weg bringen.
Ich wünsche mir, dass wir, wie in der Pflegeausbildung "Außeneinsätze" planen könnten. Ein viertel Jahr in Bosten oder Sydney oder Rio wäre doch super!
Mit der Pflegedirektion, den Berufsverbänden (DBfK, DPV, DGF, ...) könnte sich das realisieren lassen.
Es wäre suuuuper!!!!
Mal sehen wir die Entwicklung werden wird.   

Beste Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Weiterentwicklung der Intensivpflege - DGF
« Antwort #2 am: 11. April 2017, 13:44:37 »
Du erzählst doch immer von den Kosten, wer soll denn das Ein viertel Jahr in Bosten oder Sydney oder Rio wäre doch super!  dann bezahlen? Dazu kommt noch Unterkunft und Verpflegung. Zudem das nur ein Positionspapier darstellt. Wichtiger als ein Stockwerk zu bauen erscheint mir doch eher der Unterbau, sprich ein gescheites Fundament. Und da hinkt die Intensiv weiterhin hinten an, denn die Pflegefetischisten blockieren seit Jahren einen Pflichteinsatz auf Intensiv. Sie werden nicht müde zu betonen das man Prioritäten setzen muss, haben aber immer Platz gefunden was für sie wichtig ist. Na ja, denen ist wahrscheinlich der Umgang mit Verstorbenen wichtiger als ein Menschenleben zu Retten. Auch eine Ansicht.
VG
dino

Offline IKARUS

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Re: Weiterentwicklung der Intensivpflege - DGF
« Antwort #3 am: 11. April 2017, 20:57:48 »
Wenn ich da von meiner Erfahrung berichten darf.
Wie Du ja weißt, habe ich viele Jahre im Bereich der Verbrennungsmedizin gearbeitet. Auch hier gibt es Netze der verschiedenen Klinken. Es wurde so geregelt, dass es einen Austausch gab. Die Unterbringung wurde nach Rücksprache mit den rotierenden Kollegen so organisiert, dass wir in den Wohnheimen der Kliniken untergebracht wurden. Das Gehalt wurde von den gebenden Klinken weiter bezahlt, weil es ja einen adäquaten Ersatz gab. Dann könnte man wenn Geld fehlen sollte, ja Drittmittel "anzapfen". Ich hatte eine super tolle PDLerin, die uns den Weg freigeschaufelt hat. Wir haben alle von den Rotationen profitiert. Erst nach dem Wechsel der Leitung wurde es geändert.

Ich halte von freiwilligen Rotationen sehr viel. Als ich Öse war, habe ich das in der Knappschaftsklinik durchgeführt. Zu Beginn hatten die Mitarbeiter keine Lust, aber nach den ersten Erfahrungen haben die Mitarbeiter sich darum gerissen, dass sie rotieren durften. Konnten sie doch Erfahrungen sammeln , die sie auf der BV nicht sammeln konnten. Wenn wir in Bildung investieren , ist das immer gut angelegtes Geld.

Ja ich bin dafür kostengünstig zu handeln, aber nicht auf Kosten der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
Was die Prioritäten angeht, hast Du ja auch deine, die ich partiell teile. Unsere Prioritäten müssen nicht deckungsgleich mit den Anderer sein. Wer in Verantwortung ist hat auch das Recht "seine" Prioritäten zu setzen. Damit müssen wir uns nun mal abfinden, oder wir müssen die Positionen besetzen und unsere Prioritäten durchsetzen, die dann von anderen hinterfragt werden. Wenn sich die Intensiv durchsetzt, klagen die anderen, dass sie kaum berücksichtigt werden. Ein ständiger Kampf der Fachabteilungen.
Ich würde ein Gegenrechnen nicht anstellen! Sterbende gegen intensivpflichtige Patienten. Ist so nicht mein Weg. Bei guter Kommunikation lässt sich sicherlich eine gemeinsame Lösung finden. 

Beste Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Weiterentwicklung der Intensivpflege - DGF
« Antwort #4 am: 12. April 2017, 08:46:37 »
Deine Argumentation hat einen Haken.
Ich würde ein Gegenrechnen nicht anstellen! Sterbende gegen intensivpflichtige Patienten. Ist so nicht mein Weg.
Die meisten Notfälle passieren auf peripheren Stationen. In der Erstphase ist grade das PP dort überfordert. Obwohl AEDmeist vorhanden, werden diese dann durch das PP oftnicht eingesetzt. Ein Einsatz auf Intensiv/Anästhesie in der Ausbildung hilft Ängste abzubauen. Und natürlich ließe sich das in das Curriculum einbauen. Es gilt alte Zöpfe, sprich nicht mehr zeitgemäße Funktionäre, zu entsorgen.

Ich halte von freiwilligen Rotationen sehr viel.
Das war vielleicht mal. In der Regel entscheiden sich die Mitarbeiter heute für "ihren" Bereich. Dies ist das validative Ergebnis von Umfragen über Rotationen von PP.

Damit müssen wir uns nun mal abfinden

Nein, so verhalten sich Schafe auf der Schlachtbank. Ich denke mehr wie ein Leopard. Den besten Moment abwarten, springen und zubeißen.

VG
dino

Offline IKARUS

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Re: Weiterentwicklung der Intensivpflege - DGF
« Antwort #5 am: 12. April 2017, 14:01:20 »
Springen und zubeißen ???? Ist auch ein Weg aber nicht meiner.

Wenn die Schüler im Rahmen ihrer Ausbildung im Anästhesie- oder Intensivbereich waren, müssen sie sich dann regelmäßig schulen lassen, wenn das Wissen brauchbar und einsatzbereit bleiben soll. Also ließe sich dass auch mit Schulungen, die ja im Rahmen von QM gefordert werden, erreicht werden können.

Unsere Positionen sind gar nicht so weit von einander entfernt. Ich fände es ja auch gut, aber für Änderungen muss ich verhandel, aber nicht zubeißen.
Da reicht mein aktuelles Gebiss nicht für!!

Sonnige Grüße aus Essen, IKARUS

Offline dino

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Re: Weiterentwicklung der Intensivpflege - DGF
« Antwort #6 am: 12. April 2017, 14:33:32 »
Nun,
Unsere Positionen sind gar nicht so weit von einander entfernt. Ich fände es ja auch gut, aber für Änderungen muss ich verhandel, aber nicht zubeißen.
Da reicht mein aktuelles Gebiss nicht für!!

Verhandlungen können auch dazu führen das eine Situation bzw. Anforderung eskaliert, ein rechtzeitiger Biss kann dem zuvorkommen. Dazu benötigt man nur etwas Mumm.

Wenn die Schüler im Rahmen ihrer Ausbildung im Anästhesie- oder Intensivbereich waren, müssen sie sich dann regelmäßig schulen lassen, wenn das Wissen brauchbar und einsatzbereit bleiben soll. Also ließe sich dass auch mit Schulungen, die ja im Rahmen von QM gefordert werden, erreicht werden können.
Das ist absolut unrealistisch. Fortbildungen im QM sind Wiederholungen, Auffrischungen, Fördern im Team. Ein Einsatz auf Intensiv/Anästhesie bringt die Grundlagen. Das müsstest Du aber wissen. Keine Fortbildung kann einen Grundlageneinsatz ersetzen. Zudem in den laufenden Fortbildungen die ILCOR Ergebnisse einfließen, dass bedeutet neue Richtlinien. Daraus resultierend sowie aus den Erfahrungen vor Ort neue Taktiken und Geräte.
Es macht auch einen gaaanz kleinen Unterschied aus ob man einen Notfall nur aus Übungen/Schulungen kennt oder schon welche mit Netz abgearbeitet hat. Gerade für den von Dir immer wieder genannten Pflegenachwuchs. Denn dieser Pflegenachwuchs hat auch mal sein Examen, und bei der absolut gesicherten Personallage gerade in Allgemeinhäusern hat dieser Pflegenachwuchs wahrscheinlich nicht verantwortlich mit noch jüngeren Pflegenachwuchs, sprich Schüler, Dienst. Und dann passiert ein Notfall. Mal daran gedacht. Deshalb meine Forderung nach einem Intensiv/anästhesiepflichteinsatz. Solch ein Einsatz ist auch gut für das Selbstverständnis im Job und das Durchsetzungsvermögen. Vor Allem bei Kräften die mehr als die "Pflege" kennen und aus dem Rettungsdienst kommen.
VG
dino