"Auf einer Podiumsdiskussion über die pflegerische Qualität des Dachauer Klinikums forden Mitarbeiter einen Aufnahmestopp für Patienten.
Die Hoffnungen der Pflegekräfte des Dachauer Helios-Klinikums ruhen auf Landrat Stefan Löwl (CSU), dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden des Unternehmens. Aber die Zuversicht ist nicht sehr groß, dass er sich durchsetzen kann, um den Pflegenotstand zu beheben. Auf einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend im Dachauer Café Gramsci gemeinsam mit dem Helios-Betriebsrat und einem Kreis von Pflegern, die sich unabhängige Betriebsgruppe nennen, gab Landrat Löwl zu verstehen, dass seine Möglichkeiten begrenzt seien. "Ich kann Ihre Anregungen und Kritik nur vortragen." Mehr Einfluss auf den Aufsichtsrat habe er nicht. Die Konzernzentrale von Helios in Berlin besitzt in dem Gremium mit sechs von zehn Vertretern die sichere Mehrheit.
Landrat Löwl will sich stellvertretend für die Pflegekräfte dafür einsetzen, dass der neue, eben erst abgeschlossene Tarifvertrag von Verdi und der Charité übernimmt. Darin wird festgelegt, wie viele Pflegekräfte mindestens an der jeweiligen Klinik vorhanden sein müssen. Außerdem will Löwl die Forderung nach einem Aufnahmestopp für Patienten am Klinikum in Dachau thematisieren.
Die Podiumsdiskussion, an der ungefähr 80 Pflegekräfte von zurzeit 224 aus dem Dachauer Klinikum teilnahmen - damit vermutlich alle, die an diesem Abend nicht im Einsatz oder krank waren - offenbarte ein erschreckendes Bild der Unternehmenspolitik und der inneren Führung im Dachauer Klinikum. Demnach herrscht eine von Berlin aus verordnete Eiseskälte, die berüchtigten Hedgefonds ähnelt. Geschäftsführer Christoph Engelbrecht sei nicht mehr als eine Marionette, die sich dem Diktat aus Berlin unterzuordnen habe, sagte Betriebsratsvorsitzender Claus-Dieter Möbs. Angestellte, die es wagten, sachliche Kritik vorzutragen, würden insbesondere von der Pflegeleitung um René Marx als Querulanten denunziert. Deswegen baten die Diskussionsteilnehmer, dass sie in der SZ namentlich nicht erwähnt werden. ..."Von Wolfgang Eitler unter
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/dachau-klinikbelegschaft-rechnet-mit-unternehmensfuehrung-ab-1.3223485Grüße aus dem Urlaub!
Thomas Beßen