Autor Thema: Treppen steigen – auch im Rollstuhl  (Gelesen 4013 mal)

Offline Thomas Beßen

  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 11.554
  • - die Menschen stärken, die Sachen klären -
    • http://www.pflegesoft.de
Treppen steigen – auch im Rollstuhl
« am: 08. Juni 2015, 05:16:51 »
„Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) haben einen Rollstuhl entwickelt, mit dem sich dank eines speziellen Fahrwerks auch Treppen eigenständig und ohne fremde Hilfe bezwingen lassen. Derlei leistungsfähige Treppenraupen sind wegen Größe und Gewicht oft nur separat vom Rollstuhl zu haben und müssen meist von einer Begleitperson bedient werden.“

>>> https://www.youtube.com/watch?v=3lb_8nmy90c&feature=youtu.be

Flüchtige Grüße!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

  • Member
  • *
  • Beiträge: 2.898
  • Tanzen ist Träumen mit den Füßen
Re: Treppen steigen – auch im Rollstuhl
« Antwort #1 am: 08. Juni 2015, 09:28:59 »
Da haben die Schweizer wohl was tolles entwickelt! Nun frage ich mich, wer diesen Rollstuhl bedienen soll? Der jetzige Rollstuhlfahrer war wohl ein Student oder Ingenieur, also ein Superpatient so wie das auf Medizinproduktemessen (MEDICA in Düsseldorf im November) gerne vorgeführt wird. Die Patienten die diese Utensilien täglich benötigen haben mitunter andere Körperproportionen und sind mitunter auch kognitiv nicht immer voll auf der Höhe. Wenn der Rollstuhlfahrer sich nur ein klein wenig nach vorne bewegt, fällt er kopfüber die Treppe hinunter. Das Führen von technischen Hilfsmitteln erfordert eine wachen und schnell reagierenden Geist, den mitunter Menschen die täglich Medikamente einnehmen müssen nicht haben können. Mit weniger technischer Raffinesse habe ich Rollstühle mit dieser Möglichkeit "Treppen zu steigen" bereits 1973 in Bochum im Zentrum für Querschnittgelähmte kennenlernen können. Ich erinnere gerade den Spruch eines meiner Lehrer: "Es war alles schon mal da, nun nicht mit diesem Schnick Schnack!" Damals ging es um eine Lagerungshilfe, die wir kreiert hatten. Er zog in aller Ruhe ein Fachbuch aus seinem Regal und zeigte uns ein Bild, das 1980 in diesem eine Abbildung aus dem Jahre 1940 abbildete. Es war ein Fachbuch aus England, welches er für seine Facharztausbildung nutzte. Später haben die Amerikaner das Circolectricbed entwickelt, das bei uns den Namen "RÖHNRADBETT" bekam. Auf diesem Bett ist es möglich den Patienten über die mittlere Querachse von der Rückenlage in die Bauchlage zu bringen, damit der Rückenpartie gepflegt und behandelt werden kann. Bei einem deutschen Modell ging die Umlagerung um die Sagittalachse (Pfeilachse).
Es ist schön zu sehen, dass sich immer wieder Neues entwickeln lässt. Es bleibt die Frage danach, was gab es schon mal bereits in einer einfacheren Ausführung. Denn Computer gab es damals nicht zur Bedienung der technischen Hilfsmittel. Sie erleichtern heute die Anwendung, streiken aber wenn kein Strom vorhanden ist.
Sonnige Grüße aus dem Ruhrgebiet, IKARUS