Autor Thema: Arbeitsauftrag V für den Kurs K 2013 HT (TB 10 – u.a. ethische Fragen)  (Gelesen 5690 mal)

Offline Thomas Beßen

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Hallo liebe TeilnehmerInnen des Kurs' K 2013 HT,

hier Ihr nächster Arbeitsauftrag im Rahmen unseres Curriculums:

Bitte studieren Sie gründlich jeder für sich den Text „Roboter-Robbe in der Pflege“, den Sie hier finden: http://www.pflegesoft.de/forum/index.php/topic,5111.msg13082.html#msg13082 - Anlage!

Dazu haben Sie am Donnerstag, den 21.05.15 die letzte (4.) Doppelstunde Studienzeit.

Wie Sie sehen geht es in dem Text um das Pro bzw. um das Contra bezüglich der Anwendung künstlicher Robben (als Teil der so genannten "assistiver Technologien") in der Pflege von meist dement kranker Menschen.

Die Vertreterin der „Pro-Seite“ ist Frau Dr. Barbara Klein, geb. 1959, Professorin für Organisation und Management in der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Frankfurt am Main und für die „Contra-Seite“ steht Frau Adelheid von Stösser, geb. 1953, Pflegeexpertin, Gründerin und 1. Vorsitzende des Pflege-Selbsthilfeverbandes e.V., www.pflege-shv.de.

Im zweiten Schritt Ihrer Aufgabe nehmen Sie bitte für sich eine Abwägung der vorgetragenen Argumente vor und versuchen Ihre Position schriftlich auszudrücken. Diese Stellungnahme posten Sie bitte hier bis zum nächsten Unterricht am Freitag, den 22. Mai ’15 um 8:00 Uhr. Dann werden wir diese Thematik im Präsenzunterricht aufgreifen und gemeinsam besprechen.

Viel Erfolg dabei wünscht Ihnen Sie herzlich grüßend :-)
Thomas Beßen
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Offline cfs_chris

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Also ich gebe der Fr Dr. Klein volle Rückendeckung mit ihrem Projekt, da ich es durchaus sinnvoll finde das die Patienten durchaus für diese Art der Therapie sensibilisiert werden. Natürlich kann ich aber auch das Argument von Fr. Stösser verstehen das die Robbe keine Therapeuten oder echte Tiere ersetzten kann, dies ist ja aber auch nicht Sinn und Zweck dieser Robbe (Sie soll ja soweit ich es verstanden habe nur als Unterstützung und Erweiterung des Therapierepetoire erweitern). Natürlich ist diese technische Robbe auch ein Vorteil bei Einrichtungen bei denen es nicht (aus hygienischen oder personellen Gründen) echte Therapietiere eingesetzt werden können, anders bei uns im WKH😉. Die Robbe erleichtert so den Zwischenschritt zwischen "menschlicher" und "tierischer" therapieansätze und lässt diese auch ansatzweise schließen.
Auch ist nicht zu vergessen das immerhin viele unserer Patienten/Klienten selbst einmal Haustiere besessen haben oder immer noch besitzen, dies ist dann auch eine Emotionale Stütze für diese.
Liebe Grüße Chris
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Offline Thomas Beßen

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Ein guter Anfang, was Sie da geschrieben haben, Chris! Bin mal gespannt, wie es hier nun weitergeht. 

Frühe Grüße!
Thomas Beßen
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Offline Thomas Beßen

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Und noch eine kleine Verständnishilfe zu gestern, von wegen Kräfteverhältnisse in großen und kleinen Spritzen: http://hbs-troeller.de/Hydraulik_G2_Kraft.jpg  8-)
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Offline SohraSalhi

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Also ich bin eher geteilter Meinung. Ich finde die Ansätze ganz gut, vorallem, wenn die Roborobbe gezielt eingesetzt wird und nicht wie Adelheid von Stösser schon kritisiert hat, einfach als Unterhaltungselektronik eingesetzt werden könnte, um die Menschen zu beschäftigen.
Ich bin mir sicher, dass kein Roboter der Welt, einem anderen Menschen so Zuneigung schenken kann, wie ein anderer Mensch. Ich sehe die Roborobbe als Zusatz und Hilfsmittel, aber auf keinen Fall als Ersatz für Pflegekräfte oder Angehörige und ich sehe die Gefahr, dass später in Wohnheimen, die Robben verteilt werden und die Patienten stundenlang alleine gelassen werden, weil sie ja "Beschäftigung" haben.

Das war mein Statement dazu :)
Liebe Grüße
Sohra

Offline SohraSalhi

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Da ich bedauerlicherweise meine Zugangsdaten nicht dabei habe hat mir Sohra freundlicher Weise erlaubt ihren Account zu nutzen....dies tue ich dann hiermit...

Ich für meinen Teil finde den Therapieansatz einen "anderen Weg" zu gehen sehr gut...sei es nun mit einer Roboterrobbe...echten Tieren...oder einfach einer "Dachlatte" --> mein gestriger Kommentar.

Generell sollte natürlich kein Therapieansatz den persönlichen/zwischenmenschlichen Kontakt zwischen zwei Menschen ersetzen. Stellt sich aber im Rahmen der Pflege bzw. des Kontakts heraus, dass die eine oder andere, vielleicht auch eher unkonventionelle Therapie, sich besser eignet bei der besagten Person Wohlbefinden, Vertrauen und damit vielleicht auch einen pflegerischen Fortschritt im Kontakt zu erziehlen so geht es hier meiner Meinung nach nicht mehr um wirkliches Pro und Contra sondern nur um verschiedene Sichtweisen.

Die Auffassung von Frau Dr. Klein entspricht da wohl eher meiner eigenen Einstellung bzw. meiner persönlichen Meinung. Man hatte beim lesen der einzelnen Berichte nicht das von Frau Stösser vermittelte Contra des ersetzens der Pflegeperson im Auge. Selbstverständlich kann und darf ein neuer/anderer Therapieansatz auch zu einer Entlastung der Pflegekräfte führen, so lange damit keine vernachlässigung des jeweiligen Patienten einher geht. Meiner Meinung nach kann jede Form eines Therapieansatzes hilfreich sein, so komisch oder neu er auch sein mag, wenn man damit das gewünschte Ziel erreicht und es dem Patienten/Bewohner als letztendliche "Entscheidungsinstanz" gut bzw. besser als mit anderen Therapien geht.

Ich habe fertig....Danke Sohra... :-) :mrgreen:

Offline Ronja

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Nach dem Lesen der 2 Berichte, bin ich eher der Meinung von Frau Stösser. An sich finde ich die Idee nicht schlecht mit der Robo-Robbe. Allerdings finde ich ihre Frage, weshalb Erwachsene nicht mit echten Tieren in Kontakt treten sollten anstatt beispielsweise mit Robo-Robben, berechtigt. Die Gefahr, dass z.B. diese Robbe einen "Pflege-Ersatz" darstellen soll, sehe ich nicht. Ich bin eher der Ansicht, dass Menschen ab einem gewissen Alter, die dann als Erwachsen gelten, auch so behandelt werden sollten, egal welche Erkrankungen sie haben. Sprich, weshalb keine echten Tiere ? Es gibt einige Vereine die in Pflegeeinrichtungen und Altenheime kommen mit Tieren (Hasen, Hunde etc.) und diese Tiere können auch reagieren und sind meist sogar besonders geschult um mit diesen Menschen dort in Kontakt zu treten. Denn ich bin der Meinung, dass auch eine relativ "echt" wirkende Robo-Robbe keine echtes lebendiges Tier ersetzen kann und auch nicht die Gefühle und Emotionen der Menschen. Denn egal wie krank oder eingeschränkt man ist, ich bin der Meinung dass man trotzdem merkt, ob man ein lebendiges Tier oder ein Robo-Tier streichelt.
« Letzte Änderung: 20. Mai 2015, 12:52:58 von Ronja »

Offline Liza kibiku

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Meiner Meinung nach haben beide Texte Aspekte, die ihre Richtigkeit haben. Ich finde man sollte den Einsatz der Robotechnik individuell, auf den Pflegebedürftigen abgestimmt, betrachten. Hierbei müsste man auf die Entwicklungsstufe u. Ausprägung der Demenz achten. Speziell bei Pflegebedürftigen mit einer schweren Form von Demenz, bei den nahezu keinerlei andere Therapiefomen (Bsp. Validation) anschlagen bzw. möglich sind, könnte ich mir vorstellen, dass die Robotechnik Erfolge erzielen kann. Gerade diese Pflegebedürftigen haben viel Betreuungsbedarf, der mit dem jetzigen Personal kaum abzudecken ist! Bei Pflegebedürftigen im Anfangsstadium könnte man dies eher kritisch sehen, da diese eher den Unterschied zwischen Realität u. Fantasie erkennen können.  Letztendlich sehe ich die Robotechnik nicht als Ersatz einer Pflegekraft, sondern als weitere neue Möglichkeit , Wohlbefinden beim Pflegebdürftigen zu erreichen. Im Rahmen meiner Erfahrungen im Altenheim kann ich zusätzlich sagen, dass auch der Einsatz eines Therapiehundes, so wie es von Fr. Stösser gelobt wurde,  seine Grenzen hat. Ein Therapiehund kann auch nur für eine begrenzte Zeit eingesetzt werden, während eine Robotor wesentlich länger arbeiten kann.

Liebe Grüße
 :mrgreen:

Offline merab

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Hallo :-) ich finde das Produkt sehr gut präsentiert und wie Prof. Dr. Barbara Klein schrieb, ist es auch offensichtlich erfolgreich. Obwohl ich finde, dass das Produkt produktiver wäre, wenn es für behinderte Kinder gebaut wäre. Ich muss sagen, ich stimme mit Frau Adelheid von Stösser überein, das ich persönlich das Gefühl hätte, wie ein Kind behandelt und nicht ernst genommen zu werden wie ein Erwachsener. Roboter-Robbe baut eine Verbindung mit dem Patienten über seine Sensoren und Aktoren auf, das finde ich sehr kreativ und erstaunlich, obwohl ich das Gefühl nicht loswerde, dass, dies die Rolle der Pflegekraft sein sollte. Es sollte die Aufgabe einer menschlichen Pflegekraft sein Vetrauen und eine Beziehung zu dem Patienten aufzubauen.
Ich bin nicht komplett gegen das Produkt ich denke nur, dass es seine Vor- und Nachteile wie jedes andere Produkt hat, die es im Bedarfsfall gegeneinander abzuwiegen gilt.

Liebe Grüße
Merab :-D
« Letzte Änderung: 21. Mai 2015, 16:42:26 von merab »

Offline Helena Scheibelhut

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Ich finde das diese Robbe eine gute Idee ist. Wenn sie dementen Menschen hilft sich zu öffnen, bzw wenn sich die Robbe positiv auf deren Verhalten ausübt, ist es definitiv eine gute Erfinding. Jedoch ist es wichtig das der Patient auch viel Kontakt zu echten Menschen und Tieren hat. Ich kann mir nicht vorstellen das solch eine Robbe Ersatz für soziale Kontakte und menschliche Interaktion bietet! Meine Meinung ist das man sie einsetzten kann, aber mit bedacht! Kindisch finde ich die Erfindung nicht, da jeder eine kitschige verspielte Seite in sich hat. Wichtig ist das zu tun was dem Patienten individuell gut tut, in Kombination mit anderen verschiedenen Aktivitäten.

Lg Helena 8-)
« Letzte Änderung: 21. Mai 2015, 20:04:49 von Helena Scheibelhut »

Offline Julian Müller

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Der vorliegende Text diskutiert den Einsatz sogenannter Roboter-Robben bei Menschen mit Demenz. Auf der einen Seite bieten solche Robben interessante neue Ansätze bei der Therapie sozialer Interaktionen demenziell erkrankter Menschen, die mittlerweile auch wissenschaftlich in Form von Projekt- und Bachelorarbeiten untersucht wurden. Diese Studien zeigten auf das Menschen mit Demenz Fortschritte und Reaktionen in der sozialen Interaktion zeigten die ohne Robbe nicht beobachtet wurden.
Auf der anderen Seite stehen die moralischen und ethischen Bedenken. Darf man einen dementen Menschen mit Robotern oder Unterhaltungselektronik beschäftigen, bedroht die Roboter-Robbe gar die menschliche Zuwendung in Pflegeeinrichtungen.
Hier ist meiner Meinung klar die weitere Pflegeforschung in diesem Bereich gefragt. Es wäre noch zu klären bei welchen Patienten der Einsatz von Roboter-Robben erfolgversprechend ist und wie genau die Therapeutische Umsetzung konkret gestaltet werden sollte. Weiterhin bleibt die Frage offen ob Einrichtungen ihr Personal gezielt schulen werden, um den Einsatz der Roboter-Robben sinnvoll gestalten zu können.
Abschließend lässt sich sagen das ich das Konzept der Roboter-Robben prinzipiell als sinnvoll betrachte, vorausgesetzt der Einsatz erfolgt evidenzbasiert und nicht als Ersatz sondern als Ergänzung menschlicher Interaktion.           

Offline Monica Sanchez

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Ich finde die Idee an sich ganz gut ,wenn es bei Kindern angewendet wird wie, im Hospiz oder auf eine Kinder Station, da es auch Hygienischer wäre als ein Tier .Ich finde auch ,dass so Roboter Kuscheltier nicht wirklich was in einem  Altersheim zu tun hat , denn die Menschen sind Erwachsen und keine kleine Kinder  man sollte sie auch so behandeln, ich habe auch meine Bedenken, dass es nicht langfristig  halten wird, denn ich denke das man auch schnell die Interesse an so eine Roboter Kuscheltier verlieren kann, nicht so wie bei einem echten Tier. Ich kann mir auch nicht vorstellen dass eine( Maschine)therapeutisch hilfreich sein kann, bestimmt auf einen gewissen Grad  kann es seine Aufgabe erfühlen aber dann bleibt es auch dabei. An diesen Roboter ist nichts echtes  es kann kein Mensch oder Tier ersetzen denn es  schenkt einem keine Liebe gibt einem keine Zuneigung, es versteht denn Mensch einfach nicht.

Offline ArminK13

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Ich persönlich halte nichts von der "Roboter Robbe". Für mich ist das nichts anderes als ein Kuscheltier mit ein paar Extra Funktionen. Eventuell in Zukunft wenn sich das Modell technisch weiterentwickelt hat, könnte es Sinn machen es bei Menschen mit Demenz einzusetzen, doch zum jetzigen Zeitpunkt halte ich es für nicht notwendig und auch für wenig nützlich. Ich glaube zwar das die "Robbe" beruhigend auf Menschen mit Demenz wirken kann, jedoch nicht in bei allen Menschen und auch nicht dauerhaft. Ich sehe auch die Gefahr, ähnlich wie es auch Frau Stösser das Pflegekräfte dies als Anlass nehmen weniger selbst zu tun und viel zu häufig von diesem neuen therapeutischen Hilfsmittel Gebrauch machen, sodass weniger menschliche Zuwendung praktiziert wird.

Offline Thomas Beßen

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Fast schon alles Spatzen gefangen, prima!
Ich bin jetzt man gespannt auf Ihre Diskussionen.
Bis denn, Ihnen allen einen guten Morgen! :-)
Thomas Beßen
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