Nun brauchen wir zur Schulung doch Bilder aus der Praxis - dem täglichen Leben.
Als ich in den 80er Jahren angefangen habe beruflich zu Fotografieren, bekam ich nach Jahren die Frage um die Ohren gehauen: "Haben Sie nichts besseres zu tun als zu knipsen?" Weitere Jahre später habe ich auf einem Kongress einen Patienten gezeigt, der entblöst war. Da habe ich unterstellt bekommen: "Wieso verletzen sie die Intimsphäre des Patienten?" Ich frage mich immer, wenn ich Bilder beruflich betrachte: zu welchem Zweck sind die angefertigt worden. Ich bin überzeugt die Meisten aus dem Grunde der Fort- und Weiterbildung. Bilderserien, wie sie in einem Fachbuch nicht abgedruckt werden können, können mithilfe der Erklärung des Vortragenden eine sinnvolle Fortbildung sein. Dann die Erklärungen, die es einem auch erlauben zwischen den Zeilen Wichtiges herauszuhören, sind gegenüber Fachbüchern und klassischem Unterricht unverzichtbar.
Du sprichst noch die Rechte an die verletzt werden können. Das ist richtig und sehr sehr wichtig. Aus diesem Dilemma bin ich wie folgt herausgekommen. Ich bin bis zum Äußersten gegangen und habe die Beteiligten gefragt, ob ich fotografieren kann/darf. Nun "höre" ich wichtige Anmerkungen: "Wie hast du die Notfallbilder erstellt?".
Hier antworte ich: "das war zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht möglich. Bevor ich die Bilder verwende, egal ob im Unterricht oder zu Kongressbeiträgen, habe ich mir die Erlaubnis schriftlich geben lassen, wofür die die Bilder verwenden darf. Denn es ist ein großer Unterschied für mich, ob ich sie einmal zeige, oder ob ich sie für einen Buchbeitrag verwende. Da sind sie ständig ansehbar und haben eine anderen Wirkung.
Was heute des Öfteren passiert, ist ja der Umstand, dass Einige ungefragt bei You-Tube Bilder und Filme einstellen, die sicherlich nicht immer mit der Erlaubnis der Mitakteure geschehen.
Ich sende nun mal einige Sonnenstrahl aus dem Pott in die Wetterau.
Schönen Sonntag wünscht, IKARUS