Wenn ein Mensch nach dem Tode eines geliebten Menschen in eine depressive Phase gerät, ist auch zu klären, ob er/sie ein stabiles Umfeld hat. Wenn heute herausgefunden wird, dass es mehr Menschen gibt die eine länger andauernde depressive Verstimmung erleiden, dann muss auch die Frage geklärt werden, ob der Betroffene vor dem Verlust Bewältigungsstrategien erlernen konnte. In den früheren Großfamilien konnten Kinder von den Erwachsenen viel lernen. Das ist heute anders. Viele Eltern müssen arbeiten und können somit soziale Kompetenzen an die Kinder nicht ausreichend weitergeben. Im gleichen Zusammenhang fehlen heute die Großeltern bei der Erziehung des Nachwuchses. Dann erleben die Menschen den Verlust und die Bewältigungsstrategien nicht mehr, die früher in Großfamilien erlernt werden konnten. Die Separation der Generationen hat dazu geführt, dass viele mit ihren Sorgen und Ängsten alleine gelassen sind und einen ihnen möglichen Weg wählen, der nicht immer der richtig sein muss.
Ist das nun eine Aufgabe der Gesellschaft, oder sollen die Betroffenen rechtzeitig Vorsorge betreiben, damit sie nicht seelisch erkranken?
Die Überschrift: "TOD UND DEPRESSION" löste auch bei mir den Gedanken aus, dass oft angenommen wird, dass depressiv erkrankte Menschen sich umbringen wollen. Das Gegenteil ist der Fall! Sie wollen dem Leiden und nicht dem Leben ein Ende bereiten. Weil sie ihr Gefühlschaos nicht erklären können, damit ihnen geholfen werden kann, wählen sie diesen Weg. Es ist die Ausweglosigkeit, die Betroffene in den Tod treiben.
Wenn es uns gelänge den Betroffenen eine machbare und mögliche Zukunftsperspektive aufzuzeigen, könnte die Selbstmordrate sicherlich gesenkt werden.
Für die kommenden Pfingsttage wünsche ich uns viel Sonne und eine tolle freie Zeit im Kreise unserer Lieben!
Beste Grüße, IKARUS