Autor Thema: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea  (Gelesen 37788 mal)

Offline Thomas Beßen

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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #15 am: 15. August 2014, 08:55:27 »
"Ebola-Ausbruch in Westafrika noch schlimmer als gedacht"

Das meldet http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ebola-in-guinea-sierra-leone-liberia-nigera-zahlen-sind-falsch-a-986207.html

Urlaubsgrüße!
Thomas B.
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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #16 am: 15. August 2014, 16:04:23 »
Was in Afrika Ebola, ist bei uns die Grippe:
Im letzten Jahrhundert wurde die Menschheit von vielen Grippe-Epidemien bzw. -Pandemie heimgesucht, denen weltweit viele Menschen zum Opfer fielen. Die schwerste Pandemie, die so genannte „Spanische Grippe" von 1918/1919, forderte mindestens 20 Millionen Menschenleben allein in Europa. Manche Literaturstellen sprechen sogar von 50 Millionen Todesopfern. An den folgenden großen Pandemien mit dem "Asia-Virus", welches von 1957-1968 grassierte, und der „Hongkong-Grippe" von 1968-1970 starben weltweit jeweils rund eine Million Menschen. Während der „Russischen Grippe" Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts verloren etwa eine halbe Million Menschen ihr Leben.

Verheerende Grippe-Wellen gehören aber keineswegs der Vergangenheit an. Während der letzten großen Grippe-Epidemie von 1995/96 mit etwa 8,5 Millionen Erkrankungsfällen starben allein in Deutschland ca. 30.000 Menschen an den Folgen der Influenza. In der Grippe-Saison 2002/2003 gab es im Vergleich zu einem durchschnittlich normalen Winter zusätzlich etwa 4,5 bis 5 Millionen Arztbesuche, ca. 1,5 bis 2 Millionen Arbeitsunfähige in der Gruppe der 16- bis 60-Jährigen sowie 25.000 bis 30.000 mehr Klinikeinweisungen über alle Altersgruppen hinweg zu verzeichnen.

 Es geht mir jetzt nicht ums Aufrechnen wer der größere Killer ist. Ich zeige nur auf das wir auch nicht vor einer Epedemie gefeit sind und diese ebenso gefährlich sein kann. Ich kann mich noch sehr gut an die Einsatzpläne wegen der Schweinegrippe erinnern. Auch die Ausfallquoten der Behandler hab ich nicht vergessen. Aber sind wir mal ehrlich, ohne Medien hätten wir zeitnah gar keine Ahnung welche Seuche gerade in Afrika wütet. Mein Primärarbeitsbereich ist die Individualbehandlung. Auch dort gibt es nicht immer ein happy end. Oftmals kennen wir die Perspektiven und Konsequenzen lange bevor ein Patient sie wahrnimmt. Nimmt er sie wahr, hat er manchmal den point of no return überschritten.
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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #17 am: 17. August 2014, 20:05:21 »
Angst vor weiterer Ausbreitung: Ebola-Infizierte fliehen aus Klinik

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist bislang nicht in den Griff zu kriegen. Vor allem fehlt in der Bevölkerung auch ein Vertrauen in die behandelnden Ärzte. In Liberia dringen Bürger in eine Klinik ein - und verhelfen infizierten Patienten zur Flucht.

In Liberia sind 17 Ebola-Patienten aus einer Quarantänestation geflohen. Sie hätten das Krankenhaus in einem Armenviertel der Hauptstadt Monrovia mit Hilfe von aufgebrachten Bürgern verlassen, die zuvor in die Klinik eingedrungen seien, berichtete die Zeitung "Front Page Africa". Unter den Patienten befänden sich bestätigte Fälle, hieß es.


Ein bewährtes Mittel zur Eindämmung von Virusepidemien ist die Kasernierung. Solche oben beschriebene Ereignisse tragen zur weiteren Eskalation der Situation bei.
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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #18 am: 19. August 2014, 13:35:29 »
Ein Polizeisprecher bestätigte t-online.de: Es gibt einen neuen Ebola-Verdachtsfall in Deutschland. Demnach wurden Polizei und Rettungskräfte am Dienstagvormittag in ein Berliner Jobcenter in der Storkower Straße im Stadtteil Prenzlauer Berg gerufen. Die Polizei sperrte das Gebäude ab.
Das Alarmierungsstichwort für die Einsatzkräfte habe "Ebola" gelautet, sagte ein Feuerwehrsprecher der "Berliner Morgenpost". Laut "Bild" soll ein Mitarbeiter des Centers den Verdacht geäußert haben, dass eine Klientin an Ebola erkrankt sein könnte. Dabei gehe es offenbar um eine 30-jährige Frau mit Kreislauf-Problemen. Laut Feuerwehr sei ein Amtsarzt unterwegs in das Jobcenter. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" hatte sich die Frau, deren Identität noch unklar ist, zuvor in Westafrika aufgehalten.



Alle Kontaktpersonen isoliert

Sie werde derzeit in einem Rettungswagen untersucht. Auch die Kontaktpersonen seien isoliert. Alle Personen, die sich in dem Job-Center befänden, müssten dort zunächst bleiben. Die Dauer der Maßnahmen war am Mittag zunächst unklar.

Es ist der erste Verdachtsfall in Berlin. Mitte August hatte es bereits einen Ebola-Verdacht in Hamburg gegeben, der sich allerdings nicht bestätigt hat.

Erst heute hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgeteilt, allein in den drei Tagen bis vergangenen Samstag seien in Westafrika 84 weitere Menschen an dem tödlichen Erreger gestorben. Nach WHO-Zählung stiegt die Zahl der Opfer in Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria auf insgesamt 1229 Tote und 2240 Infizierte.

Auch in Spanien Ebola-Verdacht

Zudem machen der WHO neue Verdachtsfälle in Spanien und Belgien Sorgen. In der baskischen Wirtschaftsmetropole Bilbao wurde ein Patient wegen einer möglichen Ebola-Infektion in die Quarantäne-Station eines Krankenhauses gebracht.

Im belgischen Ostende wurde ein 13 Jahre alter Jugendlicher isoliert. Der aus dem westafrikanischen Guinea stammende Junge war am Sonntag mit starkem Fieber eingeliefert worden, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga.

Das Krankenhaus AZ Damiaan schließe eine Ebola-Infektion nicht aus. Innerhalb der nächsten zwei Tage werde sich zeigen, ob das Fieber wieder zurückgehe.

Weniger ansteckend als Grippe

Ebola kann nur über einen Bluttest nachgewiesen werden. Die ersten Anzeichen für die Infektionskrankheit sind mit Fieber und Kreislaufproblemen ähnlich wie bei einer Grippe oder anderen Tropenkrankheiten wie Malaria.

Ebola ist aber weniger ansteckend als Grippe und kann nur über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten in Wunden oder Schleimhäuten übertragen werden. Berlin ist auf mögliche Ebola-Fälle mit Isolierstationen gut vorbereitet.



Ebola ist eine Viruserkrankung, und als solche wirkt sie wie alle anderen Viruserkrankungen auch psychologisch. Als Beispiele nenne ich Schweinegrippe und AIDS. Hinzu kommen die Medien. Somit wird ein Szenario geschaffen weiches mit der Realität nicht viel zu tun hat. Das kann Menschenleben kosten.
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« Letzte Änderung: 19. August 2014, 13:48:19 von dino »

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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #19 am: 19. August 2014, 17:36:20 »
Weitgehende Entwarnung, zumindest für heute. Gleichzeitig konnte der Alarmplan Ebola unter Realbedingungen getestet werden. Etwaiger Optimierungsbedarf konnte festgestellt werden und kann nun in den Alarmplan einfließen.

Pressemiiteilung Berliner Feuerwehr/Polizei
Heute Vormittag traten bei einer Frau im Jobcenter in der Storkower Straße erhebliche gesundheitliche Beschwerden auf. Da sie Fieber hatte und sich vor acht Tagen in Afrika aufgehalten hatte, kam der Verdacht auf, dass sie sich mit einer hochinfek:iösen Krankheit möglicherweise Ebola infiziert haben könnte. Entsprechend dem Infektionsschutzgesetz wurde umgehend der zuständige Amtsarzt des Bezirks Pankow tätig und leitete die in solchen Fällen festgelegten Maßnahmen ein. Dazu gehört, die Kontaktpersonen zu ermitteln und ihnen entsprechende Verhaltensmaßnahmen aufzuerlegen. Für spezielle Fragen in dieser Hinsicht ist der Amtsarzt zuständig. Auf keinen Fall sollen sich Kontaktpersonen in Rettungsstellen der Krankenhäuser vorstellen, da das zu einer Überlastung der Rettungsstellen führen würde und zudem überhaupt nicht notwendig ist denn die Kontaktpersonen sind nicht ansteckend, sondern sollen lediglich vom Gesundheitsamt nachbetreut werden.

Die Frau wurde durch die Berliner Feuerwehr in die Charité transportiert. Um 13.30 Uhr traf sie dort ein und wird seitdem dort auf der Station für hochinfektiöse Erkrankungen medizinisch versorgt. Die Diagnostik hat umgehend begonnen. Die Experten der Charité gehen mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es sich bei der Infektion der Patientin nicht um Ebola handelt, denn die Patientin hat sich in Afrika nicht in einem Gebiet aufgehalten, in dem Ebola aufgetreten  Alle Berliner Gesundheitsämter handeln nach dem Infektionsschutzgesetz und dem Berliner Generischen Plan für biologische Gefahrenlagen. Mit diesem Plan wurde den Akteuren des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ein berlinspezifischer Leitfaden in die Hände gegeben, wie sie bei Ausbrüchen von schweren Infektionskrankheiten vorzugehen haben. Dieser Leitfaden gibt ein einheitliches Handeln nach Qualitätsstandards vor.

Nach dem Ausbruch von Ebola in Afrika hat die Senatsgesundheitsverwaltung zusätzlich
 sowohl die 39 Aufnahmekrankenhäuser über die Krankheit, ihre Übertragungswege und möglicherweise notwendige Behandlungen informiert. Auch die Gesundheitsämter sind von unserer Verwaltung auf den neuesten Stand gebracht.

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« Letzte Änderung: 19. August 2014, 17:42:21 von dino »

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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #20 am: 20. August 2014, 10:29:03 »
Besser spät als nie oder der Sieg der Vernunft über die political corectness http://www.spiegel.de/politik/ausland/ebola-epidemie-liberia-verhaengt-ausgangssperre-und-quarantaene-a-987036.html
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« Letzte Änderung: 21. August 2014, 12:28:42 von dino »

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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #22 am: 21. August 2014, 15:28:02 »
Die Eskalation schreitet voran. Dies ist ein Ort, wo ich unter keinen Umständen jetzt sein möchte http://www.spiegel.de/politik/ausland/ebola-epidemie-armee-in-liberia-setzt-quarantaene-in-monrovia-durch-a-987236.html
m.W. so bisher einmalig,
- Stadtteil mit zigtausend Menschen
- Quarantäne mit Waffengewalt durchgesetzt...
(ich weiß, bei uns natürlich "undenkbar
Was aus dem Artikel jetzt nicht so wirklich hervorgeht sind die interessanten Details.

- Ist das eine absolute Abriegelung oder gibt es Ausnahmen?
- Gibt es so etwas wie eine minimale Versorgung mit Lebensmitteln? Die haben doch definitiv nicht daheim genug Lebensmittel, um eine Woche zu Hause zu bleiben.
- Falls es check points gibt, wer versorgt die Bevölkerung. Vor Allem, wer schützt die Helfer, wer verteilt die Lebensmittel, wer übernimmt die medizinische Versorgung?
- Wenn man realistisch ist, dann werden die Menschen in dem Viertel einen Ausbruchsversuch unternehmen, ggf sogar koordiniert über Mobilfunk mit Unterstützung von außen. Was passiert bei einem massiven Ausbruchsversuch? Welche Massnahmen folgen, wenn die Lage unkontrollierbar wird?
 
Doch die Menschen sind nur ein Aspekt, Ratten und Mäuse lassen sich noch nicht in Quarantäne halten.
 
Das Ganze erinnert mich immer mehr an Dantes Reise durch die Hölle.
« Letzte Änderung: 21. August 2014, 15:44:09 von dino »

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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #25 am: 23. August 2014, 11:17:28 »
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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #26 am: 23. August 2014, 13:34:32 »
zmap dürft erstmal nur für ausgesuchte Patienten sein, wie z. B. infizierte Helfer. Aber langsam rückt das Hauptproblem der 3.Weltländer wieder in den Fokus, dass Versorgungsproblem. Einhergehend mit diesem auch die hygienischen Verhältnisse, eine willkommene Brutstätte für Bakterien, Läuse etc. Ebola rückte diese Länder in den Blickpunkt der Welt, aber es ist nicht das Hauptproblem.
Hier Berichte aus Monrovia:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/ebola-liberia-west-point-sierra-leone
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/ebola-liberia-west-point-sierra-leone/seite-2
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« Letzte Änderung: 23. August 2014, 13:42:00 von dino »

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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #28 am: 24. August 2014, 16:23:21 »
Siera Leono stellt das Verstecken von mit Ebola infizierten Menschen unter Strafe http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/ebola-haftstrafe-fuer-das-verstecken-von-kranken-13113932.html

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Re: Die WHO meldet mehr als 200 Ebola-Tote in Guinea
« Antwort #29 am: 25. August 2014, 17:29:44 »
Nun auch im Kongo, jedoch von einem anderem Subtyp http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-08/ebola-epidemie-kongo