Autor Thema: STEMO in Berlin - Hightech-Wagen für Schlaganfall-Patienten gerettet, vorerst...  (Gelesen 4142 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Den Krankenkassen ist das Stemo zu teuer. Der Berliner Senat aber will die rollende Mini-Klinik etablieren. Nun werden erstmal mehr Daten erhoben.

Das einzigartige Stroke-Einsatz-Mobil (Stemo) soll weiter in Berlin unterwegs sein. Für die Zeit bis Jahresende stehe die Finanzierung, erklärten Gesundheitssenator Mario Czaja und Innensenator Frank Henkel (beide CDU) am Freitag in der Wilmersdorfer Feuerwache. In dem Hightech-Wagen werden Schlaganfallpatienten noch vor Ort oder während der Fahrt von einem Arzt behandelt. Bei einem Schlaganfall – englisch: Stroke – zählt vor allem Zeit, die auf dem Weg in eine Klinik verloren geht. Bislang hatten Senat, Bund und die Europäische Union die Einsätze im Rahmen einer Studie bezahlt. ..."


Quelle & mehr: http://www.tagesspiegel.de/berlin/stemo-in-berlin-hightech-wagen-fuer-schlaganfall-patienten-gerettet/10004628.html

Grüße aus der Sonne! :-)
Thomas Beßen
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Offline dino

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Das Teil gehört auf den Schrottplatz, es ist einsatztaktischer Unsinn. Bei einem Schlaganfall ist vor Allem die Zeit ein limitierender Vorgang. Bei V. a. kommt der Pat. in die nächste stroke unit. Das Stemo wird erst nachgefordert. Es findet darin auch keine Erstversorgung statt, geschweige denn der Transport. Es ist ein rollendes CT um die Diagnose abzusichern. Das wars, dass kostet alles Zeit. Ein Techni´kspielzeug was Geld und Gesundheit kostet, mehr nicht. Im Saarland treibt/trieb auch so ein Fahrzeug sein Unwesen. Bei Verdacht auf Schlaganfall gibt uns schon die Klinik die Massnahmen vor: Atemwege sichern, Kreislauf evtl. anpassen, mit Voranmeldung stroke unit. Dort werden alle weitere Maßnahmen ergriffen. Maßnahmen werden im Stemo übrigens keine ergriffen, ausser CCT. Das Stemo ist nichts weiter als aktionistisches, blauchtblinkendes technikverlliebtes Spielzeug ohne Nutzen für Notfallpatienten.
VG
dino

Offline Thomas Beßen

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Offline dino

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Traue keiner Statistik die Du nicht selbst bearbeitest hast  :evil: Nun zur Praxis, folgendes Szenario: Pat. klagt bricht kaum ansprechbar in der Wohnung zusammen. Partner/in alarmiert den RD. Einsatz für RTW mit Sosi. Eintreffen RTW 10 Min. nach Alarmierung. Erstdiagnose somnolenter Pat., nach Monitoring incl. BZ V. a. TIA/Apoplex. Bisher Atemwege sichern und mit Sosi unter Voranmeldung nächste stroke unit. Mit Stemo: Stemo nachfordern, abwarten, Anfahrt in der Regel >10 Minuten. Was soll der Neurologe vor Ort? Es ist schlicht irrelevant vor Ort eine definitive Diagnose zu stellen, dies kostet nur Zeit. Und natürlich versucht jeder "SEIN" Spielzeug als das non plus ultra darzustellen. Wir hatten in der Präklink schon öfters Fehlentwicklungen. So z. B. Unfallrettungswagen auf Omnibuschasi, RTW/NAW für spezielle Krankheitsbilder (Cardiomobil), Notarzteinsatzhubschrauber (NEH)-nicht verwechseln mit Rettungshubschrauber (RTH). Oder auch gerne im Feuerwehrbereich Hochdruck vs Normaldruckpumpen, Tanklöschfahrzeuge mit zusätzlich Löschpulver (so gut wie nie eingesetzt.) Alle diese Errungenschaften werden von ihren Protagonisten natürlich vehement gelobt, wer gibt denn gerne zu das er mist angeschafft hat. Eines der bekanntesten Beispiele entstammt aus der Medizingeschichte, nämlich die Unterdruckkammer von Prof. Sauerbruch. Er war nicht nur ein mutiger und genialer Chirurg, er wußte sich auch zu vermarkten. Dadurch kam in Deutschland die von einem Kasseler Internisten "erfundene" endotracheale Intubation ins Hintertreffen und wurde in Deutschland, quasi als Reimport aus den USA, erst nach dem WK2 etabliert.
Was wäre Dir Lieber, nach ca 30 Minuten in der stroke Unit mit nicht 100% Diagnose oder nach 1 Std. mit nun deutlichen Ausfallerscheinungen im CCT vor Deinem Haus? Denn das CCT vor Ort kostet nun mal auch Zeit. Die Schlaganfallcharateristika kann wie ein Chamäleon sein, dazu kommt noch der Notruf eines Laien. Man kann nicht jedes mal ein Stemo mitalarmieren. Ergo wird dies dann nachalarmiert.
In vielen RD-Bereichen wird aus Zeitersparnis bewußt darauf verzichtet ein NEF nachzualarmieren. Dies steht im Gegensatz zum Stemoeinsatz.
VG
dino

Offline dino

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Hier noch etwas zum real existierenden RD-Alltag in Berlin. http://www.skverlag.de/rettungsdienst/meldung/newsartikel/hilfsfrist-wird-in-berlin-zu-50-nicht-eingehalten.html?tx_comments_pi1%5Bpage%5D=1&cHash=02b15283ba64b4dc6f00daed6b1c03c6 Das Stemo bindet zusätzliche Kräfte. Sollte es einem Einzelnen vielleicht Nutzen, müssen Andere drunter leiden.
VG
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