Autor Thema: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen  (Gelesen 11185 mal)

Offline Thomas Beßen

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Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« am: 22. März 2013, 06:29:42 »
"Pflegekräfte händeringend gesucht! Angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege hat Deutschland jetzt mit den Philippinen eine Vermittlungsabsprache zur Anwerbung von Pflegekräften vereinbart.

Dazu unterzeichneten die Bundesagentur für Arbeit und die Arbeitsverwaltung der Philippinen eine Vereinbarung. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU): „Der Bedarf an Pflegefachkräften ist auch mit Blick auf die Zukunft so groß, dass wir nicht nur alle inländischen und europäischen Potenziale ausschöpfen dürfen, sondern auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt aktiv für Karrieren in Deutschland werben müssen.” ..."


Quelle & mehr: http://www.bild.de/geld/wirtschaft/altenpfleger/deutschland-holt-pflegekraefte-von-den-philippinen-29595484.bild.html

Nicht nur die Mode wiederholt alles...

Guten Morgen!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #1 am: 22. März 2013, 14:07:05 »
Dann wünsche ich mir als möglicher Patient, dass die Bundesregierung und die Agentur für Arbeit bei diesem Integrationsprojekt diesmal einen Sprachkurs für die "neuen Kolleginnen" mit einplanen. Dann hätte wir eine gute Entwicklung, wovon ALLE(!) profitieren.
Beste Grüße aus Essen, IKARUS

Offline dino

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #2 am: 22. März 2013, 15:16:23 »
Ein anderer Ansatz wäre doch den Beruf erstmal attraktiver zu gestalten. Aber das würde mehr Geld kosten, also lieber an den Symptomen herumdoktern.
Viele Grüße    dino

Offline IKARUS

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #3 am: 22. März 2013, 15:25:24 »
Was verstehst Du hier attraktiver gestalten, Dino?
Wenn nicht mehr Menschen in den Beruf gehen, weil wir weniger Jugendliche haben, dann muss gehandelt werden. Ich bin ja gar nicht weit von deinem Standpunkt, aber mit mehr Geld könnte man mich nicht in den Pflegeberuf locken. Attraktiver = bunte Kleidung? Flexible Arbeitszeiten? Da muss man aufpassen, dass etwas nicht ausufert.
Gruß, IKARUS

Offline dino

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #4 am: 22. März 2013, 16:29:19 »
Hi Ikarus, flexiblere Arbeitszeiten, klar wo es möglich ist. Aber sind wir doch mal ehrlich, es gibt doch auch heute noch Einrichtungen wo die Mitarbeiter betteln müssen ob sie vielleicht 10 Minuten früher gehen könnten. Man könnte auch mehr Teilzeitangebote machen. Attraktive Fortbildungen auf Kosten des Arbeitgebers sind auch noch nicht überall Standard, wie z. B. Akupunktur, Weiterbildung zur Leitung einer Station o. ä.  Eine weitere Maßnahme wäre die Einrichtung eines Betriebskinderhortes bzw. Hilfestellung/Unterstützung  bei der Kinderbetreuung z. B. in Form eines Vertragskinderhortes.
Haben wir nicht noch etliche arbeitslose Jugendliche? Hier könnte eine Stufenausbildung ( FSJ zum Reinschnuppern, dann je nach Schulbildung Pfleassistenz, KPH oder 3- jährige Ausbildung) erfolgen. Natürlich müßter "wir" uns dann bewegen. Das bedeutet für die Praxis Werbung machen. Letzte Woche machte ich eine Führung, im Mai erfolgt die Nächste.
Viele Grüße    dino

Offline Hein

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #5 am: 22. März 2013, 17:51:25 »
Hallo Mitstreiter
Auch ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht.

Das mit dem Pflegenotstand ist wie mit der Mode ....es war alles schon einmal da.
Ende der 60iger wurden bei uns Hausfrauen von Nonnen kirchlicher Krankenhäuser in der Innenstadt angesprochen, ob sie sich nicht die eine oder andere Markt im Krankenhaus verdienen wollten. Auch in dieser Zeit wurden Pflegekräfte aus Fernost eingeflogen, um den Pflegenotstand in Deutschland einzudämmen. Da die EU-Mitgliedsländer scheinbar am gleichen Pflegenotstand leiden wie wir, was liegt da näher, seine "Fühler" etwas weiter auszubreiten.
Eines muß man ja lassen. Die zukünftigen Pflegekolleginnen aus den Philippinen sind für uns zukünftige Patientengenerationen mit Sicherheit eine Augenweide. Vor allem für die Männer!
Auf alle Fälle besser als die damalige Initiative, Straffällige in die Pflege zu integrieren. ...Oder??
Zum Thema Bezahlung.
In meinem erweiterten Bekanntenkreis arbeitet ein 35 jähriger, ungelernter, alleinstehender Mann in der Polsterausbesserung bei VW und verdient ca. 2800 € Netto/ Monat. Ohne Feiertags- und Wochenendarbeit!! Wo bleibt da die finanzielle Gerechtigkeit für 3 Jahre Ausbildung und der besonderen Verantwortung.
Es kann doch nicht angehen, das auch heute Pflegekräfte nach Haustarifen oder durch Leiharbeiterfirmen (außertariflich)bezahlt werden, und ihren Lebensunterhalt vom Arbeitasmt aufstocken lassen müssen.
Die Attraktivität des Pflegeberufes fällt zusehens dem Rotstift der Finanzbuchhaltungen der Kliniken zum Opfer. Einerseits ist die Pflege das Aushängeschild einer Klinik, andererseits der größte Kostenfaktor.
Keine Weihnachtsgradifikation oder Verzicht auf 10% Gehalt für eine Arbeitsplatzsicherung als Pflegekraft im Krankenhaus.
In Niedersachsen und Bremen aktuell!!
Der überlebenskampf der Kliniken tut ein übriges. Das Kliniksterben ist ja scheinbar gewollt (500 Kliniken weniger!!).

Hein

« Letzte Änderung: 22. März 2013, 19:07:03 von Hein »

Offline IKARUS

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #6 am: 22. März 2013, 21:01:38 »
Hallo Hein, wenn Du anführst, dass der Mitarbeiter bei VW für seine Tätigkeit viel Geld bekommt, dann liegt das doch daran, dass die IG Metaller besser organisiert sind und ihre berechtigten Forderungen durchsetzen können. Ebenso sind doch einige auch bereit für "ihr Schätzchen" viel auf den Tisch zu blättern.

Bei uns im Gesundheitswesen ist das doch ganz anders!
Wir sind schlecht organisiert, ziehen den kleinen Finger ein, wenn man ihn heben sollte, arbeiten auch mal für umsonst, so dass es nix kostet (das hat auch etwas mit unserer Sozialisation zu tun!).
Die Menschen sind nicht gewillt für ihre Gesundheit vorzusorgen und wenn sie betroffen sind, dann soll alles erdenkliche getan werden, egal was es dann kostet. Wir sind dann auch nicht gewillt mal zu sagen, das es Grenzen gibt.
Ich weise in meinem Umfeld darauf hin, das Gesundheit Geld kostet. Ich mache mich nicht beliebt! Warum sollte ich auch?
Während der Dienstzeit tue ich was ich kann, nach der Dienstzeit richte ich meine Fokus auf andere wichtige Dinge meines Lebens.   

Dino, wenn Du anführst, dass viel getan werden kann, bin ich bei dir. Aber wie wir beide wissen, ist die Umsetzung von den Leitenden abhängig, wofür sie sich einsetzen. Auch wir in der PFLEGE haben mitunter Nieten in Nadelstreifen.

Nun ist wieder Wochenende und ich werde meine Tanzbeine schwingen. Rumba, Samba, Cha Cha Cha.

Schönes Wochenende wünscht  IKARUS

Offline dino

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #7 am: 22. März 2013, 23:15:37 »
Wir können Alle etwas tun, jeder auf der Ebene seiner Verantwortlichkeit. Als Dozenten können wir versuchen optimal auf unsere Schüler einzugehen, sie fördern und sie praktisch mit Netz verantwortungsbewußt arbeiten lassen ohne sie abzuschrecken.
Wir können Führungen durchführen und den Teilnehmer unsere Arbeit nahe bringen.
Girls Day und Schulpraktiken nutzen.
Wir können etwas tun, denn nur da sitzen und auf Irgendwen warten der etwas tun könnte ist wie bei den Wundern. Wenn man nur da sitzt geschieht kein Wunder, denn das Wunderbare bei einem Wunder ist ja, das man auch etwas für das Wunder getan hat.
Viele Grüße    dino

Offline IKARUS

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #8 am: 23. März 2013, 07:48:24 »
Da hast Du mit deine Ausführungen recht Dino!

Offline Brady

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #9 am: 25. März 2013, 17:54:39 »
Hallo zusammen,

das gab es in den 70igern im Inderinnen. Ich fing in den 80igern an und durfte noch miterleben, dass viele immer noch sehr wenig Deutschkenntnisse hatten.

Das mit "Augenweise" lasse ich mal dahingestellt, hat bei mir eher einen negativen, anrüchigen Beigeschmack und ich denke immer an bestimmte europäische Männer die solche Beziehungen als einzige Möglicheit sehen. Bei blonden Schwedinnen oder rothaarigen Polinnen würde dann der andere Geschmack bedient...*lach* Nix für ungut...Genug an Klischees bedient...

Diese Arbeit attrativer zu gestalten sollte erste Priorität sein. Fähige KrankenpflegehelferInnen und Krankenpflegehelfer sollten mehr Anreiz beommen sich fortzubilden.
Ich stimme Ikarus zu wir werden selber mehr für unsere Gesundheit ausgeben müssen. Wenn man überlegt wieviel man für sein Auto im Jahr unter Umständen hinblättert.

Frierende Grüße Brady
Ich bin keine Schwester, ich bin eine Fachpflegekraft!

Offline IKARUS

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #10 am: 25. März 2013, 19:09:35 »
Es ist ja nicht nur das Auto, was des Deutschen liebstes Kind ist. Da gibt es noch sooo viele Kleinigkeiten die uns wert sind, weshalb wir das Geld auf den Tresen legen. Das soll ja auch jeder für sie bestimmen!
Ich stelle die Frage, was den mit Steigerung der Attraktivität gemeint sein soll. Mich könnte keiner ködern mit mehr Geld, bunte Dienstkleidung, gleitende Arbeitszeit, belegte Brötchen am Arbeitsplatz [das habe ich wirklich mal erlebt! Da gab es einen Chefchirurgen, der wollte mehr operieren und hat, damit sich die Pausenzeiten verkürzen sollten, belegte Brötchen in den Arbeitsbereich kommen lassen. Das fanden wir super! Heute sehe ich das etwas differenzierter.].
Mich konnte und kann nur damit ködern, wenn ich die Möglichkeiten bekomme zu Reisen. Aber das ist ja dann auch wieder mit Arbeit verbunden. Fortbildungen sind, wenn sie ernst genommen werden, mit viel Arbeit verbunden. Die Vorbereitung und die Nachbereitung gehört für mich untrennbar zum Besuch einer Fortbildung.
Mein heutiger Standpunkt zur Steigerung der Attraktivität besteht heute darin, dass die Fortbildung sowie die Vor- und Nachbereitung Dienstzeit ist. Von einer guten Fortbildung profitieren ja nicht nur die Kongressbesucher.
Bei allem Engagement ist mir meine dienstfreie Zeit heute wichtig.
Grüße von IKARUS, der jetzt tanzen wird

Offline dino

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #11 am: 25. März 2013, 19:45:10 »
Natürlich kostet eine gute Fortbildung Zeit. In der Regel ist die Vorbereitung zeitintensiver als die reine Fortbildung. Aber als Teilnehmer kostet mich eine Fobi nichts, außer Zeit. Und das ist bei uns Arbeitszeit. Und es muss ja nicht unbedingt ein Kongress sein. Unsere Arbeitswelt ist progressiv. Alleine das Drinbleiben erfordert Fortbildungen. Es gibt immer Mitarbeiter/innen mit besonderen Fähigkeiten oder auch Hobbys. Diese gilt es zu Nutzen, z. B. als Mentor im EDV-Bereich direkt auf den Stationen. Eine Win`/Win Situation. Der Mentor aus dem Pflegebereich bekommt mehr Veantwortung, di Mitarbeiter bekommen nichts von "oben" übergestülbt sondern ein Kollege vermittelt ihnen das nötige Rüstzeug.
Da Du vom Reisen schreibst. Unvergessen war eine Mega-Code Fortbildung auf Wangerooge im Strandhaus.
Viele Grüße     dino
« Letzte Änderung: 25. März 2013, 21:41:50 von dino »

Offline Hein

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #12 am: 26. März 2013, 13:39:25 »
Moin, Moin
Brady, sorry, das mit der "Augenweide" war nichts diskriminierend oder anrüchig angedacht,und wurde nur ohne jeglichen Hintergedanken hingeschrieben.
 
Liebe Grüße aus dem kalten Friesland wünscht Hein
« Letzte Änderung: 27. März 2013, 18:07:57 von Hein »

Carrick

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Re: Deutschland holt Pflegekräfte von den Philippinen
« Antwort #13 am: 26. Juli 2013, 20:35:50 »
Aus den Philipinen ?! o.O

LoL, in Bosnien gibt es z.B. massenhaft Fachkräfte, jedoch wir müssen welche aus den Philipienen holen o.O