Autor Thema: Chinesische Fachkräfte sollen Pflegemangel mindern  (Gelesen 4416 mal)

Offline Thomas Beßen

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Chinesische Fachkräfte sollen Pflegemangel mindern
« am: 05. November 2012, 06:25:58 »
"Der Arbeitgeberverband Pflege startet ein Modellprojekt, bei dem erstmals 150 chinesische Fachkräfte nach Deutschland geholt werden. Hintergrund ist die bundesweit steigende Zahl von Pflegebedürftigen und der Mangel an Personal. „Das Projekt ist ein wichtiger Meilenstein, in Zukunft genügend Fachkräfte in Deutschland zu haben“, sagte Arbeitgeberpräsident Thomas Greiner am Sonntag der Nachrichtenagentur dapd.

„Aktuell fehlen 40.000 Pflegefachkräfte, bis 2020 weitere 75.000“, betonte Greiner. „Auf Dauer wird das Potenzial in Deutschland oder in der EU nicht reichen, den Bedarf zu decken.“

Die 150 Chinesen haben nach Angaben des Arbeitgeberverbandes eine vier Jahre lange Hochschulausbildung in Alten- und Krankenpflege absolviert (Shandong International Nurse Training Center Weihai). Außerdem würden sie acht Monate auf die europäische Kultur vorbereitet - inklusive Sprachtraining am Goethe-Institut. In Deutschland sollen sie als Fachkräfte zu normalen Konditionen eingestellt werden. „Dumpinglöhne kommen nicht in Frage“, erklärte Greiner.

Die ersten Fachkräfte aus Fernost werden voraussichtlich Anfang 2014 in Einrichtungen der beteiligten Bundesländer Hessen, Hamburg und Baden-Württemberg kommen. Damit das Projekt genehmigt wurde, mussten mehrere Institutionen zusammenarbeiten, darunter die Bundesarbeitsagentur für Arbeit, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und das Bundesarbeitsministerium. Das Projekt wird außerdem wissenschaftlich begleitet und mit einem Integrationsprogramm ergänzt. Deshalb gibt es eine lange Vorlaufzeit. ..."


Quelle & mehr: http://www.mz-web.de bzw. http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1350197842425&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546

Wir schreiben nicht den 1. April...
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Thomas Beßen
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Offline IKARUS

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Re: Chinesische Fachkräfte sollen Pflegemangel mindern
« Antwort #1 am: 05. November 2012, 07:56:26 »
Es liest sich ja so, dass die neuen Kolleginnen gut vorbereitet werden. Meine Erfahrungen aus den 70er Jahren sind ja nicht durchgängig negativ. Da gab es sehr engagierte und besonders pfiffige Kolleginnen aus Südostasien. Es war auch eine kulturelle Bereicherung, mit ihnen gemeinsam am Krankenbett zu arbeiten. Auf einer Station hatte wir acht unterschiedliche Kulturen, die sich um die Patienten bemühten. Ich erinnere nur positive Eindrücke. Allerdings ist auch zu erwähnen, dass die erforderliche Offenheit gegenüber den Menschen aus den anderen Kulturen für alle eine Herausforderung war. Es gab einen Bergmann, der sich von einer philipinischen Kollegin nicht versorgen lassen wollte. Nach längerem gut Zureden war "das Eis gebrochen" und die Kollegin war von allen akzeptiert.

Wenn ich mir den weiteren Text vor Augen führe, dann fällt mir auf, was die wohl an Fachwissen mitbringen werden, bei der beschriebenen Ausbildung.
Das mit den Löhnen dürfte doch wohl eine Selbstverständlichkeit sein, wenn Pflegemanager die Solidarität auch ausleben wollen, die sie doch so oft einfordern.
Was für uns wieder eine Herausforderung werden könnte, ist für andere Länder und ihre Pflegekräfte Alltag.

Herbstliche Grüße, IKARUS