Autor Thema: Anamnese erheben, ein "alternativer" Ansatz  (Gelesen 3665 mal)

Offline dino

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Anamnese erheben, ein "alternativer" Ansatz
« am: 08. August 2012, 19:23:26 »
Das Folgende ist schon ein paar Tage her. Es geschah, als es hier in der Nähe noch eine starke US-Präsens gab. In unserem Städtchen war Kirmes. Dort gab es immer die beste Rostbratwurst. Für die dortigen San-Dienste natürlich umsonst. Ich hatte Nachtdienst auf unserem RTW. Es war ein ruhiger Abend und irgendwann bekamen wir Hunger. Was lag also näher als zum Festplatz zu fahren und sich eine Bratwurst zu holen. Gesagt, getan. In Schrittgeschwindigkeit fuhr ich über den Platz und steuerte den KTW des San-Dienstes an. Erstmal hallo sagen, dann stiefelten wir ins Zelt, umgingen die Warteschlange und holten uns unsere Würstchen mit Senf. Richtige Rostbratwurst schmeckt am Besten mit Senf. Dazu noch eine Coke und Alles natürlich umsonst. Wir banden natürlich keinem auf die Nase das wir nur Hunger hatten und nicht die San-Betreuung waren. Danach schlenderten wir über den Festplatz, wir hatten ja unsere Funkmeldeempfänger dabei und waren somit erreichbar. Vor dem Autoscooter stand ein ziemlich großer, muskulöser US-Amerikaner. Er war klitscheemäßig mit einer bayrischen Trachtenhose samt Jodlerhut bekleidet. Vor ihm baute sich ein stadtekannter Schlägertyp auf. Er war uns aus der Vergangenheit bekannt. Nun, er machte den Ami schräg an. Wir stellten uns um die Ecke, damit wir nicht involviert werden. Da wir ungefähr wußten was nun passieren wird alarmierten wir über Funk die Polizei. Selbst einmischen ist Blödsinn, da a) nicht dafür ausgebildet, b) nicht dafür ausgerüstet, c) ein Krawallmacher der Rettungsdienst am Achtersteven vorbeigeht. Der Ami reagierte nicht auf die verbalen Attacken, worauf unser Schlägertyp dem Amerikaner den Hut vom Kopf nahm, sein Bier hinein schüttete, und dann dem Ami wieder auf den Kopf setzte. Darauf holte der Ami aus und setzte seinem Kontrahenten einen Schlag aufs Kinn. Dann ging er. Der Junge taumelte, fiel kurz hin, stand wieder auf und holte sich ein neues Bier. Aber was geschah beim Trinken. Es lief alles wieder aus dem Mund heraus weil die Mundwinkel asymetrisch auseinanderstanden. Der Typ hatte eine sichtliche Unterkieferfraktur. Unser San-Dienst wollte natürlich sofort zu ihm hin. Wir hielten sie davon ab da die Polizei noch nicht vor Ort war. Wir kannten ihn. 4 Polizeibeamte "überredeten" ihn anschließend ins Krankenhaus zu fahren. Da seine Vitalfunktionen nicht beeinträchtigt waren konnte dies auch der KTW durchführen, nachdem 2 Polizeibeamte zugestiegen sind und die Acht anlegten. In der Klinik konnte einwandfrei eine Unterkieferfraktur nachgewiesen werden. Auf eine Verlegung in die Kieferchirurgie wurde zugunsten einer kontrollierten Ausnüchterung für die Nacht verzichtet.
« Letzte Änderung: 08. August 2012, 19:28:55 von dino »