Autor Thema: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot  (Gelesen 22680 mal)

Offline dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #30 am: 03. Januar 2013, 20:38:01 »
Hi Ikarus, ganz einfach: Bist Du gesund geworden - wars der Doc, wenn nicht, trägt irgend jemand anders die Verantwortung, nur der Doc nicht.  :-D
Also zwischen Bezahlen und Käuflich besteht irgendwo ein kleiner Unterschied, finde ich.

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #31 am: 04. Januar 2013, 09:11:10 »
Hey Dino, ich denke, dass das bezahlen einer Leistung etwas anderes ist als käuflich zu sein.
Wenn ich ein Auto repariere, steht mir ein Lohn zu, weil ich etwas geleistet habe.
Wenn ich einem Patienten dabei helfe, dass er sich zu einem Zeitpunkt später selber helfen kann, dann habe ich etwas geleistet, wofür mir ebenfalls ein Lohn zusteht.
Wenn ich aber einem Menschen/einer Gruppe einen widerrechtlichen oder widerethischen Vorteil verschaffe, dann steht mir kein Geld zu, obwohl ich etwas geleistet habe. Das ist offiziell in unserer Gesellschaft nicht gewünscht und wird duch offzielle und ungeschriebene Gesetzte geregelt.
Nun bleibe ich aber bei meinem Standpunkt, dass jeder Betroffene die Gesetze so auslegen möchte, dass er seinen Vorteil hat.
Bei einingen Gesetzesverletzungen findet man das cool, bei anderen Gesetzesverletzungen findet man es ekelhaft, bis man selber betroffen ist. Denn Betroffene sehen die Welt anders als Zuschauer.
Nach meiner Erfahrung ist es so, dass sehr viele Menschen anders handel oder wollen dass gehandelt wird, wenn sie betroffen sind. Wieviele Diskussionen habe ich in meinem Kopf, in denen gesagt wurde:"ich an dieser Stelle würde ..." Als sie dann selber betroffen waren, wurden frühere Standpunkte nicht mehr erinnert.


Offline dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #32 am: 04. Januar 2013, 13:54:28 »
So isses,
viele Grüße     dino

Offline Thomas Beßen

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #33 am: 06. Januar 2013, 14:45:22 »
"Mediziner warnen vor schädlichem Wettbewerb

Unnötige Operationen und schlechte Behandlungsqualität: Chirurgen-Präsident Jauch gibt der starken Ökonomisierung der Medizin und falschen finanziellen Anreizen eine Mitschuld für die jüngsten Transplantations-Skandale. Die Medizin müsse weg vom Kommerz - und mehr Verantwortlichkeit lernen.

Angesichts des Transplantationsskandals an der Uniklinik Leipzig haben Ärzte und Politiker vor falschen wirtschaftlichen Anreizen in der Medizin gewarnt. Die starke Ökonomisierung in der Chirurgie führe zu einer Vielzahl unnötiger Operationen und zu einer schlechteren Behandlungsqualität, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Karl-Walter Jauch. Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) forderte ein gesetzliches Verbot von Bonusklauseln in Chefarztverträgen, die einen Teil des Gehalts an Operationszahlen binden. ..."


Quelle & mehr: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/transplantations-skandale-mediziner-warnen-vor-schaedlichem-wettbewerb-1.1565430

Chronistengrüße!
Thomas Beßen
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Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #34 am: 06. Januar 2013, 21:32:44 »
Das liest sich wirklich so, dass ich mich lieber sprachlich zurück halte.
Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass die Ärzte gerne mit dem Pfund wuchern, dass sie ihre Selbstverwaltung hochhalten.
Also könnte doch die Ärzteschaft Regel besitzen, die greifen könnten, wenn es sie gäbe. Sicherlich gibt es in jedem Berufsstand "schwarze Schafe", aber das mit dem Geldverdienen will doch keiner abschaffen.
Wer etwas leistet, soll dafür auch eine Lohn bekommen.
Wer "umsonst" arbeitet = Operationen [und andere Leistungen!!] ohne jeglichen medizinischen Grund, der sollte sanktioniert werden.
Frage: aber wie?? Da kommt dann wieder der Hinweis auf die Selbstverwaltung!
Wie können da Gesetze von der Gesellschaft - also von der Politik und den Juristen - in die Ärzteschaft einzug halten?
Es sind doch eher die kriminellen Ernergien eininger Fehlgeleiteter, die die Berufsstände "beschmutzen".

Ich denke, dass es auch im Pflegebereich Menschen gibt, die dem Ehrgeiz erliegen (können!). Wohl aber nicht in diesen Dimensionen.

Es trifft nicht meinen Standpunkt wenn danach gerufen wird, die Zahl der Transplantationszentren zu reduzieren. Das hätte katastrophale Auswirkungen!!! Nicht nur für die Patienten!!

Ruhe und analytisches Überlegen ist besser als Aktionismus. Nur Letzteres ist medienwirksam!

Abendliche Grüße aus dem Ruhrgebiet, IKARUS

Offline dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #35 am: 07. Januar 2013, 19:18:08 »
Die Frage ist nicht nur Wie sanktioniert werden soll sondern auch durch Wen. Denn auch bei einer "internen ärztlichen Ermittlungsbehörde" wird es Leute geben, die die Hand aufhalten, wie überall sonst auch. Und hätten denn diese ermittelnden Ärzte irgend wann eine Chance für ein berufliches Weiterkommen? Für mich liegt der größte Schaden im Vertrauensbruch, weniger das sich jemand bereichert hat.
Im Pflegebereich kann man sich, glaube ich, nicht so stark bereichern.
Viele Grüße    dino

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #36 am: 07. Januar 2013, 19:27:40 »
Da hast Du recht Dino, dass man sich im Pflegebereich nicht so sehr bereichern kann, aber es kann die Möglichkeit bestehen, wissenschaftliche Lobeeren zu bekommen. Ich meine da auch mich, der für die Möglichkeit zu Kongressen fahren zu können, oder gar Vorträge halten zu dürfen, die Ärmel sehr hochgekrempelt hat.
Meine Frage bleibt: ab welchem Punkt beginnt Korruption?
Ich denke nicht, dass ich korrupt war oder bin, aber es von mir zu weisen, wenn der "Preis" stimmt kann ich auch nicht ehrlich äußern.
Ich denke, dass wenn eine bestimmte Situation eintritt, kann jeder Mensch seine Standpunkt wechseln.

VG, IKARUS


Offline dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #37 am: 07. Januar 2013, 22:47:43 »
Da hast Du recht, wir stoßen da in Grenzbereiche vor. Wenn ich auf einer Messe ein neues Gerät sehe,  schaue ich es mir erstmal an. Dann lasse ich es mir ausführlich erklären. Oft bietet man mir dazu ein Getränk und/oder ein Häppchen an. Danach frage ich wer das Gerät schon anwendet. Das kann auch eine zweischneidige Sache sein, denn nicht jeder gibt zu, das er Mist angeschafft hat. Ich habe allerdings Glück,  und kann oft etwas präklinisch testen bevor ich es für die Klinik anschaffe. Wenn ich Mist anschaffe oder keiner damit klarkommt krieg ich "die Hucke voll". Da müsste der Preis schon sehr hoch sein  :-D
Viele grüße    dino

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #38 am: 08. Januar 2013, 06:33:03 »
Schade, dass Du die Hucke voll bekommst Dino. Ich kenne da sündhaft teure Geräte in unseren Kellern, die nur einmal genutzt wurden. Soweit mir bekannt, gab es da keine spürbare Reaktion. Vielleicht sind wir noch nicht in der Topliga unserer Kliniken/Einrichtungen.
Ich denke jedoch, dass der Kugelschreiber und das Getränk keine Bestechung sind, aber man kann es so betrachten. In einer privaten Diskussion habe ich die Frage aufgeworfen, ob man nicht statt der "Mitbringsel" den Preis nicht senken könnte? NEIN!! wurde geantwortet
Die Mitbringsel bekomme ich, den Preis muss die Klinik bezahlen. Ich will doch auch einen Benefit haben.
So kann man das auch sehen. Da bin ich für mein Handeln und die anderen für ihr Handeln. Die Grenzen bestimmen die handelnden Menschen (Gesellschaft, Zuschauer, Betroffene).

VG, IKARUS

Offline dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #40 am: 22. Dezember 2013, 19:54:48 »
http://www.medi-learn.de/cartoons/4images/details.php?image_id=3963
Und dies war das Ende des Skandals für die, die auf der Liste nach unten rückten.
« Letzte Änderung: 22. Dezember 2013, 20:10:19 von dino »