Autor Thema: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot  (Gelesen 22690 mal)

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #15 am: 02. Januar 2013, 13:49:24 »
Bei allem Ärger über die Tatsachen ist es doch wieder eingefundenes Fressen für die Journalie. Wie kann denn die Uni Leipzig ...? So ein Blödsinn!!! Es sind immer nur einige Wenige, die die meisten in den Sumpf ziehen. Wenn doch mal ein Zeitschriftenartikel so differenziert geschrieben würde, wie auch gerne die  Journalisten behandelt werden wollen. Da werden 1000 erfolgreiche Behandlungen hingenommen als wenn sie Alltagsgeschäft wären und ein (sicherlich kaum zu verzeihender !!!)Fehltritt  wird aufgeblasen.
Ich frage mich ernsthaft, wie weit Kritiker gehen werden, wenn sie betroffen wären.
Da wäre ich dann gerne derjenige, der "die Tatsachen" publik macht. Aber das würde keiner senden oder drucken.
Also: ich will die kriminellen Mediziner und ... nicht in Schutz nehmen! Ich wehre mich gegen diese Verallgemeinerung!!
Sonnige Grüße aus dem Ruhrgiet, IKARUS

Offline Thomas Beßen

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #16 am: 02. Januar 2013, 15:34:01 »
"Überprüfung des Transplantationszentrums Leipzig zeigt Unregelmäßigkeiten
Berlin, 01.01.2013

In Wahrnehmung ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben haben die Prüfungskommission und die Überwachungskommission - in gemeinsamer Trägerschaft von Deutscher Krankenhausgesellschaft, GKV-Spitzenverband und Bundesärztekammer - am Transplantationszentrum Leipzig Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Die Prüfungen erbrachten konkrete Hinweise darauf, dass am TPZ Leipzig in zahlreichen Fällen [Unterstreichen durch T.B.] Patienten fälschlich als Dialysepatienten ausgegeben worden sind, um diese auf der Warteliste zur Organtransplantation besser zu positionieren. Diese Unregelmäßigkeiten müssen nun in ausführlichen Sonderprüfungen substantiiert werden.

Seit September 2012 prüfen die beiden unabhängigen Kommissionen die Lebertransplantationsprogramme an den deutschen Transplantationszentren. Ziel der Überprüfungen ist es, Auffälligkeiten und Regelverstöße im Zusammenhang mit der Wartelistenführung von Transplantationspatienten und der Organvermittlung vorbehaltlos aufzuklären und in enger Zusammenarbeit mit den Länderbehörden an die zuständigen Stellen zur endgültigen sachlichen und rechtlichen Aufarbeitung weiterzuleiten.

Erkenntnisse aus der Arbeit der Arbeit der Prüfungskommission und Überwachungskommission fließen in die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung ein.
"

Quelle: http://www.bundesaerztekammer.de/ bzw. http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=3.71.11025.11026.11027

Lieber Ikarus,
ich bin froh, dass wir hier und heute JournalistInnen haben, die Pressemitteilungen der Bundesärztekammer, die solche Informationen über "Unregelmäßigkeiten" aufgreifen und darüber berichten. Immerhin geht's hier um Fehlverhalten außerhalb jeder Ethik und das wohl in "zahlreichen Fällen"...
Viele Grüße!
Thomas
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Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #17 am: 02. Januar 2013, 15:51:42 »
Es ist doch nicht das Fehlverhalten der Uni Leipzig, es sind einige Überehrgeizige die angeprangert werden sollten. Ich klage die Verallgemeinrung an, nicht die abzulehnende Tat. Da haben wir auch in Essen böse Erfahrungen sammeln müssen.
Ich wünsche mir da mehr Differenzierung - mehr nicht!!

Freundliche Grüße, IKARUS

Online dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #18 am: 02. Januar 2013, 16:24:25 »
Ein großer Verlierer steht schon fest, die Menschen die auf ein Organ warten. denn durch solche Vorkommnisse wird der ganze Fachbereich in Mißkredit gebracht. Es heißt dann auch nicht Müller, Meier, Schulze, sondern, wie Ikarus schrieb, die Uni XY. Und auf Dauer bleibt es nicht auf das Fachgebiet beschränkt, sondern die Leute sagen sich: Da war doch was.
VG   dino

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #19 am: 02. Januar 2013, 16:41:16 »
Ja Dino, da wird unterstellt, dass die Klinik ...
Da wäre es besser wenn die Schreiberlinge differenzierter berichten würden. Das ist mein Thema!!! Meine Kritik!!! Der Schaden - der Vertrauensverlust kann enorm werden. Ich habe da viele Beispiele, die ich aus rechtlichen Gründen nicht publik machen will, weil ich auch Menschen schützen will.
Da kläre ich vieles lieber intern als über die Medien. Ich habe nichts gegen die Medien, nur gegen eininge Autoren und Reporter die nach Effekten haschen. Denen es um ihren Profit geht, aber nicht um sachliche Aufklärung.
Die aktuelle Veröffentlichung im Newsletter des Bibliomed Verlags ist da von meiner Kragenweite.

VG; IKARUS

Offline Thomas Beßen

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #20 am: 02. Januar 2013, 17:19:50 »
"Transplantationsaffäre erreicht Uniklinik Leipzig" - Quelle: https://www.bibliomed.de bzw. https://www.bibliomed.de/news/-/content/detail/832261 02.01.2013

Lieber Ikarus,
"dein" Bibliomed-Verlag meldet die Sache doch ganz ähnlich, oder? Nur einen Tag später... :wink:
Viele Grüße!
Thomas
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Online dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #21 am: 02. Januar 2013, 18:03:30 »
Das mit den Medien ist so eine Sache. Stellt euch doch mal eine Stadt ohne Hunde vor. Die Ratten würden die Oberhand gewinnen. Und nun ersetzt Hunde durch Medien. Nur was Passiert, wenn die Hunde/Medien die Überhand gewinnen?
VG     dino
« Letzte Änderung: 02. Januar 2013, 18:58:52 von dino »

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #22 am: 02. Januar 2013, 20:24:26 »
Es geht mir doch nicht darum, dass Missstände nicht aufgezeigt werden sollen. Der [mein] bibliomed Verlag berichtet nach meinem Verständnis nicht so verallgemeinernt. Das war und ist es, was ich anprangere.
Aus meiner Sicht brauchen wir strengere interne "Wachhunde", damit einiges nicht so eskaliert.
Es ist doch aus so, dass es auch hier nicht um die persönliche finanzielle Bereicherung geht. Es ist fehlgeleiteter wissenschaftlicher Ehrgeiz, der zu solchen Fehlhandlungen führt. Es geht mir nicht darum etwas zu entschuldigen, sondern die Handlungsgänge zu verstehen, damit sie abgestellt werden können.
Frage: wann fängt korrupetes Handeln an - wann Vorteilsnahme?
Also: KRITIK ja - aber die Form ist auch zu bedenken.

Dino - Niemand sollte die Überhand gewinnen, die Ausgewogenheit ist sinnvoller. Ausgewogenheit kann aber auch daher kommen, wenn alle handelnden Personen miteinander reden. Das ist der Schlüssel zu sooooo Vielem.

Es ist doch toll, dass wir im Dialog bleiben!! Gelle!!

Herzliche kollegiale Grüße, IKARUS

Online dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #23 am: 02. Januar 2013, 21:10:56 »
Hi Ikarus, wozu etwas Neues schaffen? uns stehen doch QM und CIRS zur Verfügung. Man müßte doch nur die bestehenden Instrumente konsequent anwenden. aber solange es Leute gibt die dies für überflüssig und realitätsfern halten? Was glaubst Du wie es dann der neuen Institution gehen wird?
Beim korrupten Verhalten in einem Krankenhaus brauchst Du in der Regel immer mehrere Personen, und sei es Mitwisser. So entstehen dann Seilschaften. am Anfang steht (mit viel goodwill unterstellt) falsch verstandene Kollegialität, man könnte auch Kameraderie sagen. Meistens fliegt sowas entweder durch Zufall auf oder wenn jemand zu raffgierig wird oder sich jemand übergangen vorkommt.
Vile Grüße     dino

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #24 am: 02. Januar 2013, 21:20:21 »
genau so!!! Dino

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #25 am: 03. Januar 2013, 06:49:15 »
Was wird nun öffentlich dirkutiert?
Da fordern "Fachleute", dass man doch Behandlungszentren schließen solle, um dem Konkurrenzdruck entgegen zu wirken.
Für mich  ist das Aktionismus!!
Da frage ich mich ernsthaft: was wird mit den betroffenen Menschen, die ein neues Organ dringend benötigen. Wenn wir nur die Hälfte an spezialisierte Kliniken haben, werden diese nicht in der Lage sein auch doppelt so viel abzuarbeiten.
Man stelle sich vor die Klinik XY müsste statt 40 nun 80 (mache ich es dramatischer! statt 100 nun 200) OP´s durchführen.
Woher kommt das Personal?
Woher kommt die OP-Kapazität?
Soll/wird/muss dann auch nachts operiert werden?
Was sagt dann die Mitarbeitervertretung? Welche Rechte haben die Mitarbeiter?
Es gibt auch gute Gründe nachts zu operieren!
Statt Kliniken zu schließen, sollte man lieber Maßnahemn planen und auch konsequent umsetzen.
Aber da "liegt der Hase im Pfeffer"! Denn diese Forderung wird auf Vieles anwendbar sein.

Es lohnt sich auch die Frage zu beleuchten: an welchen Stellen oder mit welchen Mitteln könnte man uns ködern?
Ich habe da eigene Erfahrungen! Da ging es nicht nur um Kugelschreiber!
Warum gibt der Kunde das berühmte Trinkgeld? Will er sich einen Vorteil verschaffen? Wenn ja welchen?
Ich erinnere das Flehen von Eltern eines Kindes, man soll doch alles tun, damit dem Kind geholfen werden kann. Da gibt es aber gesetzliche und ethische Grenzen, die dem Ansinnen entgegenstehen könnten. Wie soll man da handeln? Sich auf das Gesetz zurückziehen? Das Machbare anstreben?
Wer betroffen ist, wird es anders betrachten, als diejenigen die es von außen betrachten.

Wie bereits hier geschrieben von mir: ich will kriminelle Machenschaften nicht gutheißen, aber es gibt auch andere Blickwinkel auf "die Tatsachen".
Eine Entscheidung zu treffen ist etwas anderes als einen Fakt von außen zu kommentieren.
Ich war oft hin und her gerissen zwischen dem Einhalten von Gesetzen und dem Tun des Möglichen.
Morgendliche Grüße, IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #26 am: 03. Januar 2013, 14:05:26 »
Der schwarze Peter ist im vollen Gange. Der Marburger Bund sieht die Schuld beim Staat, da dieser nicht gut genug auf die Ärzte aufgepasst habe http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nach-transplantationsskandal-scharfe-kritik-an-bayern-11843072.html

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #27 am: 03. Januar 2013, 18:05:53 »
Pochen die Ärzte nicht immer auf Selbstverwaltung?
« Letzte Änderung: 03. Januar 2013, 19:40:34 von IKARUS »

Online dino

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #28 am: 03. Januar 2013, 19:36:34 »
Aber doch nicht bei so was  :-) Getreu dem Motto: Zahl, ich gewinne - Wappen , du verlierst
Viele Grüße   dino

Offline IKARUS

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Re: Transplantations-Skandal an Uni-Klinikum: Leber im Angebot
« Antwort #29 am: 03. Januar 2013, 19:46:06 »
Hallo Dino, was meinst Du bei so was nicht? Es wird doch von Vielen von einer Geundheitsindustie gesprochen. Und viele Menschen glauben, das Gesundheit und Behandlung (Medizin und Pflege) käuflich sei.
Also: ist unsere Leistung käuflich????
VG, Ikaurs