Es ist wieder das sprachliche Disaster, das ich kritisieren muss.
1. die Formulierung "Blutverdünner" ist nicht nur falsch, sondern entspricht einem Laienniveau
2. die Benutzung des Begriffes "Kompressionsstrumpf" ist falsch gewählt. Es gibt nämlich einen gravierenden Unterschied zwischen einem Thromboseprophylaxestrumpf [MTS = Medizinischer Thromboseprophylaxestrumpf, ATS = Antithrombosestrumpf] und einem Kompressionsstrumpf (MKS = Medizinischer Kompressionsstrumpf).
Der Thromboseprophylaxestrumpf ist Konfektionsware und wird industriell nach allgemeinen Maßen angefertigt.
Er muss noch mehr Anforderungen erfüllen!
Der Kompressionsstrumpf ist individuell angefertigte Ware. Der Strumpf nicht das Gewebe!!
Der Kompressionsstrumpf wird in Kompressionsklassen eingeteilt. Hier gibt es einschlägige Quellen (z.B. Deutsche Geschellschaft für Phleboligie)!
Zum Thema Blutverdünnung: das ist die Formulierung meiner Oma = Alltagsformulierung
Wenn ich etwas verdünne, dann muss ich einen Verdünner einbringen. Das tun wir (die Mediziner!!) aber nicht.
Was die Medikamente tun ist, dass sie die Blutgerinnung beeinflussen.
Das kann je nach Präparat an den unterschiedlichen Stellen der Blutgerinnung geschehen.
Wir unterscheiden ja zwischen der "inneren" und der "äußeren" Blutgerinnung.
Das soll bedeuten, dass unterschiedliche Blutgerinnungsfaktoren aktiviert werden.
Weil das Blut wie Wasser fließen kann, hat der Laie die Formulierung "Blutverdünnung" gewählt.
Es dürfte [nun] klar sein, dass es keine Verdünnung ist, sondern das es sich um eine Verhinderung einer Zusammenballung von Blutbestandteilen handelt.
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie diese Sprachverwirrungen auch in Fachkreisen weitergetragen werden, obwohl es unsere Fachsprache erlaubt uns exakt verständlich zu machen.
Zum Studium des sehr interessanten Fachgebietes "Thromboseprophylaxe" hänge ich etwas Material bei, um weitere Diskussionen zu ermöglichen.
Grüße, IKARUS