Das Thema wird ja wieder zur Zeit von vielen Medien und Seiten beleuchtet.
Meine Kritik war und ist die selbe wie vor Monaten.
Es ist nicht mein Problem, dass darüber berichtet wird. Das kann unter Umständen dem Thema helfen.
Leider bis heute noch nicht!! Es ist die Einseitigkeit, die mich so aufregt.
Da wird das Thema darauf reduziert, dass mit der "chemischen Keule" gearbeitet wird, damit die handelnden Personen am Bett der schwerstpflegebedürftigen Menschen überhaupt zurecht kommen können. Das sehe ich jedoch anders!
Die Gabe von Medikamenten kann sinnvoll sein, aber auch gefährlich.
Wenn man die schwerstpflegebedürftigen Menschen menschlich pflegen will, dann braucht es auch mehr Personal. Oder: mehr Knete für die Fete!!
Das sprechen aber weder ReporterInnen noch PolitikerInnen deutlich aus. Die suggerieren, dass es mehr Pflege zum Nulltarif geben könnten. Oder: Pflege ist doch ein Liebesakt, eine chritliche Aufgabe, der man sich mit Selbstlosigkeit und endlosen Hingabe widmen muss. Also: PFLEGE soll arbeiten aber nicht verdienen!!
Das können Banker und Reporter doch besser !!
Wenn die pflegebedürftigen Menschen in Altenpflegeheime untergebracht werden (müssen), weil die familiären Situationen es nicht mehr zu lassen, dann muss es jedem Angehörigen auch klar sein, dass diese fachliche Begleitung Personal und Geld kostet. Aber weder die im Fernsehn noch die von der Pressen beleuchten dieses Thema umfassender.
Da steht auch, dass "der Opa" vollgepumpt wird.
Wer weis überhaupt, ob dieser alte Mann Vater ist und Opa sein könnte?? So eine Respektlosigkeit!!
Ich denke nicht, dass es Pflegekräfte und Mediziner gibt, die dem Menschen Medikamente geben "damit sie ruhiggestellt sind". Es kann auch sein, dass ein Patient Medikamente benötigt, um seinen Zustand auszuhalten. Besonders in der Psychiatrie kann es sein, dass ein erkrankter Mensch Medikamente benötigt, die sich ein "Gesunder?!" nicht vorstellen kann. Da wirken Menschen mit einer erforderlichen Medikation als ferngesteuerte Roboter. Das irritiert! Da muss man doch was sagen, auch wenn man keine fachliche Ahnung hat.
Leider können wir aus der Praktischen Pflege nicht heraus für eine Änderung sorgen, weil das Thema so nicht kommunizert werden kann, wie es sinnvoll wäre. Da versuchen auch Verantwortliche den Ball flach zuhalten, weil die Gesellschaft nicht mehr Geld für die Pflege aufbringen will/kann.
Die aktuelle Absicht vom Bundesminister für Gesundheit D. Bahr [FDP] ist doch, dass Demenzkranke besser versorgt werden sollen und er deshalb mehr Geld in die Hand nehmen möchte. Aber wo kommt das Geld her?? Da werden sich alle wehren, die zahlen sollen. Und wer bestimmt wann und in welchem Ausmaß ein Mensch pflegebedürftig ist. Wer bestimmt wann ein Mensch in die eine oder andere Pflegestufe eingruppiert wird? Der Mitarbeiter vom MDK, der Hausarzt, die Pflegekraft vom Ambulanten Pflegedienst oder doch der Angehörige und der Betroffene.
Viele Menschen möchten gern in die 3. Pflegestufe, aber mehr bezahlen für die Pflegekasse wollen sie nicht.
Wenn Menschen an ihrem Rollstuhl "gefesselt" werden (ARD, Report Mainz; 27.03.2012 nach 21.50 Uhr) dann kann es doch auch sein, dass sie nicht aus dem Rollstuhl rutschen sollen.
Wo ist das Freiheitsberaubung, wo ist das pflegerische Fürsorge?? Es ist vor allem eine Frage des Blickwinkels!!
Aus meiner Sicht ist es besser, wenn die Reporter und die Gesellschaft ihre Blickwinkel überdenken.
Aber das ist ja nur mein Standpunkt!
Es bleibt mir nur die Möglichkeit in meinem privaten und beruflichen Umfeld dafür zu sorgen, dass die Menschen weiterdenken. Wenn sie es nicht tun wollen, dann muss ich vieles aushalten!
Mir bleibt nur die Möglichkeit im konkreten Kontakt mit dem Pflegebedürftigen ein angemessenes Maß an Empathie einzubringen. Mehr ist mir nicht möglich, weil ich es nicht ändern kann.
Wir müssen auch in der PFLEGE lernen gesellschaftliche Fehlentwicklungen auszuhalten, weil wir hierfür nicht verantwortlich sind.
Jetzt soll auch noch der arme Arbeitgeber mehr Geld für das Personal bezaheln - die Tarifverhandlungen laufen -aber woher soll das Geld kommen? Es gibt nicht mehr Geld.
Was es aber geben wird ist eine dünnere Personaldecke. Das bedeutet, dass der Zeitdruck auf die Handelnden noch größer werden wird. Also werden wir noch weniger Zeit haben für den Patienten und seinen Angehörigen.
Kollegiale Grüße, IKARUS