Autor Thema: Diuretika erhöhen Sturzgefahr bei Heimbewohnenden  (Gelesen 6321 mal)

Offline Thomas Beßen

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Diuretika erhöhen Sturzgefahr bei Heimbewohnenden
« am: 25. Mai 2011, 05:32:42 »
"Jill Stein berichtet über eine Fallstudie mit 1181 Langzeitbewohnenden des Hebrew Rehabilitation Center in Boston.

Einschlusskriterien waren ein Alter über 50 und ein Sturzereignis mindestens 15 Tage nach Eintritt in die Institution.

Vorgestellt wurde die Studie am American Geriatrics Society (AGS) 2011 Annual Scientific Meeting. Die Ergebnisse zeigen eine 2-3 fach erhöhte Sturzgefahr innerhalb eines Tages, nachdem die Bewohnerinnen und Bewohner ein Diuretikum neu verschrieben bekamen oder die Dosis einer bestehenden Medikation erhöht wurde. Speziell erhöht war die Sturzgefahr, wenn ein Schleifendiuretikum eingesetzt wurde.

Die Autoren empfehlen, die Massnahmen zur Sturzprävention in den ersten zwei Tagen nach einem Wechsel in der Diuretika-Medikation zu erhöhen, um so das Sturzrisiko zu senken.

Für kontinente Bewohnende können regelmäßige Toilettenbesuche hilfreich sein, weil sie dann nicht überhastet zum WC müssen und dabei stürzen.
Zum Artikel "Diuretics May Boost Fall Risk in Nursing Home Residents" in Medscape Today >> (mit login, Anmeldung kostenfrei)"


Quelle: http://www.careum-explorer.ch/careum/Diuretika_erhoehen_Sturzgefahr_bei_Heimbewohnenden.php

Einen guten Start in den bestimmt wieder sonnigen Tag wünscht
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Diuretika erhöhen Sturzgefahr bei Heimbewohnenden
« Antwort #1 am: 25. Mai 2011, 12:32:54 »
Ist es das Diuretikum, das die Sturzgefahr erhöht, oder ist es das mangelversorgte Gehirn des alten Menschen, das nach Diuretikagabe ja "trocken gelegt" wird. Diuretika haben ja die Aufgabe den Körper zu entwässern. Nun ist es auch so, dass alte Menschen ihr Durstempfinden nicht mehr so ausgeprägt haben wie jüngere Erwachsenen, weshalb wir ja in der Altenbetreuung besonders auf den Flüssigkeitshaushalt achten müssen. Es ist sicherlich schwierig den Kreislauf zu entlasten und genügend Wasser im Körper zu belassen, damit die Körperfunktionen nicht Schaden nehmen. Es ließe sich ja auch Nachweisen, dass nach der Gabe von Duiretika die Thrombosegefahr steigt. Der Funktionsweg ist der Gleiche. Der Patient wird entwässert, was der Kardiologe will. Der Phlebologe wünscht sich mehr Blutflüssigketi, damit das Blut fließen kann [vgl. Virchow´schte Trias]. Es ist immer ein Abwägen zwischen Risiken und Nutzen einer Therapie. Jede Fachkraft sieht den Patienten aus ihrer Sicht. Was hier hilfreich ist, ist die Kommunikation zwischen den einzelnen Berufsgruppen. Aber dieser Denkansatz ist ja auch so alt wie alle Fachgesellschaften. Lasst uns miteinander Reden, damit unsere Patienten nicht "hinfallen".
Sonnige Grüße aus Esen,
IKARUS