Autor Thema: Injektionen historisch: „Hartgummispritzen mit Lederstempel…“  (Gelesen 5237 mal)

Offline Thomas Beßen

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„Hartgummispritzen mit Lederstempel werden zur Einspritzungen unter die Haut nicht mehr gebraucht. Man verwende dazu nur noch auskochbare Metallspritzen mit Glaszylinder oder Spritzen, die ganz aus Glas bestehen, weil nur diese zuverlässig sterilisiert werden können“, so heißt es auf Seite 229 im „Krankenpflegelehrbuch“ des Julius Springer Verlages aus Berlin (später Heidelberg) in der 10. Auflage von 1928. In der 18. Auflage des gleichen Buches von 1951 ist diese Aussage nicht mehr zu finden. Man sieht an diesem kleinen Beispiel, dass sich die historische Entwicklung der Pflege(ausbildung) bzw. der entsprechenden Technik an den jeweiligen Lehrbüchern im wahrsten Sinne des Wortes ablesen lässt.

„Metall-Glas-Spritzen (Record- oder Luer-Injektionsspritzen) bestehen aus einem Glaszylinderteil und einem Kolbenteil mit Kolben (Stempel aus Metall).“, so steht es auf Seite 1021 in der 7. Auflage des Buchs „Pflege“ vom Thieme-Verlag aus dem Jahre 1994 geschrieben. Aber schon in der achten Auflage des gleichen Buches von 1997 war auch diese kurze Passage verschwunden. Und wenn es in der jüngsten, 11. Auflage des Lehrbuches „Pflege“ vom Thieme-Verlag (Stuttgart 2009) auf Seite 732 heißt, „Beim Spritzenkonus gibt es verschiedene Ausführungen. Am häufigsten sind der Luer-Steckansatz mit großer Auflagefläche (Abb. 25.2 b), sodass die Kanüle nach dem Aufstecken gut sitzt, und der Luer-Lock-Ansatz (Abb. 25.2 a), der aufgeschraubt wird.“, so ist dies auch ein kleines Überbleibsel aus der Zeit, als hier noch Record- und Luer-Injektionsspritzen mit entsprechend unterschiedlichen Spritzenkoni, -Ansätzen gleichzeitig auf dem Markt zu finden waren…

Schönen Gruß!
Thomas Beßen

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Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.