Ein Medikament solo eingesetzt hat bei Alkoholismus null Wirkung. Dazu gehören in der Regel begleitende Maßnahmen, die da sind: Regelmäßiger Besuch einer Selbsthilfegruppe, trockenes Milieu, stabiler sozialer (familiärer) Hintergrund, eigene Motivation, Behandlung der Grundstörung (keiner trinkt, weil es ihm schmeckt). Und trotzdem kann es zum Rückfall kommen. Unter günstigen Begleitumständen hat auch Placebo schon Wunder gewirkt.
So wie in dem Bericht beschrieben, würde ich eine Angst/Paniksituation bei Hr. Ameisen vermuten. Diese bekämpfte er mit Alkohol und Benzos, dass richtige Gemisch wenn man Krampfanfälle produzieren will.
Ein Krampfanfall sieht immer sehr dramatisch aus, kann sich aber auch lebensbedrohlich entwickeln (z. B. Kreislaufversagen, unglücklicher Sturz, verlegte Atemwege,etc.)
Hr. A. hat mit medikamentöser Hilfe seine Angst im Griff und damit auch seine Abhängigkeit.
Eine Abhängigkeitserkrankung ist grundsätzlich eine Folgeerkrankung, die Entstehung multifaktoriell, z.B. Versagensängste, Frust, Beziehungsprobleme, Depressionen, ....)
Ein ehemaliger Pat. von uns schenkte mir anläßlich der stationären Aufnahme seiner ehemaligen LAG sein selbstgeschriebenes Buch wie er den Alkohol bezwang. Heute ist er tot, suicidiert während eines Rückfalls.