Autor Thema: Diabetes - Schweine-Bauchspeicheldrüse funktioniert in Affen  (Gelesen 2739 mal)

Offline Thomas Beßen

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Weiter schreibt SPIEGEL ONLINE heute:

"Ein spektakuläres Experiment könnte neue Möglichkeiten im Kampf gegen die Zuckerkrankheit eröffnen: Forscher haben in Affen die Bauchspeicheldrüsen von Schweinen heranwachsen lassen. Einige der Primaten brauchten anschließend keine Insulinspritzen mehr.

Schweine gelten schon lange als möglich Lieferanten von Ersatzorganen, die im menschlichen Körper Dienst tun könnten. Jetzt ist israelischen Wissenschaftlern ein weiterer Schritt in diese Richtung geglückt: Ein Team um Yair Reisner vom Weizman-Institut in Rehovot hat vier künstlich zuckerkranken Affen das Bauchspeicheldrüsengewebe 42 Tage alter Schweineembryonen eingepflanzt.

Das frühe Entwicklungsstadium der embryonalen Bauchspeicheldrüsen habe es den Affen ermöglicht, die heranwachsenden Organe mit eigenen Blutgefäßen zu durchziehen und zu versorgen, schreiben die Forscher im US-Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Das habe die sonst übliche Abstoßungsreaktion gebremst. Zwei der vier Makaken hätten weitgehend beschwerdefrei etwa ein Jahr lang gelebt und fünf Monate nach der Operation keine zusätzlichen Insulingaben mehr benötigt.

Bei den ersten beiden Affen der Art Macaca fascicularis hatten die Forscher das Immunsystem noch zu stark unterdrückt. Die Überdosierung der Medikamente, die eine Abstoßung des Transplantats verhindern sollten, führte zum baldigen Tod der Tiere, schreiben Reisner und seine Kollegen. Die anderen beiden Affen hätten aber dank geringerer Medikamentendosen 280 beziehungsweise 393 Tage überlebt und wieder körpereigenes Insulin produziert. Mit einem speziellen Test habe man nachgewiesen, dass dieses Insulin tatsächlich aus dem Schweinegewebe stammte.

Die embryonalen Spenderorgane zeigten eine herausragende Fähigkeit, dem Stress der Transplantation zu widerstehen und sich zu regenerieren, so die Forscher. Sie hoffen, dass sich daraus neue Therapiewege für Diabetiker ergeben, mit denen sich der Mangel an menschlichen Spenderorganen umgehen lässt. Zunächst gelte es jedoch, in weiteren Untersuchungen die Immununterdrückung, die Menge an erforderlichem Spendermaterial und die Methodik der Einpflanzung zu optimieren.

Reisner ist auch wissenschaftlicher Berater und Teilhaber der Biotechnologiefirma Tissera, die die Arbeit finanziell unterstützte, und erklärte daher gemäß den Statuten des Fachblattes ein finanzielles Interesse an der Arbeit."

Interessierte & hoffnungsvolle Grüße in alle Welt!
Thomas Beßen


Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,624309,00.html


Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.