Autor Thema: Grundformen der Angst  (Gelesen 7124 mal)

Shet

  • Gast
Grundformen der Angst
« am: 11. April 2009, 22:51:46 »
 Die 4 Grundformen der Angst nach Riemann

Diese 4 Formen der Angst sind in jedem Menschen vorhanden, die individuellen Anteile bestimmen dann den Typus der Persönlichkeit. Je nachdem welcher Anteil dominiert, benennt Riemann diese dann als :

  Angst vor der Hingabe                                  >>>>>>                             schizoide Persönlichkeit

  Angst vor der Selbstwerdung                         >>>>>>                             depressive Persönlichkeit

  Angst vor der Veränderung                           >>>>>>                              zwanghafte Persönlichkeit

  Angst vor der Notwendigkeit                         >>>>>>                              hysterische Persönlichkeit

Charakterneurose ,heute als nicht näher bezeichnete Störung und / oder Persönlichkeitsstörung und Verhaltensstörung eingestuft , hierbei liegt kein konkretes Beschwerdebild vor, aber eine Umfassend Störung des Erlebens und Verhaltens.

Man unterscheidet im allgemeinen :

- Schizoide Struktur : Induvidualisten mit überzogenem Selbstständigkeitsstreben empfindlich und labil im Kontakt mit anderen, deren Nähe nur schwer ertragend bzw. als gefährliche Belastung und grenzen auflösende Beengung empfunden wird. Trotzdem besteht aber ein großes Bedürfnis nach Nähe. Die meisten Betroffenen  wollen aus ihrer Isolierung heraus, dadurch  besteht eine ständige innere Ambivalenz ,die die Betroffenen oft sehr belastet. Sie sind einerseits vorsichtig und mißtrauisch, andererseits empfindlich gegenüber Zurückweisung und herablasende Behandlung. Sie selbst können ihre Kontaktwünsche nicht richtig dosieren : teils distanz- und kritiklose Annährung, dann wieder abrupter Rückzug. Im Kontakt sind sie oft sehr unrealistisch in ihren Erwartungen, durch negativ Erfahrungen von vonherein eher misstrauisch, leicht kränkbar und verletzlich. Sie sind sich der Gefühle anderer nie sicher.

-depressive Struktur : Hier dominiert bei Betroffenen die Suche nach Nähe, Wärme, Geborgenheit und nach Anerkennung. Sie zeigen ausgeprägte Abhängigkeits- und Anklammerungstendenzen bei ausgeprägter Gefühigkeit gegenüber anderen Personen. Es besteht eine große Angst vor Selbstständigkeit und eigenen Entscheidungen, Aggressionen werden vermieden und verleugnet.

-Zwanghafte Struktur : Betroffene haben eine ausgeprägte Tendenz zur Übergenauigkeit und Perfektionismus, haben eine ausgeprägtes Risikovermeidungsverhalten und neigen stark zu skrupeln und Schuldgefühlen. Gleichzeitig haben sie auch eine Tendenz zur Rechthaberrei und zu starren Dogmatismus, was es für ihre umwelt schwierig macht mit ihnen umzugehen. Oft ist bei diesen Betroffenen auch die Kritik- und Frustrationsgrenze deutlich herabgesetzt. Ihr Partnerschaftsverhalten ist oft gefühlsmässig sehr gestört.

-hysterische Struktur : labiles Selbstwertgefühl, mit Ich-schwäche, mittelpunktslos, haltlos, ohne wirkliche innere Orientierung, von äusseren Einflüssen leicht bestimmbar, ohne Kontinuität, stets neue Anfänge suchend ( beruflich, zwischenmenschlich ). Betroffene können sich nicht festlegen, sind durch wunschhaftes Denken bestimmt, lernen nicht dazu, sonderen probieren immer neu aus.Sie zeigen im sozialen Umgang ein ausgesprochenes Geltungsbedürfnis. Ihre Lebensführung ist spontan und voller Sprünge und Brüche, planlos, ziellos und chaotisch. Sie hängen oft tagträumereien nach und haben die Neigung zur Rivalität mit anderen. Oft haben sie eine infantiele unreife Note im Gebaren, Haltung, Kleidung und Lebensführung. Sie haben eine eindrucksvolle Selbst- und Fremddarstellung, im Kontakt sind sie kurzzeitig zwar unterhaltsam, lämgerfristig aber sehr anstrengend.