Autor Thema: Handwerk, Lehramt, Pflege: Wie wir wieder Fachkräfte finden | WDR Doku  (Gelesen 226 mal)

Offline ChrisWeb2

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Hallo an alle:

Eine WDR Doku auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=1MOD-ebYcSo
(Min. 1:40 - 6:45, 19:30-24:00 und 40:30-44:00 beschäftigen sich mit der Pflege)

Zitat
Wer soll in Zukunft die Alten und Kranken pflegen, Wohnungen bauen oder renovieren? Und wer soll unsere Kinder unterrichten? Schon heute fehlen in NRW über 400.000 Fachkräfte, besonders in Handwerk, Lehramt und Pflege. Und die Prognose ist düster: In den nächsten Jahren - bis 2030 - werden bei uns im Land über eine Million Arbeitskräfte fehlen. Dann wäre jede 10. Stelle unbesetzt. Was müssen wir machen, damit wir wieder Fachkräfte finden? Es gibt nämlich auch Handwerksbetriebe, Schulen und Pflegestationen, die sich vor Bewerbungen kaum retten können. Was machen sie anders?

"Ich liebe meinen Job und finde es schrecklich, wie er ständig mies gemacht wird - ich fühle mich zum Beispiel gut bezahlt." Überraschende Sätze von Krankenschwester Lolita G.. Die 26-jährige ist Stationsleiterin in einem Düsseldorfer Krankenhaus. Hier organisiert sie mit ihren jungen Kolleginnen und Kollegen die Station völlig neu. Kein starrer Dienstplan, kein "Das haben wir immer schon so gemacht!", sondern gemeinsames Frühstück, Wunschzettel für die Dienstpläne und Absprachen mit den Patienten direkt am Bett. Die Liste der Bewerber*innen für diese Station ist lang - ein Modell für das ganze Krankenhaus?

"Ich brenne wirklich für meinen Beruf, denn was gibt es Schöneres, als Kindern eine gute Zukunft zu bereiten?" sagt Lehrer Cornelius von W. und repariert zusammen mit drei Schülern ein Fahrrad. Er unterrichtet an einer Gesamtschule in Köln. "Wir verstehen uns als Teamschule." Alle duzen sich, Schüler können mit-entscheiden, wann sie was lernen wollen, Nebenfächer werden in Werkstätten und Projekten unterrichtet - so wie z.B. Wirtschaft. Dafür hat Conny, wie er von allen genannt wird, mit den Schülern ein kleines Fahrradreparaturunternehmen gegründet. "Eine Schule fürs Leben", das sei zwar auch anstrengend, aber total sinnvoll, sagt Conny und freut sich.

2021 konnten über 60.000 Lehrstellen nicht besetzt werden - das sei der Fachkräftemangel von morgen, sagt Jörg Schmitz, Malermeister aus Düsseldorf. In seinem Betrieb beschäftigt er zehn Azubis. Mehr als er eigentlich braucht - und er hätte noch weitere einstellen können. "Hier bin ich angekommen und glücklich", sagt Katja, Azubi im zweiten Lehrjahr. Eine kaufmännische Lehre hat sie schon absolviert, war aber sehr frustriert. "Als Malerin kann ich meine Kreativität ausleben und das ganze Team ist super. Ich werde gesehen", sagt sie. Im Betrieb hat ihr Chef sogenannte Übungskojen gebaut und alle Lehrlinge zusammen renovieren Klassenzimmer an den Realschulen in der Umgebung. "Wir zeigen den 9.Klässlern, dass Handwerk Spaß macht und Teamwork stark macht!" Vielen gefällt das. Sie bewerben sich dann für ein Praktikum und später für eine Lehrstelle.

In unserer Reportage erleben wir hautnah mit, wie junge Leute ihren Arbeitsalltag (um-)gestalten wollen, warum sie für ihre Arbeit brennen und warum sie sich genau für den Bereich entschieden haben, wo eigentlich niemand mehr hin will.
« Letzte Änderung: 19. März 2024, 12:47:18 von ChrisWeb2 »
B.Sc. Pflege, Praxisanleiter, Gesundheits- und Krankenpfleger

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