Autor Thema: Pflege: Zahl der Azubis steigt, aber die Personalnot bleibt  (Gelesen 478 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Die Zahl der neu begonnenen Ausbildungen zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann hat 2021 leicht zugenommen. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag veröffentlichte. Demnach haben im vergangenen Jahr 56.300 Menschen eine Ausbildung in der Pflege begonnen. Das sind 5 Prozent mehr als 2020. Insgesamt befanden sich am 31. Dezember 2021 rund 102.900 Personen in einer Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. ..."

Von Daniela Weichselgartner unter https://www.rnd.de/politik/pflege-zahl-der-azubis-steigt-aber-personalnot-bleibt-DNPDYWBOSBFUPJES4XQKCBQIAM.html

Guten Morgen!*
Thomas Beßen

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Offline dino

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Re: Pflege: Zahl der Azubis steigt, aber die Personalnot bleibt
« Antwort #1 am: 27. Juli 2022, 07:27:05 »
Erstmal dauert die Ausbildung 3 Jahre
, dann gibt es auch noch die normale Fluktuation (z. B. Rente). Ich bin kein Freund der Generalistik. Denn zum Einen geht die praktische Ausbildung zu Lasten des Lernstoffes, zum Anderen ist es der Versuch fehlende Stellen im Altenpflegebereich zu besetzen.
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dino

Offline IKARUS

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Re: Pflege: Zahl der Azubis steigt, aber die Personalnot bleibt
« Antwort #2 am: 28. Juli 2022, 08:42:46 »
Nun Dino,
man kann ja gegen die Generalistik sein, aber es gibt auch Gründe die berufliche Pflege auf breitere Füße zu stellen. Das ist ein Grund für die Generalistik. 
Wenn wir in andere Berufsgruppen blicken, haben die das seit Jahrzehnten. Zuerst kommt eine allgemeine Grundausbildung, auf die dann spätere Weiterqualifizierungen aufgesetzt werden können. Das spart dem, der sich stetig weiterbilden will, den Aufwand, für jeden Bereich in seinem Beruf separate Grundausbildungen zu absolvieren. Eine modulare Ausbildung gestattet auch den Absolventen, die bisherigen Module anerkannt zu bekommen. Die frühere Altenpflegeausbildung hatte andere Schwerpunkte in ihrem Ausbildungscurriculum als die der Krankenpflege.
Wenn ich heute die Generalistik mit dem Schwerpunkt "Akutpflege" wähle, kann ich nach einer gewissen Zeit das Modul für die Langzeitpflege anschließen, ohne eine neue komplette Ausbildung starten zu müssen.
Ich räume gerne ein, dass die heutige (generalistische) Ausbildung für die Fachbereiche hat Abstriche machen müssen, weil die Ausbildungszeit nicht verlängert werden konnte.
Ist es nicht aber so, dass auch Du eingestehen kannst, dass das eigentliche Lernen im Beruf (und auch in der Freizeit!) erst nach einer grundständige Ausbildung beginnt.
Eine Ausbildung soll Grundlagen vermitteln und nicht Experten heranbilden. 
Und dann noch der Gedanke, dass  mit der Generalistik eine Vergleichbarkeit (mit anderen Länder) erreicht werden soll.
Wie sind die Unterrichts-/Studieninhalte in Europa/...? Werden ähnliche Inhalte vermittelt, so dass eine spanische Pflegefachkraft ohne Weiteres ihr Examen in Deutschland anerkannt bekommt.
Oder wie wird das deutsche Examen in Italien/Frankreich oder England anerkannt, so dass ich ohne Nachprüfungen dort mein Leben gestalten kann.
Andere (europäische) Pflegeausbildungen sind auf einem anderen Niveau, als es zur Zeit hier ist (war).
Wenn man natürlich nur in seinem Sprengel bleiben möchte, ist dieser Gedanke von zweiter Wichtigkeit.
Sonnige Grüße aus dem Ruhrgebiet, Michael

Offline dino

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Re: Pflege: Zahl der Azubis steigt, aber die Personalnot bleibt
« Antwort #3 am: 28. Juli 2022, 09:31:03 »
Du sagst es: GRUNDLAGEN. So gehört für mich ein DK genau so zur Grundlage wie eine Beutel/Maskenbeatmung. Und zwar am Patient. Nach der Ausbildung wird das Erlernte vertieft, bzw spezialisiert.
Man hätte die Abstriche einer Triage unterziehen und anschließend Anders gewichten müssen. Ein Examinierter muss einen DK legen können, ebenso muss er das Beuteln beherrschen. Wer mitreden und ernst genommen werden will muss auch Leistung bringen. Und ich meine jetzt nicht das fehlerfreie Aufsagen oder Erfinden neuer Fremdworte um sich wichtig zu machen.
Gerade anglizistische Länder haben eine qualifiziertere Ausbildung als wir. Dort wird aber auch mehr auf Leistung denn auf Phylosophie Wert gelegt.
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dino

Offline IKARUS

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Re: Pflege: Zahl der Azubis steigt, aber die Personalnot bleibt
« Antwort #4 am: 28. Juli 2022, 17:55:26 »
Was meinst Du mit "qualifiziertere Ausbildung" als wir Dino?
Was nehmen die aus dem Curriculum heraus, wenn es für sie einen Gedanken wert ist zu unterrichten.
Dort wo viele an eine Curriculum arbeiten, sind Kompromisse von Nöten.
Und hier liegt die Crux!!!
Du hast andere Schwerpunkt in unserer Arbeit als ??
Bei Vielem kann ich mit gehen. Bei anderen Gedanken lasse ich dich ziehen.
Und nicht jeder der Fachbegriffe benutzt muss sich profilieren wollen. Das kriegen wir doch schnell mit, ob da einer Namedroping fabriziert. Gelle??

Grüße aus Essen, Michael

Offline dino

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Re: Pflege: Zahl der Azubis steigt, aber die Personalnot bleibt
« Antwort #5 am: 30. Juli 2022, 17:02:39 »
Wir haben unterschiedliche Standpunkte. Du siehst mehr in Richtung Berufspolitik Standesdenken,etc - für mich zählt das Benefit des Patienten mehr. Und ja, ich halte es für unerläßlich das ein Gkp, oder wie immer es jetzt heißt, in der Lage ist einen DK zu legen, eine Beutel Masken Beatmung qualifiziert durchzuführen etc. Das dies nicht im Curriculum steht ist keine Crux, sondern ich sehe es als vorsätzliche Körperverletzung. Und genau solche Grundlagen werden z. B. in den USA auch gelehrt, aber das weißt Du.

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