Autor Thema: NRW-Sozialminister wünscht sich „Lokführer-Moment in der Pflege“  (Gelesen 5671 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Nordrhein-Westfalens Gesundheits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann wünscht sich mehr kämpferisches Auftreten von Deutschlands Pflegekräften. «Ich wäre froh über einen Lokführer-Moment in der Pflege», sagte er der «Zeit»-Beilage «Christ & Welt». Die Beschäftigten in der Pflege müssten sich dringend besser gewerkschaftlich organisieren. Tarifverträge müssten erkämpft werden, erklärte der Bundesvorsitzende der CDU-Sozialausschüsse. In einem Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn hatte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer vorige Woche zwei Tage lang große Teile des Fernverkehrs lahmgelegt. ..."

>>> https://www.zeit.de/news/2021-08/18/laumann-waere-froh-ueber-lokfuehrer-moment-in-der-pflege

Schönen Sonntag!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Ob der sich das noch wünscht, wenn Pflegekräfte sich wirklich so verhalten würden?
Ich stelle mir vor, seine Frau ist krank und der Pfleger geht seiner Wege. Das Fordern ist eine Sache, das Aushalten eine andere. Soll er doch damit anfangen, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Das wäre seien Aufgabe!!!

Grüße aus Essen, Michael Günnewig

Offline ChrisWeb

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Steik in der Pflege ist ein heisses Thema.

Grundsätzlich ist das Problem, dass nur wenige Pflegekräfte in einem Berufsverband und/ oder einer Gewerkschaft (Mitglied in einer Gewerkschaft ist wichtig für Streikmöglichkeit) vertreten sind. Ein "Bahnmoment" ist damit eigentlich nicht möglich.

Anderseits ist das Pflegeproblem schon vor Corona bekannt gewesen. Politik und Gesellschaft hätten lange Zeit gehabt, um etwas dagegen zu machen- haben sie nicht oder nur sehr eingeschränkt. Wenn die Pflege nicht für sich selber kämpft, scheint es keiner sonst zu tun.

Grundsätzlich muss auch während eines Streiks die Pat. Versorgung (zumindest größtenteils) gewärleistet werden. Kaum eine Station oder ein Wohnbereich wird deutlich über dem Mindestpersonalschlüssel liegen. Wenn einige davon auch noch Streiken, wer ist dann noch für die alten und kranken Menschen da?
Da kommt dann wieder der soziale Bereich/ Denkweise einer PK durch...

und so weiter...

Streik in Bereichen, wie Transport, ist deutlich einfacherer, wie in solchen sozialen Berufen...
Bachelor of Science Pflege | Gesundheits- und Krankenpfleger

Offline IKARUS

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Wer denkt denn von denen , an die wir denken sollen, an das Pflegepersonal Chris?
Wenn man die Personaldecke bei der Bahn absenken würden, sollten die dann auch nicht streiken (dürfen)?
Unsere Berufsverbände, Gewerkschaften, Kammern sollten mit Juristen gemeinsam darüber nachdenken, wir man ein Streikrecht ausleben kann. Und da so, dass keine Notfallpatienten Schaden erleidet. Wer will das denn von den Pflegekräften auch wollen?
Welche Mechanismen greifen, wenn ich im Haushalt eine Notfall habe?
Wir Pflegekräfte sollten aufhören damit, Vieles kompensieren zu wollen, was die Gesellschaft nicht vorhalten will. 
Wir bräuchten auch hier die Verbände, Gewerkschaften, Kammern und vor allem die Pflegemanager, die denen die am Patienten/Bewohner arbeiten, den Rücken freihalten und nicht den Druck ungefiltert weitergeben. Solidarität in der Berufsgruppe fängt in Berlin (DBFK) an.
Ist je ein Patient gestorben, wenn die Ärzte gestreikt haben? Nach meiner Kenntnis nein!! 
Grüße aus Essen, Michael

Offline ChrisWeb

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Meine Aussage mit Transport/ Bahn bezog sich darauf, dass es eben in diesen Bereichen einfacherer ist. Wenn mal ein Zug ausfällt, kommt man später von A nach B. Wenn die Versorgung eines (Notfall-) Patienten zu spät erfolgt, kann es (für diese Person) "zu spät" sein.

Ich denke, dass DBFK, Gewerkschaften und co (auch) damit zu kämpfen haben, dass diese (prozentual) zu wenige PK vertreten. Auch könnte das Problem sein, dass (möglicherweise) Altenpfleger und GuK und Kinder PK teilweise unterschiedliche Ziele haben.

Der Erste Schritt ist also, dass (alle) PK einem Berufsverband und Gewerkschaft beitreten. So könnte (mehr) politischer Duck ausgeübt werden. Wenn das nichts bringt, dann Streik.

Mal schauen, wie es in Berlin weitergeht:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/kampf-der-pflegekraefte-in-berlin-charite-verschiebt-2000-termine-vivantes-streik-ohne-notdienst-regel-untersagt/27535798.html
Bachelor of Science Pflege | Gesundheits- und Krankenpfleger

Offline IKARUS

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Chris es ist nicht böse gemeint!!!
Was soll diese Denkweise? Wenn wir nicht sofort helfen ...
Wenn ein Autoschrauber die Radmuttern nicht anzieht, kann das auch dafür führen, dass ein Notfall zustande kommt.
Wenn ein Elektriker nicht richtig arbeitet, kann es auch zu einem Notfall kommen.
Es lassen sich weitere Zenarien anführen. ALLE SOLLTEN AN IHREM ARBEITSPLATZ SORGFÄLTIG ARBEITEN!!
Wenn PFLEGE (Gesundheitsberufler)  eine Sonderstellung haben will (wollen), dann sollte-n sie sich auch so verhalten. Impfgegner in den eigenen Reihen!
Das der DBfK und die Gewerkschaft wenig Kraft haben, sehe ich genauso. Es ist halt nicht in unserer beruflichen DNA, dass wir uns in Gewerkschaften/Berufsverbänden organisieren, um berechtigte Forderungen durchzusetzen.
Das Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege (das könnte ich erweitern!) unterschiedliche Interessen haben ist natürlich und verständlich.
Ich halte dagegen! Schauen wir mal über den beruflichen Zaun! Es gibt bei den Paranurses auch unterschiedliche Zweige innerhalb dieser Berufsgruppe. Wenn die aber etwas wollen, was die ganzen Berufsgruppe betrifft, sind sie sich für diesen Teil der Berufspolitik einig und kämpfen mit ihren Mitteln. Die wissen, dass sie nicht geschenkt bekommen und kämpfen müssen.  Da kämpft nicht jeder Arzt, die haben ihre Truppen, die ins Feld ziehen, um die Forderungen auch zu erreichen. Wir müssen keine Räder neu erfinden. Wir müssen nur sehen, wie das andere Gesundheitsberufler machen, wie sie ihre Forderungen durchsetzen.

Paranurse! Ich wurde auf einem internationalen Kongress (1985 in Groningen der EBA) mal  als Paramedics angesprochen. Ich erwiderte, dann sind sie ein Paranurs! Der Gesprächspartner drehte sich um und ging.
Dino spricht oft, dass es in seinem beruflichen Umfeld partnerschaftlich zu geht. Das glaube ich ihm, deckt sich aber nicht mit meinen Erfahrungen.
Ich möchte gerne mit und wegen meines Fachwissen menschlich respektiert werden, aber auf Augenhöhe mit einem Arzt will ich nicht sein! Da unterscheide ich mich auch von einigen Akteuren meines Berufsverbandes, die das anstreben. Ein Tischler akzeptiert das Fachwissen eines Maurers auf der Baustelle und respektiert in menschlich. So stell ich mir das auch vor. Der Arzt hat seine Kompetenzbereich und ich meinen. Wir arbeiten an einem Menschen zu seinem Wohl zusammen. Je besser um so erfolgreicher.  Der Tischler kann alleine auch kein Hausbauen. Auch am Bau sind mehrere Gewerke erforderlich.
Grüße aus Essen, Michael

Offline dino

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Du hast die Berufsbezeichnung Paramedic absolut falsch verstanden. Es handelt sich  eine hochqualifizierte Fachkraft. Med. Gabe läuft entweder über entsprechende SOP oder Funkrücksprache.
So lange sich PP in Dienen ergeht, Sprüche wie pflege mit Herz schmückt ändert sich nüschte. Wir sind ein modernes Dienstleistungsunternehmen und müssen auch so unseren Außenauftritt gestalten. Junges Pflegepersonal verdient nicht die Welt, ihm jetzt noch Geld für eine Zwangsmitgliedschaft in einer Kammer abzunehmen bezeichne ich als Diebstahl. Natürlich fehlt dann das Geld für die Gewerkschaft. Und ich wage Mal folgende Analogie:  Wenn eine Bischofskonferenz in Berlin stattfindet, und zum selben Zeitpunkt das operativ taktische Personal des horizontalen Gewerbes streikt, werden sie eher Erfolg haben als wir.

VG
dino

Offline IKARUS

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Dino, es mag ja sein, dass ich das falsch verstanden habe. Bin ja nur ein Pfleger!
Es ist aber die konkrete Situation in Groningen gewesen. Es waren kommunikative Feinheiten, die es deutlich haben anders wirken lassen, als Du es hier annimmst.
Es gibt ja die Unterschiede in unseren beruflichen Umfeldern. Die Kollegialität, die du oft erwähnst, habe ich so sehr selten erfahren dürfen. Das mag am Unterschied liegen zwischen Somatik und Psychiatrie.
VG, Michael

Offline dino

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Also ich würde die Bezeichnung als Ritterschlag empfinden, ich kenne die Anforderungen.
Also, ich gehe nach dem Prinzip vor: wie es in den Wald reinschallt, so schallt es auch heraus. Außerdem hab ich ein dickes Fell.

VG
dino

Offline IKARUS

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Das mit dem dicken Fell sehe ich auch anders als Du Dino. Ich halte es auch für möglich, dass ich dich hier nicht korrekt verstehe, mit dem "dicken Fell".
Für mich bedeutet ein dickes Fell, dass ich so manches nicht mehr mitbekommen kann, was um mich herum passiert.

Grüße aus dem Ruhrpott, Michael