Autor Thema: Validierungsverfahren und Nachqualifizierung in der Altenpflege  (Gelesen 766 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Das Modellprojekt Valinda führt auf Basis des Altenpflegegesetzes ein innovatives Validierungsverfahren mit finanzieller Unterstützung des Landesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, NRW und Mitteln des Europäischen Sozialfonds durch. Das Verfahren bietet Ungelernten in der Altenpflege, die über ausreichende Berufserfahrungen in der Altenpflege verfügen, die Möglichkeit, ihre pflegerischen Kompetenzen mittels eines systematischen Verfahrens zeigen und bewerten zu lassen. Nach einer anschließenden Phase der Nachqualifizierung können sie auf diesem Wege nach erfolgreichem Abschluss des Validierungsverfahrens einen staatlich anerkannten Abschluss als Altenpflegekraft erlangen.

Das Projekt Valinda wird von HeurekaNet (Projektleitung), den Caritas Bildungszentren für Pflege und Gesundheit in Dorsten und Rheine, dem Edith-Stein-Kolleg in Warendorf und der Universität Osnabrück (Begleitforschung) durchgeführt. ..."


>>> https://www.valinda.de

Frühe Grüße!
Thomas Beßen
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Offline IKARUS

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Re: Validierungsverfahren und Nachqualifizierung in der Altenpflege
« Antwort #1 am: 22. April 2021, 10:10:44 »
Ist das der (christliche) Weg zur Professionalisierung der beruflichen Pflege?
Ich denke NEIN!!
Aber wenn "man" das so will, dann soll es geschehen. Aber würden sich die aktuell Entscheider auch von diesen "Nachqualifizierten" pflege lassen wollen, oder werden die dann ausgebildete (studierte) Pflegeexperten an ihren Betten verlangen?
Das auch die kirchlichen Arbeitgeber unterschiedliche Maßbänder haben ist bekannt.
Sonnige Grüße aus dem Ruhrgebiet, Michael Günnewig 

Offline ChrisWeb

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Re: Validierungsverfahren und Nachqualifizierung in der Altenpflege
« Antwort #2 am: 22. April 2021, 22:10:08 »
Laut den News vom Dezember 2020 (die letzten, die eingetragen wurden auf der Webseite): "Ab Mitte Februar bis Ende März werden dann die abschließenden Prüfungen zur staatlich anerkannten Altenpflegefachkraft durchgeführt, die den gleichen Bedingungen und Anforderungen unterliegen wie die Prüfungen der regulären dreijährigen Ausbildung."

Ich habe keine Ergebnisse gefunden, wie die Durchfallquote war.

Ich stelle mir das aber für alle Beteiligten sehr schwer vor.
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Offline HeurekaNet

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Re: Validierungsverfahren und Nachqualifizierung in der Altenpflege
« Antwort #3 am: 03. Juni 2021, 14:42:06 »
Zur weiteren Erläuterung zum Projekt Valinda hier ein paar aktuelle Informationen:
https://www.heurekanet.de/news (die letzten beiden News: Abschlussveranstaltung 14.04.21 mit Minitser Laumann und die Fachtagung 19.04.21
Ein paar kurze Antworten auf unten gestellte Fragen:
Von ursprünglich 66 Teilnehmer*innen haben 48 die Abschlussprüfungen (praktisch, schriftlich, mündlich) bestanden, 5 werden diese wiederholen.
Die Abschlussprüfungen deren Ablauf und Prüfungen waren, unter den skeptischen Blicken der Bezirksregierung, mit den sonst üblichen in der 3-jährigen Ausbildung identisch.
Die Entscheider würden sich auf jeden Fall von diesen Absolvent*innen pflegen lasen, da diese mit einem Durchschnittslater von 42 Jahren und mit durchschnittlich ca. 10 Jahren (8-37 Jahre) Berufserfahrung, sehr kompetent und engagiert ihrer Arbeit nachgehen, und nicht wie "Novizen" (Benner) nach der Ausbildung, erst einmal Erfahrungen sammeln müssen.
Die Caritas-Bildungszentren im Münsterland bilden seit Jahrzehnten angehende Pflegefachkräfte aus Pflegeinrichtungen mit unterschiedlichen Trägern aus (Wohlfahrtsverbände, direkt kirchliche Einrichtungen, private Träger und nicht-konfessionelle Stiftungen u.a.).

Gerne bin ich auch als Projektleiter ansprechbar für weitere Fragen.
Andreas Schulte-Hemming
schulte_hemming@heurekanet.de

Offline IKARUS

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Re: Validierungsverfahren und Nachqualifizierung in der Altenpflege
« Antwort #4 am: 03. Juni 2021, 19:47:53 »
Hallo Herr Schulte-Hemming, Sie beziehen sich auf die Formulierung von Patricia Benner "Novize". Ich denke, und so sehe ich das persönlich auch, dass es hier um die Zugehörigkeit zum Beruf/zur Berufslaufbahn geht.
Für mich ist es ein anderes Thema, wenn wir Schüler in den Pflegausbildungen haben, die eine längere Lebensspanne durchlebt haben und mit dieser in eine Pflegeausbildung eintreten.
Als ich 1973 mit meiner Pflegeausbildung begonnen hatte, waren in meinem Kurs auch 5 Mitschüler die deutlich älter waren, als die meisten Schüler. Durch ihre innere Ruhe, haben die zu einem guten Klassenklima beitragen können und die jüngeren von uns mitunter emotional aufbauen können, wenn es mal nötig war.

Ich  unterschiede zwischen einer fachlichen und einer menschlichen Reife. Das Eine kann das Andere ergänzen oder gar beflügeln.
Übrigens: Zwei von den Älteren haben ihre Ausbildung mit einem Summa cum laude abgeschlossen.
Alter ist also kein Grund eine Ausbildung nicht zu beginnen!

Beste Grüße, Michael Günnewig