Autor Thema: TV-Werbeverbot von Fast-Food-Restaurants...  (Gelesen 4378 mal)

Offline Thomas Beßen

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TV-Werbeverbot von Fast-Food-Restaurants...
« am: 22. Januar 2009, 14:14:24 »
würde Verbreitung von Übergewicht bei Kindern senken.
Das belegt wohl eine Studie aus den USA:

"Der Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher hat sich in den USA in den letzten Jahrzehnten verdreifacht. Vermutlich sind die USA auch eines der führenden Länder, was den Fernsehkonsum jüngerer Generationen anbetrifft. Dass es einen Zusammenhang zwischen Fernsehen als Freizeitbeschäftigung und Körpergewicht gibt, ist augenscheinlich: Wer viel fernsieht, hat zwangsläufig weniger körperliche Bewegung. Es gibt indes auch noch einen anderen Mechanismus, dem jetzt ein US-amerikanisches Forschungsteam nachgegangen ist.

Kinder und Jugendliche, die viel fernsehen, so ihre durch Datenanalysen später auch bestätigte Hypothese, sehen auch mehr TV-Werbespots von Fastfood-Restaurants, gehen dort häufiger (sehr kalorienreich) essen und haben öfter auch einen Body Mass Index (BMI), der über dem Normalgewicht liegt.

Basis der Studie sind einerseits zwei Datensätze, in denen sehr viele sozialstatistische, aber auch gesundheitliche und freizeitbezogene Aspekte von Kindern und Jugendlichen erfasst sind. Dabei handelt es sich um den "National Longitudinal Survey of Youth" für Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren und den "Child–Young Adult National Longitudinal Survey of Youth", an dem Kinder von 3-11 Jahren teilnahmen. Erfasst wurden in diesen Erhebungen unter anderem Aspekte wie Alter, Rasse, Geschlecht, Einkommen und Bildungsniveau der Eltern, BMI des Kindes bzw. Jugendlichen und der Mutter, Dauer des täglichen Fernsehkonsums.

Die zweite zentrale Datenquelle waren Informationen über den zeitlichen Umfang der TV-Werbespots von Fastfood-Ketten, die diese in bestimmten Regionen, sogenannten "designated market areas (DMA)" geschaltet hatten. Die nicht überprüfte, aber mehr als plausible Annahme der Forscher war: Wer viel fernsieht, wird auch zwangsläufig mehr Werbespots gewollt oder ungewollt zur Kenntnis nehmen. In sehr komplizierten Analysen, in die auch viele der sozialstatistischen und gesundheitlichen Variablen zur Kontrolle einflossen, errechneten sie dann, in welchem Umfang der TV-Konsum (und damit auch Werbespot-Konsum für Fastfood-Restaurants) Übergewicht mitbewirkt.

Als Ergebnis fand man dann, dass zum Beispiel bei 3-11jährigen Jungen 30 Minuten zusätzliche Werbung für Fastfoodketten die Wahrscheinlichkeit für eine Zunahme des Übergewichts bei den Kindern der Region um 2,2 Prozent erhöht. Umgekehrt würde dies bedeuten: Ein vollständiges TV-Werbeverbot für Fastfood-Restaurants würde die Anzahl der übergewichtigen Kinder (Alter 3-11) um 18 Prozent senken, die Zahl der übergewichtigen Jugendlichen (Alter 12-18) um 14 Prozent. Eine etwas weniger scharfe gesetzliche Regelung, in der Fastfoodketten lediglich die Möglichkeit genommen würde, die Kosten für ihre an Kinder gerichtete TV-Werbung auch noch steuerlich abzusetzen, hätte nicht ganz so positive Effekte, würde den Anteil der Übergewichtigen in jüngeren Generationen aber immer noch um 5-7% senken.

Hier ist ein Abstract der Studie:

Shin-Yi Chou, Inas Rashad, Michael Grossman: Fast-Food Restaurant Advertising on Television and Its Influence on Childhood Obesity, Journal of Law and Economics, vol. 51, November 2008, p 599-618
http://www.journals.uchicago.edu/doi/abs/10.1086/590132

Diese Analysen erscheinen nicht zuletzt deshalb bedeutsam, weil erst vor kurzem eine Studie des "Centers for Science in the Public Interest" (http://www.cspinet.org/) herausgefunden hatte, dass 93 Prozent der Kindermenüs in den großen Fastfoodketten zu viele Kalorien enthalten. 13 der 19 kontaktierten Unternehmen stellten im Juni 2008 die Angaben zur Zusammensetzung ihrer Speisen zur Verfügung. Für die Bewertung dieser Speisen wurden nationale Ernährungsstandards herangezogen, die sich auf die Kalorienzahl, den Gesamtfettgehalt, den Anteil gesättigter Fette und Transfette, Zuckerzusatz, Kochsalz und Nährstoffgehalt beziehen. Es zeigte sich:

Statt maximal 430 Kalorien (ein Drittel der für 4-8jährige am Tag empfohlenen Kalorienzahl) enthält ein Kindermenü der Kette Chili's aus frittierten Hühnchenteilen ("country-fried chicken crispers"), Zimtäpfeln und Schokoladenmilch 1.020 Kalorien - der höchste erzielte Wert der Untersuchung.
Auch die Kombinationen von McDonalds (Happy meal), Burger King und Wendy's lagen zu mehr als 90 Prozent über der empfohlenen Grenze, Kentucky Fried Chicken zu 89 Prozent.
45 Prozent der Kindermenüs enthalten zudem einen zu hohen Anteil von gesättigten Fetten und Transfetten, 86 Prozent zu viel Kochsalz.
Gute Noten erhielt nur die Kette Subway's, von deren Kindermenüs die 430-Kalorien-Grenze nur um 33 Prozent überschreiten. Subway ist zudem die einzige Kette, die keine Softdrinks in Verbindung mit den Kindermenüs anbietet.
Die Autoren geben auch verschiedene Empfehlungen ab: Da Erwachsene den Kaloriengehalt von Fastfood-Angeboten häufig falsch einschätzen, raten sie zu einer Angabe der Kalorienzahl auf den Speisekarten bzw. auf dem Menüboard über der Verkaufstheke. Bei Subway's führte dies im Rahmen einer Studie zu einer Minderung pro Bestellung von 53 Kalorien. Weitere Empfehlungen sind: Gemüse und Obst anstelle von Pommes frites als Beilage, fettarme Milch und Wasser anstelle von zuckerhaltiger Limonade. Gibt es solche Auswahl-Optionen, dann bestellen 70 Prozent der Eltern die gesündere Mahlzeit für ihre Kinder.

Die Studie ist hier im Volltext herunterzuladen:
Center for Science in the Public Interest: Kids' Meals: Obesity on the Menu
http://cspinet.org/new/pdf/kidsmeals-report.pdf
 
Hier eine Kurzfassung der Befunde:
Obesity on the Kids' Menus at Top Chains
http://www.cspinet.org/new/200808041.html"

Schönen Gruß!
Thomas Beßen

Quelle: http://www.bvpraevention.de/cms/index.asp?inst=bvpg&snr=7160 20090122
 

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Offline dino

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Re: TV-Werbeverbot von Fast-Food-Restaurants...
« Antwort #1 am: 22. Januar 2009, 19:10:18 »
Also das mit dem Verbot ist doch nonsens. Mich inspiriert fast food Werbung immer zu mannig faltigen Bewegungsabläufen. Also fangen wir mal an. Die Werbung einer FS-Kette flimmert über den Bildschirm. Meine Augenmuskeln fangen an sich im Takt der Burger zu bewegen. Langsam schnalzt meine Zunge, mein Magen meldet sich. Ich stehe auf, laufe zum Töff Töff, starte den Boliden und fahre nach Rosbach. Dort angekommen bewege ich meine Finger und lass die Scheibe runter Mein Sprechzentrum wird aktiv und bestellt ein TS Menue, besonders gesund da auf dem Burger Tomate für T und Salat für S ist. Dazu geschnitzte Kartoffel mit gequetschter Tomatensoße, also Ketchup. Um mich abzukühlen noch ne eisgekühlte Coke. Nun fahre ich zurück. ich steige aus, bewege mich ins Eßzimmer und speise, wobei ich mich vorher richtig bewegt habe.  :-D