Autor Thema: Transplantation: Pavian lebt mehr als ein halbes Jahr mit Schweineherz  (Gelesen 11432 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Lässt sich der Mangel an Spenderorganen mit Schweinen lösen? Forscher arbeiten an der sogenannten Xenotransplantation. Einem Münchner Team gelingt ein wichtiger Schritt.

Für Patienten mit Herzschwäche im Endstadium ist eine Herztransplantation oft die einzige Chance auf Heilung. Doch es gibt viel weniger Spenderorgane als benötigt. Daher forschen Mediziner schon seit vielen Jahren daran, das Problem durch die Transplantation von Schweineherzen zu lösen. Schweine sind als Spender besonders geeignet, weil ihr Stoffwechsel dem der Menschen ähnelt.

Das Verfahren wird bisher vor allem an Pavianen erprobt, bevor sie bei Menschen zum Einsatz kommen kann. Das Problem: Die Versuchstiere haben bisher maximal 57 Tage überlebt, wenn ihr Herz ersetzt wurde.

Nun meldet ein Forscherteam um den Münchner Herzchirurgen Bruno Reichart und den Veterinärmediziner Eckhard Wolf im Fachmagazin "Nature" Fortschritte. Sie hatten mit einer neuen Technik gentechnisch veränderte - konkret ging es darum, mögliche Abstoßungsreaktionen beim Menschen nach der Transplantation zu unterdrücken - Schweineherzen in Paviane verpflanzt. Dort ersetzten sie das ursprüngliche Herz der Tiere für längere Zeit komplett. ..."


>>> http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/transplantation-pavian-lebt-mit-schweineherz-a-1242029.html

Siehe auch http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/panorama/Pavian-lebt-mehr-als-halbes-Jahr-mit-Schweineherz-article3995031.html

Flüchtige Grüße!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Transplantation: Pavian lebt mehr als ein halbes Jahr mit Schweineherz
« Antwort #1 am: 14. Dezember 2018, 11:22:22 »
Nun habe ich zwar keine ausreichenden Erfahrung in der Herztransplantationsmedizin, aber viel Erfahrung mit der Transplantation von Schweinehaut bei brandverletzten Patienten. Ich denke, dass die Transplantation von Herzen am gleichen Problem abprallen wird, wie ich es über viele Jahre in diversen Zentren für Brandverletzte beobachten konnte. Es ist kein technisches Problem! Es ist ein Problem der Abstoßung des Transplantats! Selbst bei der Übertragung menschlicher Hauttransplantate kommt es zu Abstoßungsreaktionen. Der einzige Fall einer Abstoßung des Transplantats ist ausgeschlossen bei eineiigen Mehrlingsgeburten, weil hier die Genetik völlig identisch ist. Bei allen anderen Gewebetransplantationen wird es unweigerlich zu Abstoßungsreaktionen kommen. Das kennen wir auch von der Transplantation des  Knochenmarks. Damit es vom Empfänger vertragen wird, muss die Immunabwehr auf "NULL" reduziert werden (eigene klinische Erfahrungen aus der KMT).
Der Einsatz von Schweinehaut bei Brandverletzten war immer nur als temporärer Hautersatz gemeint, um die Infektionsgefahr klein zu halten. Erst nach dem genügend Eigenhaut des Verletzten zur Verfügung stand, konnte der Hautdefekt dauerhaft verschlossen werden.
Also ist die Immunität des Betroffenen/Empfänger oder die Abstoßunsreaktion ein wesentlich größeres Problem als das technisch Mögliche.
Selbst bei der Hauttransplantation von Brandverletzten gibt es immer noch Grenzen, die nicht überwunden werden konnten. Selbst die Hautzüchtung hat Grenzen! Es ist halt ALLES "nur nachgemacht"! Dem "Kreatinozytenrasen" fehlen viele Strukturen, die die gesunde Haut aufweist.
Es ist gut und richtig, das Geforscht wird. Wir sollten aber auch bedenken, dass man Grenzen aus ethischen Gründen bedenken sollte.
Nicht alles was technisch möglich ist, sollte auch kritiklos durchgeführt werden.
Beste Grüße, Michael Günnewig