Autor Thema: "Die Altenpflege ist gewerkschaftliche Diaspora!“  (Gelesen 589 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Die Altenpflege ist gewerkschaftliche Diaspora!“
« am: 22. Dezember 2017, 06:28:33 »
"Wolfgang Schroeder ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Kassel und Research Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung hat er eine Studie zur Interessenvertretung in der Altenpflege erstellt.

In Medien und Politik ist viel von der älter werdenden Bevölkerung die Rede, weshalb auch die Altenpflege verstärkt Thema ist. Sie haben Pflegekräfte nach ihren Wahrnehmungen und Einstellungen befragt. Empfinden diese es so, dass ihr Beruf heute mehr wertgeschätzt wird als früher?

Interessant ist: In der Wahrnehmung der Bevölkerung ist der Pflegeberuf mittlerweile relativ hoch angesehen. Die Pflegekräfte selbst haben jedoch den Eindruck, dass die Gesellschaft ihre Arbeit unzureichend würdigt. Ihnen ist es sehr wichtig, Anerkennung für ihren harter Job zu bekommen. Sie erhalten diese aber hauptsächlich von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen – weniger von der Gesellschaft.

Manche sprechen in diesem Zusammenhang von »Zuneigungsgefangenschaft«: Die starke Bindung an die Patient/innen bzw. Bewohner/innen führe dazu, dass sich die Pflegekräfte nicht für ihre eigenen Interessen einsetzten. Ist das so?

Historisch betrachtet war die Pflege eine größtenteils kirchlich-karitative Tätigkeit, die vielfach von Nonnen ausgeführt wurde. Das hat sich nach und nach professionalisiert, allerdings erst relativ spät. Der professionelle Pflegeberuf mit einer »normalen« Arbeitnehmerbiographie ist also vergleichsweise jung. Die Mentalität der Pflegekräfte ist zum Teil noch in dieser alten Struktur vom karitativen »Liebesdienst« verhaftet. Dem entgegen steht, dass die Pflege inzwischen stark ökonomisiert und die Arbeit sehr verdichtet ist. Das passt nicht zusammen. Es behindert die Organisation von Beschäftigteninteressen. Ich spreche in diesem Zusammenhang von einem »gebrochenen Arbeitnehmerbewusstsein«, das kollektives Handeln über Betriebsräte und Gewerkschaften erschwert. ..."


>>> https://gesundheit-soziales.verdi.de/mein-arbeitsplatz/altenpflege/++co++078739ce-c3da-11e7-b9ca-525400423e78

Siehe auch http://betriebundarzt.de/altenpflege-warum-pflegekraefte-nicht-organisiert-sind/

Guten Morgen!
Thomas Beßen

Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline Thomas Beßen

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Re: "Die Altenpflege ist gewerkschaftliche Diaspora!“
« Antwort #1 am: 30. Dezember 2017, 09:41:20 »
Ein Buch zum Thema:

Wolfgang Schroeder: Interessenvertretung in der Altenpflege. Zwischen Staatszentrierung und Selbstorganisation. Wiesbaden, Springer VS, 2018, 248 Seiten, 44,99 Euro. ISBN: 978-3-658-19406-2

Hier ist es z.B. zu kaufen: https://www.amazon.de/Interessenvertretung-Altenpflege-Zwischen-Staatszentrierung-Selbstorganisation/dp/3658194065/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1514623163&sr=8-1&keywords=Wolfgang+Schroeder%3A+Interessenvertretung+in+der+Altenpflege

Flüchtige Grüße!
Thomas Beßen
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