Autor Thema: Da kommt was auf Sie zu - Herausforderungen für Berufseinsteiger auf IPS  (Gelesen 547 mal)

Offline Thomas Beßen

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  • - die Menschen stärken, die Sachen klären -
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"Die Einarbeitung von Berufseinsteigern in die Intensivpflege und -medizin ist sehr komplex, umfangreich und durchaus auch belastend. Mitarbeiter, die auf einer Intensivstation beginnen zu arbeiten, müssen sich zusätzlich zum Kennenlernen des Unternehmens und der Räumlichkeiten, der Standards und der Gepflogenheiten sowie der Kollegen besonderen Herausforderungen stellen.

Die Berufseinsteiger müssen ihre Rolle als examinierte Pflegende, aber auch als Einzuarbeitende in einem völlig neuen Berufsfeld definieren. Parallel dazu erfolgt die Integration in das Team. Sie bauen Berührungsängste ab, überprüfen ihre Belastungsgrenzen, ihren Umgang mit Stress und müssen Bewältigungsstrategien entwickeln. Trotz unterschiedlicher Arbeitsweisen der Praxisanleiter und zum Teil fehlender Standards müssen sie ihre eigenen Handlungskompetenzen festigen. Die Besonderheiten in der Intensivpflege führen zum Überdenken des eigenen Pflege- und Ethikverständnisses. „Komplexe klinische Maßnahmen und Bewertungen lassen sich nicht mehr nur den Ärzten allein zuordnen“.

Deshalb müssen die Berufseinsteiger unbedingt nicht nur Handlungsabläufe erlernen, sondern sich auch sehr viel Wissen aneignen und Zusammenhänge erkennen. Zum Lernen verwenden die Einzuarbeitenden ihre Frei- und Erholungszeit. Den kognitiven Verarbeitungsprozessen wird somit gar nicht genügend Zeit eingeräumt. Diese Aspekte sollten in der Einarbeitung Beachtung finden und die Berufseinsteiger durch Betreuung und Kompetenztraining gestärkt werden. Eine Integration der Themenbereiche „Umgang mit Stress“ und „Selbstreflexion“ sowie Beratungs- und Coaching-Angebote in der Eingewöhnungsphase neuer Kollegen sind zu überdenken.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung können ein Anstoß sein, die eigene Einarbeitungskonzeption zu reflektieren, um gegebenenfalls neue Aspekte aufzugreifen und weitere Maßnahmen aufzunehmen. Die beschriebenen Auswirkungen auf Berufseinsteiger unterstreichen die Notwendigkeit einer qualitativen und strukturierten Einarbeitung. Eine zufriedenstellende Einführung in den Arbeitsbereich dient zusätzlich der Mitarbeitergewinnung durch mündliche Empfehlungen, zudem wird die Bindung des Mitarbeiters unterstützt. Der Fachkräftemangel in der Pflege sowie das Fortschreiten der demografischen Entwicklung und deren Folgen erfordern spezielle Maßnahmen, um kompetente und motivierte Mitarbeiter für ein Unternehmen zu gewinnen und sie daran zu binden. Eine qualifizierende Einarbeitung mit einer psychosozialen Betreuung der neuen Kollegen zur Bewältigung der Herausforderungen ist dabei eine unterstützende Komponente."


Von Birte Vehlow unter https://www.thieme-connect.de bzw. https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0042-118947.pdf

Schönes Wochenende!
ThoBe
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.