Autor Thema: Pflegeberufegesetz: Vom Reformprojekt bleibt die Generalistik als Resterampe  (Gelesen 2852 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Große Koalition, große Ansprüche: Mit diesem Selbstverständnis starteten Union und SPD die Reform der Pflegeberufe. Geblieben ist davon wenig. Der laue Kompromiss macht den Pflegeberuf nicht fit für die Zukunft – und auch nicht attraktiver.

Es hätte ein starkes Signal für die Pflege sein können. Das Pflegeberufsgesetz sollte Wunder wirken. Das Familien- und das Gesundheitsministerium überschlugen sich anlässlich der ersten Gesetzesentwürfe mit Ankündigungen: Mit einer einheitlichen, generalistischen Ausbildung werde die Pflegeausbildung "zukunftsfähig", der Beruf attraktiver.

Nicht weniger als ein "Meilenstein" sei diese Reform, verkündete Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) im Januar 2016. Mehr Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Pflegeberufen hatten sich Union und SPD auch auf die Fahnen geschrieben. Mit einem Ausbildungsabschluss sollte es Pflegekräften möglich werden, flexibel in verschiedene Tätigkeitsfelder einzusteigen.

Doch der fragile Kompromiss, den die Koalition in rund zwei Jahren ausgehandelt hat, ernüchtert alle Beteiligten. Von Generalistik pur ist keine Rede mehr, so mutierte auch das Pflegeberufs- zu einem Pflegeberufegesetz.

Voraussichtlich am 22. Juni wird der Bundestag über das Gesetz beraten, das ein Torso ist. Denn die für die Umsetzung zentrale Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ist noch nicht fertig –  über sie soll der neu gewählte Bundestag in der ersten Hälfte 2018 abstimmen. ..."


Von Anno Fricke und Florian Staeck unter http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/937354/pflegeberufegesetz-reformprojekt-bleibt-generalistik-resterampe.html

Tja.
Frühe Grüße!
Thomas Beßen
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Offline IKARUS

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Das Gesetz hat den Bundesdtag  passiert!
Weiteres kann gelesen werden unter: https://www.bibliomed-pflege.de/alle-news/detailansicht/32508-bundestag-verabschiedet-reform-der-pflegeberufe/


Sonnige Grüße, IKARUS





 
« Letzte Änderung: 23. Juni 2017, 09:06:47 von IKARUS »

Offline Thomas Beßen

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Hier "Fragen und Antworten zum Pflegeberufegesetz" des Bundesgesundheitsministeriums: https://www.bmfsfj.de/blob/77268/21edf78ebd06fce31862dc7becacbd97/faqs-pflegeberufsgesetz-data.pdf

Sonnige Grüße zurück! :-)
Thomas Beßen
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Offline IKARUS

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Was kommt da auf uns zu?
Am Sonntag war ich auf einer Gesundheitsmesse (Welche Berufe gibt es im Gesundheitssystem? z.B. Physotherapeuth, Logopäde, Masseure, Kauffrau im Gesundheitswesen, Pflegeberufe, ...) in Hamm.
Hier fragte mich ein aufmerksamer Schüler: "Was ist wenn nach zwei Jahren gemeinsamer Ausbildung aus einem Kurs von 25 Schülerinnen und Schülern sich 3 Schülerinnen entscheiden für die Kinderkrankenpflege und weiter 4 für die Altenpflege. Werden die dann genauso intensiv beschult wie die anderen  18?"
Gut Frage dachte ich mir!
Bei mir bleibt die Frage zurück: bekommen wir [die Ausbildungsstätten] die finanziellen und personellen Mittel das zu schultern?

Sonnige Grüße aus dem Pott, IKARUS

Offline dino

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Moin Ikarus, eine pauschale Antwort kann es da nicht geben. Das wird ganz von der Schule, ihrem Träger und den dortigen Schwerpunkten abhängen.
VG
dino

Offline IKARUS

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Hey Dino! Teilweise ist das richtig, aber es geht mir bei aller Individualität der einzelnen Schulen und Trägern darum, dass wir das flächendeckend hinbekommen sollten.
In meiner Ausbildung waren wir chirurgielastig, was die Ausbildungsinhalte anging. In der Schule der Nachbarklinik wurden die Schülerinnen internistenlastig ausgebildet.
Sicherlich haben wir heute bessere und auf die PFLEGE mehr ausgerichtete Curricula. Durch die Außeneinsätze unserer heutigen Schülerinnen und Schüler bekommen sie auch einen gefächerten Einblick, als wir ihn bekamen.
Es ging mir aber nach meinem Vortrag/der Frage darum, wie können wir die "gewollte Splitterung" ab dem dritten Ausbildungsjahr hin bekommen?
Bekommen wir die erforderlichen Mittel, damit das Ausbildungsniveau hoch bleiben kann?
Genauso wenig wie ich als Krankenpfleger 12 Patienten gleichzeitig pflegen kann, kann ich als Pflegelehrer/Dozent nicht gleichzeitig in zwei oder mehr Klassen unterrichten.
Der Kollege aus Hamm meinte, dass er mehr Arbeitsaufträge erteilen wird.
Nun wissen wir ja auch, dass nicht jeder unserer Schüler dieser Eigen-Verantwortung gerecht werden kann.
Wenn wir doch keinen einzelnen Schüler zurück lassen wollen, dann benötigen wir Rahmenbedingungen, die das auch abbilden.
Was wird auf unseren Schultern liegenbleiben?

Beste Grüße aus dem Pott, IKARUS

Offline Thomas Beßen

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>>> https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/reform-der-pflegeausbildung/++co++c52cc972-5732-11e7-b8a1-525400940f89:
"Reform der Pflegeausbildung - Nicht mehr als ein Kompromiss" - meint die Gewerkschaft Ver.di...

Guten Morgen!
Thomas Beßen
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Offline dino

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Hi Thomas, kleine Wette? Eher schaffen wir ein automatisches Rea-Gerät (wie z. B. Zoll, ich warte aber noch auf Primedic) an, als das eine sinnvolle Reform stattfindet.
Ich versuch ja immer komplizierte Dinge zu vereinfachen, deshalb mein Vorschlag: KPH offen für Hauptschule; dreijährig mittlerer Bildungsabschluss oder KPH mit 2-jähriger Berufserfahrung; nach dem großen Examen dann 2 Jahre Fachpflege. Wer studieren will sollte auch mindestens 2 Jahre Erfahrung haben. Aber auch hier für den mittleren Bildungsabschluss offen.
Viele Grüße
Uwe

Offline IKARUS

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JA Dino!!!! Deinen Vorschlag haben wir doch seit Jahrzehnten. Was ist und bleiben soll, ist die vertikale Durchlässigkeit. Das bedeutet, dass ein Hauptschüler (ich!!) sich über Zwischenschritte bis zum Pflegepädagogen (Lehrer für Berufe im Gesundheitswesen - früher Unterrichtspfleger) oder mit einem kaufmännischen Daumen sich zum Pflegemanager weiterbilden [studieren] kann.
Das mit den 2 Jahren Pause zwischen den sehr anspruchsvollen Weiterbildungen unterstütze ich sehr!!
Es löst aber manchen Schülern und kommenden Weiterbildungsteilnehmern Erstauen und eventuell leichten Ärger aus, den wir aushalten müssen.   

VG, IKARUS