Autor Thema: Jacobs fordert intensivere Auseinandersetzung mit Gewalt in der Pflege  (Gelesen 1912 mal)

Offline IKARUS

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ist am 7. Dezember auf https://www.station24.de/news/-/content/detail/16015901 zu lesen.
Auch wenn P. Jacobs sich an die PDL´s wendet und nicht nur an die Pflegefachkräfte am Krankenbett/Seniorenbett ist es doch sehr wichtig, dass die PDL´s einen Rahmen schaffen, in dem gewaltfreie Pflege stattfinden kann. Es ist doch das Problem, die eigene seelische Überforderung zugeben zu dürfen, ohne das man Angst hat vor die Tür gejagt zu werden. Es gäbe ja die Möglichkeit für Fachpflegekräfte in Funktionsbereichen für einen bestimmten Zeitraum die ITS/den OP zu wechseln, damit die Seele entlastet wird. Nach einer Erholungsphase von Monaten bis zu zwei Jahren kann eine Rückführung möglich sein. Die Fachkompetenz bleibt quasi erhalten.
Mangelnde Gewalt oder eine offene Fehlerkultur wird gefordert. Richtig!
Aber zu allererst muss dafür die PDL eine Plattform schaffen, damit Fehler zugegeben werden können und drastische Entgleisungen ausbleiben. Die Misshandlung eines Patienten und die des Personals ist nicht hinnehmbar. Sie muss straffrei angesprochen werden dürfen. Oft wird doch der Überbringer schlechter Nachrichten angeprangert. Da wäre auch ein Ansatz zu suchen Änderungen herbei zu führen.

Beste Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Jacobs fordert intensivere Auseinandersetzung mit Gewalt in der Pflege
« Antwort #1 am: 07. Dezember 2015, 18:41:17 »
Eine Möglichkeit Schaden zu minimieren ist CRM, hier schon beschrieben. Und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist greift dies https://de.wikipedia.org/wiki/Critical_Incident_Reporting_System .
Hr. Jacobs sprach von Tötungen und das dies keine Seltenheit sei. Tötungen stellen den Kulminationspunkt der Gewalt dar. Diese lassen sich jedoch nicht mit CRM/CIRS verhindern, da hier ein Vorsatz besteht. Ich habe es so verstanden das Hr. J. keine Fahrlässigkeit meinte (z. B. Säugling bekommt parenterale Med. iv, weil in Spritze aufgezogen). So genannte "Todesengel" trieben schon in Zeiten von guter Personalausstattung ihr Unwesen. Die Begründungen für ihr Tun reichen von den armen Patienten Leiden zu ersparen bis sich als toller Typ zu profilieren. Im ambulanten Bereich kamen wohl auch schon persönliche Bereicherungen vor. In den letzten Jahren, bei zunehmender Arbeitsverdichtung, kamen mannigfaltige Arten von Gewalt hinzu. Auch hier muss man unterscheiden, ob fahrlässig oder mit Vorsatz gehandelt wird. Ersterem kann man mit Fortbildungen begegnen, letzteres eher schwierig. Ich glaube auch nicht das die Masse an Übergriffen in Kliniken geschieht, ich denke hier eher an Heime. Die Dunkelziffer ist garantiert sehr hoch. Auch mit dem Personalaustausch wird es in Heimen schwierig.
VG
dino