Autor Thema: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015  (Gelesen 3857 mal)

Offline Thomas Beßen

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Diese Zeilen schneiten heute bei mir herein:

Liebe Schulleiterin, lieber Schulleiter einer Schule für Altenpflege oder (Kinder-)Krankenpflege in Hessen,

unsere neue Fachtagung für das Jahr 2015 ist geplant, der Flyer liegt druckfrisch vor, für Sie vorab per Email. Wir werden am 05. Oktober in Kassel tagen und haben das Thema „generalistische Ausbildung“ in den Vordergrund gestellt. Hierbei sind auch wir sehr gespannt, welche Entwicklungen sich bis dahin ergeben werden. Aus mehreren Quellen ist zu hören, dass ein Referententwurf für ein Pflegeberufegesetz seitens der Bundesministerien ab Frühsommer vorliegen soll.

Wir hoffen daher, dass Sie das Thema anspricht und freuen uns ab sofort über Ihre Anmeldungen zur Fachtagung.

Freundliche Grüße
Elisabeth Gottschalk
Vorsitzende BLGS e.V. Landesverband Hessen


Diesen freundlichen Grüßen schließe ich mich gerne an und wünsche schon jetzt ein gutes Gelingen!
Thomas Beßen

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Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Online IKARUS

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #1 am: 30. April 2015, 20:06:26 »
Weil ich ein Fan der Generalistik bin, möchte ich meinen aktuellen Wissensstand mal hier preisgeben.
Wie es sich gehört ohne die Nennung der Namen.
Eine sehr innovative und ebenso kreative zukunftsweisende Schule für Pflegeberufe hat einen Ausbildungszug aus Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt. Weil das hohe Leistungsniveau (dieser Schule - sie ist dafür anerkannt!) die Altenpflegeschülerinnen nicht leisten können, sollen sie außen vor bleiben.
Das finde ich nicht nur nicht richtig, sondern am Thema ganz und gar vorbei.
Die Generalistik soll eine Grundlagenausbildung für die bisher in der solitären Pflegeausbildungen sein.
Wenn jetzt die Altenpflege außen vor bleiben soll, frage ich mich, was das soll, oder haben die leitenden Pflegepädagogen "die falschen Schüler" ausgesucht oder außen vor gelassen.
In die Generalistik sollten ausgesuchte Pflegeschülerinnen, die das Zeug haben komplexe Sachverhalte zu analysieren und Pflegepläne zu erstellen und ebenso die getane Arbeit zu evaluieren.
Dass das nicht jeder Schüler kann , ist mir sehr bewusst, weshalb ich diesen Schülern dann die Pflegehilfe anbieten würde.
Sollten sie Spaß am Beruf haben und sich in den Folgemonaten und -jahren bewähren [so wie das bei mir war!!], sollten sie die Möglichkeit bekommen die GENERALISTIK anzuschließen.
Es geht mir da nicht um Abkapselung!
Die GENERALISITK ab er so zu gestalten halte ich für den falschen Weg.
Auch in der Altenpflege werden Spitzenkräfte benötigt, die von exzellenten Mitarbeitern (mit dem Pflegehilfeniveau) begleitet und unterstützt werden.

In meiner Berufslaufbahn habe ich einige exzellente Pflegehilfskräfte kennenlernen können, die das Zeug zu mehr gehabet hätten. Es war und blieb ihnen aber vergönnt. SCHADE!!
Spitze ist man nicht mit einem Titel, sondern mit dem Aus- und Weiterleben eines Berufes.

Beste Grüße, IKARUS

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #2 am: 08. Juni 2015, 08:23:32 »
Am 6. Juni 2015 ist auf https://www.station24.de/news/-/content/detail/12741270 zu lesen, dass der Deutsche Pflegerat froh darüber ist, dass der Durchbruch geschafft sein könnte. Das neue Berufsgesetz für die Pflege soll kommen mit Vorhaltsaufgaben. Prinzipiell bin ich ja dafür, aber wenn dann Ausbildungsstätten das Vorhaben verwässern, ist das für mich wieder typisch PFLEGE. Ich würde anstatt der Verwässerung des Vorhabens lieber das Niveau hochhalten und bei der Auswahl der Schülerinnen kritischer sein. Nur um die Schülerzahl hochzuhalten oder Berufszweige auszuschließen ist das Vorhaben nicht gedacht. Wenn sich Schüler für die Generalisitk (noch) nicht eignen, können sie ja in Vorbereitungskursen (Pflegeassistenz, Pflegehilfe) ihre Vorerfahrungen sammeln und sich für weitere Aufgaben empfehlen.
VG, IKARUS

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #3 am: 08. Juni 2015, 20:59:53 »
Am 8. Juni ist auf station24 zu lesen unter: https://www.station24.de/news/-/content/detail/12783399, dass die privaten Anbieter der PFLEGE die Befürchtung haben, dass die Altenpflege verschwinden könnte. Dass das Berufsbild der Altenpflege hinten herunterfällt. Ist die Befürchtung gerechtfertigt? Ich denke nein! Ich finde es schade, dass die aufkommenden Flügelkämpfe jetzt deutlicher geführt werden könnten. Aus meinem Blickwinkel heraus geht es nicht darum, dass ein Berufsbild wegfallen soll. Weder können wir auf die Kinderkrankenschwester/den Kinderkrankenpfleger noch auf die oder den GuK und erst recht nicht auf die Altenpflegefachkräfte verzichten.
Es geht doch um eine gemeinsame Ausbildung, in der sich alle drei Berufszweige wiederfinden sollen. Die beruflichen Besonderheiten, die am Patienten/Klienten auszurichten sind, sollen doch unberührt bleiben. Wir benötigen doch andere Kompetenzen wenn wir Kinder oder betagte Menschen begleiten und/oder pflegen sollen/wollen.
Diese Spezialisierung soll doch bei der Generalistischen Pflegausbildung im Abschlussjahr den Schüler nähergebracht werden, wenn sie sich entschieden haben, wohin sie tendieren möchten. Sie haben dann nach der Generalistischen Ausbildung die Möglichkeit dann in einem weiteren [vierten] Jahr die zweite Qualifikation zu erwerben, oder gar nach einem weiteren [fünften] Jahr die dritte draufzusatteln.  Wer kann da was dagegen haben?? Das fällt mir schwer nachzuvollziehen!
Ich hoffe, die kommenden Diskussionen werden offener geführt, statt dass unser Berufsstand sich unnötig aufreibt. Reibungsflächen haben wir eh genug. Da sollten wir innerhalb der Berufsgruppe der beruflich Pflegenden nach Gemeinsamkeiten suchen, statt die trennenden Aspekte über zu bewerten.
Beste Grüße aus dem abendlichen Ruhrpott, IKARUS

Offline dino

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #4 am: 09. Juni 2015, 07:55:43 »
Du hast Dir selbst die Antwort gegeben. Generalistik bedeutet 3 Jahre Ausbildung, Fachpflege noch 1 Jahr, bedeutet höheres Einkommen. Altenpflege zur Zeit 2 Jahre, ergo geringeres Einkommen.
VG
dino

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #5 am: 09. Juni 2015, 08:32:07 »
Bin ich schläfrig oder hinter der Zeit Dino? Nach meiner Kenntnis dauert die Altenpflegeausbildung auch drei Jahre, so wie die "Große Krankenpflege". Die Fachweiterbildungen die ich kenne (OP, Endo, A&I, Onko, ...) dauern zwei Jahre oder 720 UE´s . Wenn Du richtiger Weise das Geld ins Spiel bringst, denke ich doch: "wollen die Köpfe oder Fachleute haben? Mir ist wohl bewusst, dass wir sinnvoller Weise auch Pflegeassistenten und Pflegehilfskräfte haben und einsetzen können. Nicht ALLES muss eine voll ausgebildete Pflegefachkraft ausführen. Das könnte ja mit den Vorbehaltsaufgaben abgebildet werden, damit nicht ständig diskutiert werden muss, wer darf was machen. ich denke, dass wir beide wissen, dass es Pflegehilfskräfte gibt, die in der Praxis pfiffiger sind als so manche "3-jährige". Ich habe in meiner Schülerzeit (1973) eine KPH kennenlernen können, die hat viele Vollkräfte in die Tasche stecken können. Sie hatte aber nicht das private Umfeld, damit sie sich hätte weiter Qualifizieren können.
VG, IKARUS

Offline dino

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #6 am: 09. Juni 2015, 10:21:27 »
War mein Fehler, AP dachte ich 2 Jahre, war glaub ich mal so. Warum macht ein Privater ein Heim auf? Er will damit verdienen. Und es könnte ja sein das der Gesetzgeber irgend wann mal eine Mindestbesetzung fordert. Da sind echte Fachkräfte teurer.
VG
dino

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #7 am: 09. Juni 2015, 11:10:12 »
Ich glaube nicht Dino, dass der Gesetzgeber fordern wird. Denn dann müsste er ja auch die Rahmenbedingungen festlegen und deutlich machen wo das Geld her kommen soll. Sicher hast Du recht, wenn du schreibst, dass ein privater Anbieter Geld verdienen will. Das wollen aber auch die kirchlichen und öffentlichen Einrichtungen. Die können auch nur überleben, wenn sie wirtschaftlich arbeiten.
Wie bereits erwähnt bin ich für die Pflegeassistenz und Pflegehilfe, somit auch für Mitarbeiter die einen geringeren Lohn bekommen sollen als die vollausgebildeten Pflegefachkräfte. Letztere haben ja auch mehr Verantwortung! Da muss man als Öse den Kopf für Etwas hinhalten, was man gar nicht selber verbaselt hat.  Da muss man sich rechtfertigen, obwohl man gar nicht auf der Station war. Du kennst das ja sicherlich als Leitender!?
Zur Dauer der Ausbildungen kann ich noch folgenden geschichtlichen Überblick geben. Es gab auch mal "Pflegekurse" die dauerten 28 Tage. Es gab Anfang der 70er Jahre eine Ausbildungsmöglichkeit zur Lehrkraft und PDL (ein Ausbildungsgang) die ein Jahr dauerte. Jahre später wurden diese Ausbildungszüge getrennt. Wiederum einige Jahre später wurde die Ausbildungszeit für beide Berufsfelder auf zwei Jahre ausgeweitet. Heute muss man für die Ausbildungen zum Pflegepädagogen oder Pflegemanager studieren. Entweder an einer Uni oder einer FH. Ich halte die Entwicklung für sehr sinnvoll, auch wenn es Kritiker gibt die behaupten, dass die PFLEGE sich verkopft. Die Kritiker haben doch nur Angst, dass jetzt Mitstreiter am Tisch sitzen, die Diskutanten auf Augenhöhe sind.   
Grüße vom Baldeneysee, IKARUS

Offline dino

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #8 am: 09. Juni 2015, 15:38:03 »
Die Kritiker haben doch nur Angst, dass jetzt Mitstreiter am Tisch sitzen, die Diskutanten auf Augenhöhe sind.   
Das glaub ich nicht, hier geht es eher um Besitzstandswahrung.
28 Tage Kurse waren nicht! für die "Regelpflege" vorgesehen. Die Kurse wurde vom damaligen Bundesamt für Zivilschutz finanziert und von den Hiorg durchgeführt. Diese Kräfte waren zur Unterstützung der "Regelpflegekräfte" in Krhs. und Hilfskrhs. in einem Verteidigungsfall vorgesehen. Die Ein- oder andere Hausfrau ging mit diesem Kurs dann halt jobben. War halt eine billige Arbeitskraft mit etwas wenig Ahnung.
 Da muss man als Öse den Kopf für Etwas hinhalten, was man gar nicht selber verbaselt hat.  Da muss man sich rechtfertigen, obwohl man gar nicht auf der Station war. Du kennst das ja sicherlich als Leitender!?

Einspruch, es gibt die Organisations-, Durchführungs- und Übernahmeverantwortung. Ich wäre dran, wenn ich etwas von einem nachgeordneten Mitarbeiter verlangen würde, wozu er aufgrund seiner Ausbildung nicht befähigt ist. Beispiel: Nur Schüler in der Schicht ohne Examinierten.
VG vom Balkon
dino
« Letzte Änderung: 09. Juni 2015, 20:28:23 von dino »

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #9 am: 09. Juni 2015, 21:18:08 »
Zu den Verantwortungen! Da hast Du recht Dino, aber ich meinte es nicht im juristischen Sinne. Mir ist wohl bekannt, dass jeder der etwas unternimmt oder eben auch nicht auch den Kopf dafür hinhalten muss. Aber wenn ein Fehler passiert, muss doch erstmal die Öse auf den Stuhl. So kenne ich es! Wenn Du andere Erfahrungen gemacht hast, ist dem dann so. Ich will mich da gar nicht beklagen. Ich wollte ja unbedingt Öse werden. Es war eine schöne und lehrreiche Zeit. Aus dem Blickwinkel von heute, würde ich nur wenige anders machen. Was mir wichtig war uns ist, ist die Verlässlichkeit und der Wille Verantwortung zu übernehmen.
VG, IKARUS






Offline dino

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Re: BLGS Fachtagung "Generalistische Pflegeausbildung" am 05.10.2015
« Antwort #10 am: 10. Juni 2015, 07:05:16 »
Hi moin, klaro ist die SL erster Ansprechpartner. Alles andere wäre letztendlich auch eine Umgehung des Dienstwegs. Das ist dann auch nicht prickelnd.
VG
dino