Autor Thema: Hilfe auf vier Pfoten.  (Gelesen 3060 mal)

Offline Ivana

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Hilfe auf vier Pfoten.
« am: 12. März 2015, 21:31:34 »
RTL am 11.03.2015

"Emma ist von Beruf Therapie-Hündin und besucht im Krankenhaus totkranke Menschen. Sie spendet Trost und Freude und lässt die
 Patienten zumindest für ein paar Minuten ihre schweren Krankheiten vergessen.."

 http://www.rtl-hessen.de/video/7699/hilfe-auf-vier-pfoten   


Schönen Abend!
Ivana
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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #1 am: 14. März 2015, 15:13:21 »
Mir ist wohl bewusst, dass wir Menschen begleiten und nicht Krankheiten pflegen. Dennoch dreht sich bei mir der Mangen um, wenn ich Tiere im Seniorenheim sehe. Wer übernimmt die Verantwortung wenn es zu nachweisbaren Hygieneproblemen kommt? Auch wenn ich es heute zulassen kann, wenn Tiere in die  Einrichtungen kommen, befürworten kann ich es noch nicht. Mir fehlt da die Kompetenz abwägen zu können. Denn wenn es zu Komplikationen kommt, werden wohl nur sehr wenige an der Seite des Entscheiders stehen bleiben, wenn Bakterien übergriffig werden.
VG, IKARUS

Offline dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #2 am: 14. März 2015, 18:16:59 »
Guckst Du hier http://www.t-online.de/lifestyle/tiere/id_73195566/uni-klinik-in-goettingen-gestattet-haustiere-am-krankenbett.html Auch Somatiker müssen die Ganzheitlichkeit anerkennen. Und was die Hygiene angeht, na ja, grad da sollten wir doch vor der eigenen Haustüre kehren. Oder anders ausgedrückt, wer steril ist der werfe den ersten Bazillus.
VG
dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #3 am: 15. März 2015, 10:33:21 »
Mir (als Somatiker!!) ist die Ganzheitlichkeit wohl bekannt und sie hat auch Einzug in mein tägliches Handeln gefunden. Nur verliere ich nicht den Blick für bestimmte Sollbruchstellen.
Bereits als junger Stationsleiter hatte ich den Standpunkt vertreten: "Wir pflegen nicht Verbrennungen sondern Menschen die sich verbrannt haben."
Nur fragte ich mich und frage es mich heute noch immer: wer übernimmt die Verantwortung wenn sich ein immunabwehrgeschwächter Patient infiziert. Wenn da ein Patient oder Angehöriger klagt, laufen die die das Tier zugelassen haben als erste vom Hof. Dann sollen wieder andere es richten.
Ich will mit-entscheiden, aber nur (selten!) Mitverantworten.
Hier sehe ich den Knackpunkt!!
VG,IKARUS

Offline dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #4 am: 15. März 2015, 18:50:17 »
In dem Bericht stand etwas über Palliativpatienten, ebenso das aus medizinischen Gründen anders entschieden werden kann, wie z. B. nach Transplantationen, Verbrennungen etc. Die selbe Verantwortungsgeschichte kennen wir doch von Patientenverfügungen. Oder wenn jemand die 112 anruft und dann bei der Rea meint: och der Arme, muss man ihm das noch antun. Und am Ende eines Lebens hat man nunmal seine Lieben um sich, dazu gehören auch Tiere. Heute wird öffentlich über Sterbehilfe diskutiert aber einem todkranken seinen Bello nicht mehr sehen lassen wollen, dass kann man niemandem logisch erklären.
VG
dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #5 am: 16. März 2015, 10:55:44 »
Ich bin wohl dafür, dass Bello zum totkranken Menschen gelassen werden sollte. Im persönlichen Umfeld! Was aber die Klinik oder das Seniorenheim angeht, kommt der juristische Aspekt hinzu. Es muss ja nicht der Betroffene oder seine Angehörigen sein, die sich zu Wort melden. Wir wissen doch beide, dass wenn man betroffen ist, die Welt ganz anders aussieht.
VG, IKARUS

Offline dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #6 am: 16. März 2015, 12:23:09 »
Wir sollten nicht darüber nahdenken warum etwas nicht machbar ist (typisch deutsch) sondern wie man es bewerkstelligen kann. Ist in dem Bericht auch aufgezeigt.
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dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #7 am: 16. März 2015, 12:39:46 »
Ich stimme dir gerne zu, dass wir das Machbar im Blickfeld haben sollten Dino!
Das kann aber nicht bedeuten, dass wir mögliche Probleme nicht aus dem Auge verlieren sollten.
Wer etwas möchte, wovon er überzeugt ist, sollte er es auch tun und dafür die Verantwortung übernehmen.
Mehr sollte in meiner Botschaft nicht sein. Kein Verbot und kein Niedermachen!
VG, IKARUS

 

Offline dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #8 am: 16. März 2015, 17:19:42 »
Weiß ich doch das es kein niedermachen ist. Ich find sowas ne gute Sache, und mit etwas goodwill zu bewerkstelligen. Also es muss nicht immer ein extra Eingang sein, ein Pflegestuhl/Bett kann man auch zum Tier bringen. Viele Einrichtungen haben Parks, Begegnungsstätten oder Sonstiges.
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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #9 am: 16. März 2015, 18:43:22 »
Selbstverständlich können wir VIELES machen, Dino. Mein Ansatz bei diesem guten Gedanken ist nur, dass man berücksichtigen muss, was aus dem Tun werden kann. Gottlob passiert sehr wenig! Aber wenn????
Ich habe auch einmal einen Schwerbrandverletzten gegen sehr viele Widerstände in den Park gebracht. Das gab einen mords Ärger. Der Patient und seine Angehörigen fanden es super. Was mich später im Team erwartete hat mich bis heute nachdenklich gestimmt. Es ist nicht die gute Absicht, sondern die Mehrarbeit und die geweckte Erwartungshaltung von Seiten des Patienten die Zorn heraufbeschwören kann.
Sicherlich kann man mir vorwerfen, dass ich nicht die Erlaubnis eingeholt habe. Gefragt habe ich sehr sehr oft!!
Aber ich war davon sehr überzeugt, dass "der Ausflug" für den Patienten einen großen Schub darstellen wird. Dem war auch so!
Nun gehe ich wieder zum Training und tobe mich auf dem Parkett aus!
Beste Grüße, IKARUS



Offline dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #10 am: 16. März 2015, 20:23:06 »
Das ist bei uns einfacher, wir sind mitten im Naturpark angesiedelt. Wir hatten sogar mal einen Stationskater, er wurde um die 20 Jahre alt. Letztes Jahr alarmierten uns Patienten das sich draußen vor einer Nachbarstation eine Katze mit schweren Schmerzen befände und ganz komische Geräusche machen würde. Die sofortige Überprüfung ergab: Sie war rollig.
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dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #11 am: 16. März 2015, 22:41:59 »
Ich sollte vorsichtig sein mit dem Folgenden Dino. Ich glaube mir vorstellen zu können, dass die HYGIENE bei Euch einen andern Stellenwert hat als in der Somatik und besonders in der Chirurgie. Worauf ich aufmerksam machen wollte und will ist der Fakt, dass wir für das Tun auch die Verantwortung übernehmen müssen. Das war mir in den bisherigen Schilderungen nicht deutlich. Ich frage mich, ob es schon gravierende Hygieneprobleme in der Hospizen gegeben hat und wer dann zur Verantwortung gezogen wurde. Ich habe ja dazu gelernt, dass man die HYGIENE aus verschiedenen Blickwinkel betrachten kann. Es fällt mir aber heute immer noch schwer. Zulassen ja!! Undiszipliniert handeln NEIN. Dafür habe ich zu viele Tote gesehen, die an den Infektionen gestorben sind. Das hat mich nachhaltig geprägt. Manche Schüler machen sich lustig, wenn ich die Tafel putze. Schmunzeln kann ich heute selber darüber ein klein wenig!!
Jetzt mache ich erstmal Feierabend!
Beste Grüße aus dem frühlingshaften Ruhrgebiet, IKARUS

Offline dino

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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #12 am: 16. März 2015, 23:42:43 »
Ich denke Du bist geprägt von der Verbrennungsstation. Dies ist eine ganz andere Spielwiese. Bei uns verbrennt sich höchstens mal jemand den Finger beim Kippen anstecken. Allgemeine Hygieneregeln sind bei uns natürlich zugegen und werden beachtet.
VG
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Re: Hilfe auf vier Pfoten.
« Antwort #13 am: 17. März 2015, 19:44:15 »
Tiere als Therapie, http://www.vitos-hochtaunus.de/hochtaunus/unternehmen/helfen-und-spenden/foerderprojekte/tiergestuetzte-therapie.html
Natürlich unter Beachtung der Hygieneregeln  :-) :-) , bis jetzt nur sehr gute Erfahrungen. Aber wenn ich mich so an meine Jugend erinnere, als ich noch als Ufo Travolta die heimischen Discos heimsuchte, erinnere ich mich dumpf daran das es auch beim Tanzen Nebenwirkungen geben kann. Von Schwindelattacken bis zum Hinfallen war da Alles drin.  :-D 8-)
Und hier ab Seite 13, wobei natürlich auch der Rest absolut lesenswert ist. Es gibt grundsätzlich mehr als das "Bett" http://www.bsf-frankfurt.de/fileadmin/treffpunkt/2012/Treffpunkte_02-2012.pdf
VG
dino
« Letzte Änderung: 17. März 2015, 22:31:59 von dino »