Autor Thema: Empfehlungen zur Struktur und Ausstattung von Intensivstationen  (Gelesen 2220 mal)

Offline Thomas Beßen

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Empfehlungen zur Struktur und Ausstattung von Intensivstationen, die mit Beschluss des Präsidiums der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am 30.11.2010 verabschiedet wurden, stehen hier im Netz: http://www.divi.de/empfehlungen/intensivmedizin/195-empfehlungen-zur-struktur-und-ausstattung-von-intensivstationen.html

Flüchtige Morgengrüße!
Thomas Beßen
« Letzte Änderung: 27. Dezember 2014, 10:55:36 von Thomas Beßen »
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Empfehlungen zur Struktur und Ausstattung von Intensivstationen
« Antwort #1 am: 25. Juni 2012, 08:04:50 »
Was mir an dieser Publikation gefällt ist, dass von 30% Fachpflegekräfte gesprochen wird, siehe Seite 14.
Ich interpretiere den Text so, dass Herr Notz (der sicherlich für den Pflege-Part Verantwortung zeigen dürfte und ein ausgesiesener Fachexperte ist) davon ausgeht, dass wir auf den intensivstationen Arbeiten zu erledigen haben, für die man keine mehr als 5-jährige Aus- und Weiterbildung benötigt.
Ich sehe hier den richtigen Ansatz, dass wir auch Mitarbeiter benötigen, die geringer qualifiziert sein können.
Das hat es aber auch schon früher gegeben!

Die Diskussion "Mit dem Abi in die PFLEGE" soll doch lediglich besagen, dass für den höchstansspruchsvollen gehobenen Pflegedienst (die Formulierung habe  ich aus unserem Nachbarlan Österreich) diese Voraussetzung zu fordern ist.
Für bestimmte Tätigkeiten am Bett benötigen die Absolventen kein einser-Abi, aber sie sollten Empathie, Weitsicht und Pflichtbewusstsein mit in den Arbeitsalltag mitbringen. Persönlichkeitmerkmale die man nicht in der Schule lernt, aber für unsere Arbeit am Patientenbett unerlässlich sind, wenn der Patient und seine Angehörigen sich gut aufgehoben fühlen sollen.
Verlässlichkeit und Disziplin sind für mich Eckpfeiler bei der Ausübung der Krankenpflege - egal auf welchem Niveau.
Leider gibt es Mitstreiter in unserem Beruf die Anatomie und ... super toll beherrschen, aber ihr Einfühlungsvermögen hat noch eine große Entwicklungsmöglichkeit.
Wie nennt man das heute?
Auf der nach oben offnen Skala ist noch viel Luft.
 
Aus dem mit Sonnenstrahlen verwöhnten Pott, IKARUS

Offline IKARUS

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Re: Empfehlungen zur Struktur und Ausstattung von Intensivstationen
« Antwort #2 am: 25. Juni 2012, 08:44:08 »
Es ist spannender als ich zu erst dachte mir den Text vorzunehmen. Zum Pflegepart (Seite 14 - 18) ist zu sagen, dass die Ausführungen aus meiner Sicht richtig sind. Aber wir müßten auch einen Schritt weiterkommen, was diese Publikation nicht leisten kann. Sie kann nur Anregen!!
In den diversen Arbeitskreisen muss der Inhalte solcher guten Texte in die Diskussion gebracht werden können. Das benötigt aber auch das Zulassen von den weiteren Diskutanten [Ärzten, Bauingeneuren, Finanzgeber (Krankenkassen, Stiftungen, ...)], dass dass Thema erörtert werden kann. Oft sind auf dieser Ebene Diskussionen so, dass der Standpunkt des Praktikers weniger Gewicht haben.
Das hat Folgen!!!
Auch diese werden im Text eindruckvoll erwähnt. Es sind die Folgekosten!
Folgekosten sind Kosten für die ein Anderer in die Tasche greifen muss. Für die Erstplanung und das Auftragsvolumen eines neuen Krankenhauses geht es darum, dass das Projekt preisgünstig ist.
Wenn nachgerüstet werden muss, muss in einen anderen Finanztopf gegriffen werden.

Als junger Krankenpfleger durfte ich mal in eine Baubesprechung mitgehen und es wurde nach unserer Meinung gefragt. Ausdrücklich!! Unsere Anregungen wurden auch partiell umgesetzt, was uns stolz machte. Das habe ich aber in den mittlerweile über 30 Berufsjahren nur einmal erlebt.
Jeder Wunsch den ein Fachexperte äußert ist mit Kosten verbunden, da geht es noch nicht um den praktischen Ablauf der Station/des Krankenhauses.

Texte wie der vorliegende sind wichtig! Aber es muss uns gelingen, dass sie in den Planungsdiskussionen Einlass finden und auch eine Berücksichtigung finden. Hier ist dann Diplomatie und Verhandlungsgeschick erforderlich. Im Positiven denke ich, dass hier Pflegeprofis mit am Tisch sitzen müssen, die über vernetzes Denkvermögen, Einfühlungsvermögen in die Mitdiskutanten verfügen.

Mögen wir Mitstreiter und Vorgesetzt haben, die sich für unseren Standpunkt interessieren, damit die Folgekosten gesenkt ode rminimiert werden können.
Gruß, IKARUS