Autor Thema: Leben ohne Pulsschlag  (Gelesen 1320 mal)

Offline Thomas Beßen

  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 8.560
  • - die Menschen stärken, die Sachen klären -
    • http://www.pflegesoft.de
Leben ohne Pulsschlag
« am: 20. Juni 2011, 05:59:42 »
"Moderne Kunstherzen arbeiten inzwischen sehr zuverlässig, doch den Trägern fehlt etwas Wesentliches: der Puls ist nicht mehr fühlbar.

Nach ein paar Schritten rast das Herz, die Luft wird knapp, der Blutdruck geht in die Höhe. Irgendwann ist an alltägliche Dinge wie Treppensteigen nicht mehr zu denken. Menschen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz haben ein schweres Leben. Ihr Herz ist nicht stark genug, um ausreichend Blut in den Körperkreislauf zu pumpen.

Der Herzmuskel bemüht sich, diese Schwäche zu kompensieren und vergrößert sich. Auf Dauer entsteht so jedoch ein Teufelskreis: Je größer das Herz ist, desto mehr Kraft bedarf es, das Blut hindurch zu pumpen. Eine Herzinsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben. Oft ist sie die späte Folge einer häufig viral bedingten Herzmuskelentzündung. Häufig entsteht sie auch nach einem Herzinfarkt, bei dem Herzmuskelgewebe zugrunde geht.

Eine Zeit lang lässt sich das Geschehen medikamentös aufhalten. Heilbar ist es jedoch nicht. Irgendwann brauchen die Patienten das Herz eines Spenders. Doch gespendete Organe sind rar. „Zurzeit warten in Deutschland fast tausend unheilbare Kranke auf ein Spenderherz“, sagt Sandre Douma von der Stiftung Eurotransplant im niederländischen Leiden. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande allerdings nur 393 Herzen übertragen. Mit Hilfe von Kunstherzen lässt sich in vielen Fällen die Zeit bis zur Transplantation überbrücken.

Kunstherzen sind zumeist Pumpen, die den Kreislauf unterstützen. Sie werden im Brustraum auf das kranke Herz gesetzt. Wenn sie, wie es häufig der Fall ist, die Arbeit der linken Herzkammer unterstützen sollen, führt eine Kanüle von der linken Herzkammer zur Pumpe und eine zweite von der Pumpe zur Hauptschlagader. Auf diese Weise wird der Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt, das kranke Herz bleibt jedoch an Ort und Stelle und arbeitet nach seinen Möglichkeiten weiter.

Ein merkwürdig anmutender Nebeneffekt der Therapie ist, dass die Patienten keinen Puls haben und dass sich mit herkömmlichen Geräten auch kein Blutdruck messen lässt. ..."


Quelle & mehr: http://www.fr-online.de/wissenschaft/medizin/leben-ohne-pulsschlag/-/5024016/8566230/-/index.html

Herzliche Morgengrüße, auch nach Bad Rothenfelde!
Thomas Beßen


Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.