Autor Thema: 38 Ärzte und Pfleger in Berlin wechseln aus Protest geschlossen das Krankenhaus  (Gelesen 491 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Kollektive Kündigung am Berliner Auguste-Viktoria-Klinikum. Dort haben 38 Ärzte und Pfleger ihre Arbeitsstellen verlassen – fast eine komplette Abteilung. Der Grund: immer schlechtere Arbeitsbedingungen.
 
In einem Berliner Krankenhaus hat eine komplette Abteilung ihren Dienst quittiert. Wie Inforadio rbb exklusiv berichtete, trifft die Kündigungswelle das Auguste-Viktoria-Klinikum des Krankenhauskonzerns Vivantes im Stadtteil Schöneberg. Ein Großteil der Belegschaft des Fachbereichs für Infektiologie hatte kollektiv gekündigt und war geschlossen ans St. Joseph-Krankenhaus in Tempelhof gewechselt ..."


>>> https://www.stern.de/gesundheit/aus-protest--massenkuendigung-am-vivantes-auguste-viktoria-klinikum-9144068.html

Siehe aber auch "Kritik an Massenkündigung am Auguste-Viktoria-Klinikum" unter https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/02/reaktionen-vivantes-infektiologie-aerzte-wechseln-zum-st-joseph-albers.html

Virtuelle Grüße!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline Thomas Beßen

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Siehe auch https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109488/Vivantes-Aufsichtsratschef-bedauert-Massenabwanderung-von-Aerzten-und-Pflegekraeften - "Vivantes-Aufsichtsrats­chef bedauert Massenabwanderung von Ärzten und Pflegekräften"

Frühe Grüße!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Wenn ich das lese: "... Aufsichtsrat/Vorgesetzte bedauern ..."
Es hat für mich eine doppelte Bedeutung.
Einerseits habe ich gelernt: "Reisende sollte man nicht aufhalten!"
Anderseits wollen sich Vorgesetzte von Nochmitarbeitern nicht erpressen lassen.
Für mich sind Nachverhandlungen über geänderte Arbeitsbedingungen wichtig. Das gibt aber der Finanzrahmen kaum her. Woher soll das Geld kommen das benötigt wird, damit sich was spürbar ändert? Mir ist wohl klar, dass auch die Verwaltung nicht zaubern kann, aber, sie könnten statt den Sparzwang mitzumachen, deutlicher darauf hinweisen, dass für eine gute/bessere und menschenwürdige Versorgung mehr Geld benötigt wird.
Es geht, so denke ich, nicht immer darum, dass die am Bett Tätigen mehr Geld haben wollen, aber darum das sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Sollen denn die Mitarbeiter am Bett/auf den Stationen / in den Fachabteilungen/ in den Funktionsabteilungen verwaltungstechnische Arbeit (das Verhandeln über und mit ...) neben ihren originären Arbeiten erledigen?
Vivantes ist ein Unternehmen das Geld verdienen will.
So mancher sollte lernen, was die Praktiker seit Jahrzehnten sagen:  "Man sollte ein Krankenhaus/Altenheim nicht wie ein Wirtschaftsunternehmen führen."
Aber genau das hat sich in den Letzten Jahren mit der Hilfe vieler BWLer so entwickelt.
Ich habe nichts dagegen, wenn ich nach betriebswirtschaftlichen Regeln überprüft werde. Dann muss man mir aber auch gestatten, nach betriebswirtschaftlichen zu arbeiten. Für eine zu erbringende Leistung bekomme ich einen Zeitrahmen. Dieser wird verhandelt. Wer nun mehr möchte (Verwaltung oder Kunde!) muss seine Wünsche auch finanzieren wollen. Wer statt ein Butterbrot ein 4-Gängemenü haben möchte, muss mehr Geld auf den Tisch legen, damit sich seine Wünsche auch erfüllen können. So funktionieren Hotels, denn auch da ist der Kunde KÖNIG!!!

Aber das tun BWLer nicht!! Sie wollen auf Kosten der "Werktätigen" ihre Bilanzen verbessern, damit sie ihre Einkünfte verbessern können.
Es mag sein, dass es Krankenhaus-/Altenheimbetreiber gibt, die sich vor ihre Mitarbeiter stellen und ihnen den Rücken - für eine gute Arbeit - freihalten, aber das ist selten zu finden.  Die Meisten achten auf die Zahlen, aber kaum auf die Belange von Mitarbeiter und weitern "Kunden".
Die aktuelle Werbung eine Pflegedienstes kommt mir da in den Sinn. Die Werben damit, dass sie top Arbeitsbedingungen anbieten wollen.
Ich frage mich, woher nehmen die das Geld, oder an welcher Stelle (auf welche Kosten!) sparen die?

Mit bedauern... Bei mir regt sich der Mageninhalt!

Beste Grüße,Michael Günnewig

Offline dino

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Berlin, Rot/Rot/Grün, gehört zu den Bundesländer die ihre Bediensteten am schlechtesten entlohnt. Dies gilt auch für Beförderungen der Beamten. Hier noch einige Zusatzinfos https://www.bz-berlin.de/berlin/tempelhof-schoeneberg/so-laeuft-der-protest-exodus-der-38-aerzte-und-pfleger-aus-dem-vivantes-klinikum
https://www.morgenpost.de/bezirke/tempelhof-schoeneberg/article228455257/Auguste-Viktoria-Krankenhaus-Infektiologie-Protest-Arbeitsbedingungen-St-Joseph.html  und hier https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-kuendigungen-bei-vivantes-infektiologie-politik-diskutiert-lage-der-berliner-kliniken/25559222.html
und hier, bitte auch ein Blick in die statements werfen https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/02/vivantes-klinikum-mediziner-protest-st--joseph-krankenhaus.html
Schon unter normalen Umständen wächst ausgebildetes Pflegepersonal nicht auf Bäumen. Dies hier ist mit einem MANV gleichzusetzen.
Schade nur, das noch nichts in den Pflegegazetten zu lesen ist.

BG
dino

Offline IKARUS

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Ja Dino, da hast Du recht. Aber gibt es denn eine Pflegegazette? Ich kenne keine! Thomas spricht das ja auch oft an, dass wir überwiegend über ein Ärzteprotal informiert werden, was sich in unserer Berufsgruppe so entwickelt.
VG, Michael

Offline dino

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Ei ich meinen den Pfleger/die Schwester https://bibliomed.de/die-schwester-der-pfleger/  :-D Mir persönlich ist es egal woher ich die Infos bekomme. Aber diese Zeitung gibt doch sonst immer vor sowas wie ne Pflichtlektüre für Pflegekräfte zu sein.
Ich hoffe das die Berichterstattung über Berlin anhält. Ich fürchte aber, das dies nicht so sein wird. Es geht halt um keine Bankenrettung, und krank wird immer nur der Andere.

VG und Helau
Niemand ach und keinem weh, Fassenacht iss einfach schee.
dino

Offline IKARUS

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Ich vergaß, dass Du ja Karneval magst.
Es gibt mehrere Pflegefachzeitschrift, die den Slogan "Pflichtlektüre" auch führen.
Es gibt nur nur "Berliner-Probleme" . Man kann sie allenorts finden. Da ist es auch von zweiter Bedeutung, wer das politische Geschick führt. Auch in "schwarzen" Regionen haben Gesundheitsberufler  kein Zuckerschlecken!

VG, Michael

Offline dino

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Berlin ist aber Spitzenreiter was die Negativentwöhnung angeht. Ich lebe in Hessen und kann nicht klagen.l
Pflichtlektüre kenne ich nicht. Ich les nur den Rettungsdienst, die Rettungsbild und die Feuerwehrbild. Das langt mir.

Helau und Alaaf
dino
« Letzte Änderung: 19. Februar 2020, 16:16:09 von dino »