Autor Thema: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation  (Gelesen 496 mal)

Offline Thomas Beßen

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Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« am: 19. Juni 2019, 05:31:21 »
"In Kliniken fallen offenbar immer wieder Operationen aus, weil im Vorfeld schon klar ist, dass der Patient nach dem Eingriff nicht intensivmedizinisch versorgt werden kann – schlichtweg weil Pflegekräfte auf den Intensivstationen fehlen. ..."

>>> https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/notfallversorgung/article/990260/engpassfaktor-pflege-notruf-intensivstation.html

Guten Morgen!
Thomas Beßen

p.s.: noch drei Tage bis zur Sommersonnenwende! 8-)
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #1 am: 19. Juni 2019, 13:30:16 »
Da staune ich doch, was die Ärztezeitung schreibt!!!
Wie kann denn Pflegepersonal "intensivmedizinisch" versorgen? Ist denn für die MEDIZIN nicht der Arzt zuständig?
Ich denke, wenn Pflegepersonal etwas leistet, sollte das Pflegepersonal das auch abrechnen dürfen. Aber abrechen für erbrachte Leistungen (vom Pflegepersonal), weil das noch so im System ist, tun die ÄRZTE!!

Was ist, wenn die Ärzte fehlen? Wird da nicht "heruntergefahren" und nur das Wichtige (Notfälle! aber keine elektiven Eingriffe) erledigt?
So ist es zumindest in meiner Erfahrung!

Wenn wir Kliniken schließen würden, haben wir für die dann vorgehaltenen Betten genügend Pflegepersonal! Aber dann auch sicherlich zu viele Ärzte!!

Ich erinnere noch den Aufruf eines CA aus der Düsseldorfer UK, der geschrieben hat, "... dass das Pflegepersonal lieber arbeiten soll statt zu streiken. "
Die Ärzte verfolgen ihre Zeil nicht unsere!!!
Sommerliche Grüße aus Essen, Michael Günnewig

Offline dino

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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #2 am: 19. Juni 2019, 13:59:47 »
Jetzt sag bloß Dich stört das Wort intensivmedizinisch? Dabei hast Du doch selbst intensivmedizinisch versorgt/gearbeitet. Sobald Du ein Beatmungsgerät bedienst ist das Intensivtechnik. Letztendlich bist Du auch dafür ausgebildet.

Ich erinnere noch den Aufruf eines CA aus der Düsseldorfer UK, der geschrieben hat, "... dass das Pflegepersonal lieber arbeiten soll statt zu streiken. "
Die Ärzte verfolgen ihre Zeil nicht unsere!!!

Solange dieses Gedankengut herrscht werden wir nichts erreichen. Mir ist klar das es auch bei Ärzten noch Ewiggestrige gibt. Bei uns aber auch. Wir bilden zusammen das Behandlungsteam . Alles Andere ist Schnee von gestern. Alte Feindbilder helfen uns nicht aus der Misere raus.

VG
dino

Offline IKARUS

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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #3 am: 19. Juni 2019, 20:05:20 »
Das uns alte Feindbilder nicht weiterhelfen, sehe ich ja auch so Dino! Um ein Behandlungsteam zu bilden, müssen aber alle Beteiligte sich einbringen. Das mag bei Euch besser sein, deckt sich aber nicht mit meinen Erfahrungen.  Ich strebe auch das TEAM an!! Ich achte aber heute darauf, dass sich ALLE einbringen und nicht "nicht geliebte Arbeit" delegieren, was meiner Erfahrung nach häufiger ist, als es mir bei euch erscheint. Wenn wir ein Team bildlen und alle sich einbringe , werden die Belastungen für alle leichter.
Also! Ich pflege keine Feindbilder!
Zu der "Intensivmedizin: ja ich habe auch vor 30 Jahren Tätigkeiten durchgeführt, die nicht originär zu den pflegerischen Aufgaben gehört haben.  Zum Beispiel das Messen des HZV und ...
Einmal hatte ich ein OÄ, die gefordert und vor allem auch geliefert hat. Da hat das Miteinander so funktioniert, wie ich es oft von dir hier, mit Vergnügen lesen.

Regnerische Grüße aus Essen; Michael

Offline dino

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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #4 am: 20. Juni 2019, 05:35:24 »
Ausgewogenheit ist nicht Gottgegeben. Sie muss man erkämpfen und darauf achten, dass sie erhalten bleibt. Also stetige Kommunikation. Und zum Delegieren gehören doch auch immer 2. Da sagt man halt mal nö.

VG
dino

Offline IKARUS

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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #5 am: 20. Juni 2019, 06:16:02 »
Wenn´s so einfach wäre NÖ zu sagen Dino!! Das schreibt sich leichter, als es sich umsetzen lässt. Als Mitarbeiter benötigt man Koalitionäre, damit einem keiner in dern Rücken fällt.
Es interessiert mich auch weniger dafür, ob und was gottgegeben ist. Da pack ich lieber selber an statt zu fordern.
Grüße aus Essen, Michael

Offline dino

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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #6 am: 20. Juni 2019, 07:02:04 »
Wer sagt, dass unser Job einfach ist? Wir machen ihn aber freiwillig, keiner prügelt uns dzu :-D Und wenn ich Nö sag heißt das auch nö.
Koordination, Kommunikation und Konfrontation (positive wie weniger positive). Wer selber ohne Absprache anpackt, kommt schnell in den Ruf eines Rambos. Es geht nicht nur ums fordern, sondern Absprachen. Gibt's neue Ideen, vorstellen. Dann ausprobieren. Dann, wenn zweckmäßig, festschreiben.

VG
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Offline IKARUS

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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #7 am: 20. Juni 2019, 07:58:07 »
Dino! Das liest sich für mich immer so, dass Alles mit Gesprächen gelöst werden kann. Ist das bei EUCH so? Gibt es da keinen der "rumzickt? Gibt es bei Euch nur Menschen die Absprachen treffen und einhalten? Das kenne ich anders!! Ich habe nur wenige Menschen Kennenlernen dürfen/müssen, die sich an Absprachen gehalten haben. Eine herausragende Person war ein PDL!!  Teile von ihrem Vorleben, habe ich bis heute übernommen.

So wie Du es schreibst: Absprachen treffen und sich daran halten und wenn es Änderungen geben muss, erneut miteinander reden!! 

Sehe ich doch auch so!!

Grüße aus dem Pott, Michael

Offline dino

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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #8 am: 20. Juni 2019, 09:13:57 »
Nichts Anderes schrieb ich. :-D Zickenkrieg kenn ich zur Genüge :-D Deshalb die 3 großen K
Kommunikation
Koordination
Konfrontation


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Re: Engpassfaktor Pflege - Notruf von der Intensivstation
« Antwort #9 am: 27. Juni 2019, 01:04:45 »
Passt zum Thema  https://www.n-tv.de/politik/Immer-mehr-Pfleger-werden-krank-article21108711.html  .

Laut Studie fallen Kranken und Altenpflegekräfte pro Jahr rund 23 Arbeitstage aus gesundheitlichen Gründen aus. Damit melden sich die Pflegekräfte acht Tage länger krank als der bundesdeutsche Durchschnitt aller Beschäftigten
So steht es im Artikel. Da stellt sich mir doch die Frage ob ich vielleicht nicht normal bin. Letztes Jahr war ich grade 2 Tage Krank, vorletztes 8 und davor das Jahr 0 Tage. Von Depressionen bin ich auch meilenweit entfernt. Ok, meine Schulter ist im Ar... . Und manchmal meldet sich der Ischias. Aber das Leben macht noch Spass, trotz Job im Krankenhaus. Liegt vielleicht auch daran, dass viele Artikel einfach dem Mainstream geschuldet sind. Oder das Pflegekräfte einen guten altruistischen Eigenanteil besitzen. Dazu kommen unerfüllbare eigene Anforderungen, wie der Job laufen soll. Viele vergessen auch den Rahmen zu sehen, in dem ihre Arbeit stattfindet. Und dazu kommt noch der Anteil Pflegekräfte, die einfach eine seelische Erkrankung bekommen. Denn auch sie sind nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Dazu sollte es einmal wissenschaftliche Studien geben.

VG
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