Autor Thema: Rollentausch: plötzlich Patient  (Gelesen 145 mal)

Offline Thomas Beßen

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Rollentausch: plötzlich Patient
« am: 31. Oktober 2018, 06:39:52 »
"Ralph Schneller ist seit 41 Jahren Krankenpfleger. Ihn kann so schnell nichts umhauen. Erst ein Unfall bringt ihn aus dem Gleichgewicht – zeigt ihm aber auch, worauf es ankommt. Ein Erfahrungsbericht. ..."

>>> https://www.thieme.de/statics/dokumente/thieme/final/de/dokumente/tw_pflege/CNEmagazin_5_2016_Rollentausch.pdf

Guten Morgen!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Rollentausch: plötzlich Patient
« Antwort #1 am: 31. Oktober 2018, 08:12:44 »
Auch wenn ich keinen Unfall bisher hatte, ist der Artikel sehr lesenswert und für unsere Schüler und vor allem für "erfahrene" Kollegen hilfreich. Zeigt er doch, dass auch unter großem Stress ein hohes Maß an Menschlichkeit möglich und umsetzbar ist. Ich denke aber auch, dass ich nicht in jedem Fall Patient sein muss, um Empathie zu entwickeln. Mitgefühl ist ja was anderes als Mitleid. Letzteres gehört in die Familie! Aber das Mitgefühl lässt sich erlernen, pflegen und ausbauen. Am Besten lernen das Schüler von Vorbildern in der Praxis. Einige im Arbeitsfeld der Gesundheit und Krankheit denken (oder werden so erzogen!), dass es überwiegend um Technisches geht. Dem ist nicht so! Auch in der Chirurgie geht es um Menschen. Menschen mit Erkrankungen, Behinderungen und Bedürfnissen. Es kann aber auch so sein, dass Mitarbeiter, die mal Patient war, ihre Erfahrungen schnell verblassen lassen, weil das Umfeld ein höheres Maß an Einfühlungsvermögen nur schwer tolerieren. Es lohnt aber, sich für mehr Mitmenschlichkeit für hilfebedürftige Menschen einzusetzen. BWLer mögen denken, die Zeit kostet doch nur. Ich denke jedoch, dass eine so investierte Zeit zu einem späteren Zeitpunkt Früchte tragen werden, von denen ein BWLer keinen blassen Schlimmer hat. Erst wenn er Patient ist, könnte sich was ändern. Nun ist aber hier meine Erfahrung, dass diese Erfahrungen nur kurzlebig sind.  So wie nach  einem Autounfall. Nach dem Unfall fährt man sehr vorsichtig und nach einer Zeit X flitzt man wieder um die Ecken und scheint Vieles vergessen zu haben.
Manchmal ist der Mensch halt sehr vergesslich.
Möge der Aufsatz eine Verbreitung finden und sich in den Köpfen und Herzen der Pflegenden breit machen.
Beste Grüße, Michael Günnewig