Autor Thema: Altenpflege als Verliererin der Reform - meint auch ver.di  (Gelesen 1608 mal)

Offline Thomas Beßen

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"ver.di kritisiert die geplante Abwertung der Altenpflege in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe. In zentralen Punkten muss nachgebessert werden.

Am 13. Juni 2018 hat das Bundeskabinett die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe, die die weitere inhaltliche Ausgestaltung der neuen Ausbildungen regeln soll, zur Kenntnis genommen. Jetzt steht die Beratung im Bundestag an, am 25. Juni findet dazu eine Anhörung im Gesundheitsausschuss statt. ver.di sieht neben einigen positiven Aspekten weiterhin grundlegenden Nachbesserungsbedarf.

Zu befürchten ist, dass die Altenpflege die große Verliererin der Reform ist. Die im Vergleich zum Referentenentwurf vorgenommenen Änderungen in Anlage 4 zielen auf ein Absenken des Ausbildungsniveaus. Es macht zwar einen Unterschied, ein Kleinkind oder einen älteren Menschen zu pflegen, aber am erforderlichen Qualifikationsniveau der Profession ändert dies nichts. Aufgrund der gestiegenen Anforderungen braucht es eine qualitativ hochwertige Ausbildung mit attraktiven Bedingungen. Professionelle Pflege ist mehr als ein großes Herz und Engagement. Die Ausbildung in der Altenpflege muss den anspruchsvollen Anforderungen an die pflegerische Versorgung gerecht werden. Es geht um eine menschenwürdige Pflege in der letzten Phase des Lebens. Dafür braucht es adäquat qualifiziertes Personal. Ziel aller Beteiligten muss sein, die Auszubildenden zu unterstützen, die dreijährige Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Mit der geplanten Ausgestaltung wird die Chance verpasst, die Altenpflege aufzuwerten und im Rahmen des Pflegeberufegesetzes gleichwertige Berufsabschlüsse auf den Weg zu bringen. Statt die überfällige Aufwertung der Altenpflege zu organisieren und mit attraktiven Bedingungen für ausreichend Fachkräfte zu werben, wird – wie auch bei der Zwischenprüfung – den Interessen der kommerziellen Pflegekonzerne entsprochen, die Altenpflege so billig wie möglich zu halten, um die Gewinne zu maximieren. ..."


>>> https://gesundheit-soziales.verdi.de bzw. https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/reform-der-pflegeausbildung/++co++bbcd37bc-7573-11e8-9378-52540066e5a9

Freundliche Grüße!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline dino

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Re: Altenpflege als Verliererin der Reform - meint auch ver.di
« Antwort #1 am: 22. Juni 2018, 17:33:01 »
Da Haben Verdi und Du im Prinzip Recht, mit Ausnahmen. Wir haben sehr viele Migranten ohne Papiere. Viele werden mindestens einen mittleren bis höheren Bildungsabschluss besitzen. Von daher begrüße ich die hessische Initiarive. Dies wird eine Entlastung bringen.
Das Andere ist leider nicht so positiv. Private Heimträger wollen sparen. Je weniger Qualifikation, umso höher die Gewinnmaximierung. Dazu kommt, dass eben Ungelernte über Arbeitsämter, nach dem Motto: Pflegen kann jeder, mit einer Schmalspurausbildung auf die Menschheit losgelassen wird. Der Arbeitnehmer verdient etwas und ist von der Arbeitslosenstatistik weg, der Arbeitgeber hat durch geringere Lohnkosten mehr Gewinn. Da sich in der Regel Kliniken aus guten Grund an einer solchen Art von "Ausbildung" nicht beteiligen suchen und finden die Arbeitsämter nach anderen Lösungen. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar (bitte nicht verwechseln mit optimaler Lösung) das die Altenpflege diesen Weg favorisiert, leider.
VG
dino