Autor Thema: Pflegende Angehörige: 40 Prozent handeln gewaltsam  (Gelesen 1710 mal)

Offline Thomas Beßen

  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 9.033
  • - die Menschen stärken, die Sachen klären -
    • http://www.pflegesoft.de
Pflegende Angehörige: 40 Prozent handeln gewaltsam
« am: 19. Juni 2018, 05:41:03 »
"Eine neue Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP*) zeigt, dass pflegende Angehörige dringend mehr Unterstützung brauchen, um gefährliche Krisen zu vermeiden. Denn 40 Prozent von deutschlandweit rund 1.000 befragten pflegenden Angehörigen zwischen 40 und 85 Jahren gaben an, selbst schon gewaltsam gegenüber dem Pflegebedürftigen gehandelt zu haben. ..."

>>> https://www.bibliomed-pflege.de/alle-news/detailansicht/35589-pflegende-angehoerige-40-prozent-handeln-gewaltsam/

Morgengrüße!
Thomas Beßen

* https://www.zqp.de
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline dino

  • SchülerInnen & DozentInnen Vitos Hochtaunus u. Rheingau
  • *
  • Beiträge: 4.512
  • In der Ruhe liegt die Kraft
Re: Pflegende Angehörige: 40 Prozent handeln gewaltsam
« Antwort #1 am: 21. Juni 2018, 00:00:04 »
Das sich ein Angehöriger der pflegt Alleine gelassen vorkommt ist nachvollziehbar. Dies kenne ich aus eigener Erfahrung. Meine Mutter hatte Mama CA. Nach der OP ging erst alles gut. Sie ging regelmäßig zu den Kontrollterminen. Irgendwann trat dann das Befürchtete ein. Es gab Neubildungen. Der Krebs hatte gestreut. Also wieder Klinik. Meine Mutter war eine Kämpferin, aber die Erkrankung war progressiv. Der Klinikaufenthalt war natürlich nur begrenzt. Wir sind 3 Söhne. Aber Platz hatte nur ich. So kam ich auf den Gedanken, meine Mutter bei uns aufzunehmen. Das ging schief. Sie exikierte zusehends. Dazu 3 Kinder, das Jüngste noch im Kindergarten. Dazu kamen Verwirrtheitszustände. Meine Mutter trank aber nicht. Dazu kamen dann tolle Ratschläge, wie: Leg ihr doch einen Zugang. Klar, nur war sie eben auch bewegungsumtriebig. Der Rest der Family hatte grundsätzlich auch keine Zeit uns zu unterstützen. Also wieder in die Klinik. Dort kamen dann auch gute Ratschläge, nur Arbeiten, Familie, kranke Mutter, und der Tag hat nur 24 Std. Nach der Klinik ging es zur Kurzzeitpflege nach Frankfurt. Ich versuchte täglich meine Mutter zu besuchen. Von der Kurzzeitpflege bekam ich dann den eigentlich "besten" Rat. Holen sie ihre Mutter in ihre Wohnung, machen sie krank, und pflegen sie ihre Mutter bis sie stirbt. Also ich sollte bei meiner Mutter einziehen, meine Familie letztendlich vernachlässigen, denn meine damalige Frau war auch berufstätig, die Kids mußten in Kita und Schule und letztendlich auf unbestimmte Zeit einen Gelben holen. Ein absolut schwachsinniger Vorschlag. Ich bezog daraufhin meine Brüder in die Entscheidungsfindung mit ein und wir/ich kümmerten uns um eine Perspektive. Diese bestand in einem kleinen Hospiz im Taunus. Ich kann also nachvollziehen wenn sich pflegende Angehörige hilflos und überfordert fühlen.
VG
dino