Autor Thema: Wundheilung durch Fischhaut bei Brandverletzungen  (Gelesen 88 mal)

Offline dino

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Offline IKARUS

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Re: Wundheilung durch Fischhaut bei Brandverletzungen
« Antwort #1 am: 05. Juli 2017, 21:31:51 »
Es kann ja ein neuer Weg sein, aber es muss klar sein, dass das nur ein temporärer Schutz vor Infektionen sein wird, so wie vor Jahrzehnten es mit der Schweinehaut vorgenommen wurde. Bei großflächigen Brandwunden müssen die Nekrosen zügig entfernt werden, will man keine gravierende Infektion provozieren, die allerdings dennoch sich aus unterschiedlichen Gründen sich entwickeln kann. Nach der Nekrektomie wurde zum Wundverschluss, weil noch nicht genügend Eigenhaut zur Verfügung stand, Schweinehaut verwendet. Dieser Wundschutz muss wieder bei Zeiten entfernt werden und durch Eigenhaut ersetzt werden. Um mit wenig Eigenhaut dennoch ein größeres Areal zu bedecken, kann man aus den Eigenhauttransplantaten sogenannte MESHGRAFT´s herstellen. Dieses Eigenhautransplantat kann dann in einem Verhältnis von 1.5 : 1 bis hin zu 6:1 verarbeitet werden. Bei einem Vergrößerungsverhältnis von 6:1  sind die Hautbrücke so dünn, dass ein Wundverschluss auch sehr viel Zeit benötig, bis das Areal als hygienisch abgeheilt angesehen werden kann. Das Transplantat ist jedoch noch nicht belastbar. Bei einer Vergrößerung von 1,5 : 1 ist der Wundverschluss nach etwa 4 Tagen erreicht und das Areal ist nach einer Woche belastbar. Nur die Eigenhaut des Patienten ist als dauerhaften Wundverschluss möglich. Alles andere kann nur als temporärer Wundverschluss angesehen werden. Es gibt ja auch Schaumstoffauflagen die die Wunde abdecken und das Wundsekret aufsaugen soll. Die Pflege der Brandwunde ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe! Aber auch viele andere pflegerische Aufgabe müssen von Experten abgearbeitet werden, da will ich die BV nicht auf eine höhere Stufe stellen.
Könnte ich so manches an herausfordernden Situationen wegfiltern, würde ich die Arbeit am Brandverletzten wieder aufnehmen wollen. Aber da das Selektieren nicht geht, bleibe ich auf meinem heutigen Weg und gebe mein Fachwissen nur theoretische weiter.
Arbeiten aus meiner Feder habe ich ja bereits hier im Forum hinterlegt. 

Es gab mal eine Zeit (1990er Jahre) da glaubte man, man könnte die Haut züchten. Das ist zwar gelungen, was die Züchtung angeht, aber es gab dann mehr Probleme als wir zuvor hatten. Eine Lösung muss sich am Bett oder auf der Wunde über Jahre bewähren, oder sie versinken, wie so vieles, wieder in der Versenkung. Mit der Erfahrung von Jahrzehnten kann man dann sagen: "das hatten wir schon mal!" Das muss ja nicht bedeuten, dass man es nicht  erneut versuchen kann. Es kann ja sein, das sich Kleinigkeiten ergeben, die einen erneuten Versuch rechtfertigen.
Mal sehen was aus der Idee mit der Fischhaut wird.    Nicht das die Patienten dann Schuppen bekommen!! [/color]
Spannenden Grüße, IKARUS