Autor Thema: Drei neue Professorinnen für UW/H  (Gelesen 1223 mal)

Offline IKARUS

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Drei neue Professorinnen für UW/H
« am: 18. Januar 2017, 16:30:23 »
ist am 18. Januar 2017 auf https://www.station24.de/news/-/content/detail/23068438 nachzulesen.

Somit wird immer deutlicher, dass Pflege erforscht, was PFLEGE ausmacht und wie sie mit anderen Berufsgruppen im Gesundheitssystem zusammenarbeitet.

Spannende Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #1 am: 19. Januar 2017, 16:34:40 »
Das macht nur Eines deutlich, dass die Schere zwischen der Realität und dem individuellen Wunsch mehr zu sein immer größer wird. Wir brauchen keine Titel, sondern mehr Personal vor Ort im Dreischichtsystem was die Arbeit macht.
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dino

Offline IKARUS

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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #2 am: 19. Januar 2017, 23:10:50 »
Das Eine muss das Andere nicht ausschließen!
Eine Profession formiert sich ja aus PROFIS! Für mich ist das kein Widerspruch.
Wir benötigen Praktiker und Fachmenschen die das erklären was PFLEGE ist, ausmacht und ist und wie sie sein sollte.
Praktiker benötigen auch Theorien als Handlungsleitung.
Was macht den den Unterschied zwischen den Schülern aus den 60er Jahren und den heutigen. Die heutigen können ihr Tun begründen.
Das war zu meiner Lehrzeit kein Thema in unserer Ausbildung. Auf die heutigen Schüler  (die der Gesundheits- und Krankenpflege) können wir sehr stolz sein, weil sie eine Begründungskompetenz erwerben, wovon die "Alten" kaum zu träumen wagen konnten. Wir haben gelernt "zu machen" nicht/kaum zu hinterfragen.
Wir sollten Bewährtes erhalten und Aktuelles hinterfragen. Mit einer begründeten Kompetenz (Theorie!) können wir unsere Profession weiterbringen.

Beste Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #3 am: 20. Januar 2017, 14:32:31 »
Und WAS genau bringt uns DAS vor Ort?? Was hab ich davon? Was hat ein Team davon? Gibt es mehr Personal? Ich mache den Job nicht damit irgendwelche Leute ihre "Profession" erreichen. Du kommst aus dem Pott, gibt es dort Steiger mit Hochschulabschluss?  :-D
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dino

Offline IKARUS

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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #4 am: 21. Januar 2017, 12:47:59 »
Nun weiß ich nicht, ob in deiner/eurer Region Bergbau betrieben wird. Hier im Pott gibt es den Steinkohlebergbau [das Schwarze Gold]. In anderen Regionen wir Salz [das Weiße Gold] abgebaut. In widerum andren Regionen Metalle und andere Steinarten. Bergbau ist sehr vielschichtig. So wie die PFLEGE!!!
Ein Steiger ist kein Hauer, der die Kohle mit seinem Werkzeug abbaut. Er hat die Aufsicht, wegen seiner Qualifikation, über mehrere Mitarbeiter vor Ort. Er hat von dem was die Hauer und Elektriker vor Ort tun eine Menge Ahnung ohne das er die Schüppe, den Schlegel oder den Schrauebndreher in die Hand nehmen soll/muss. Es ist nicht seine Aufgabe. Er hat kontrollierende und wegweisende Aufgaben. Seine Kumpels zu führen, zu leiten oder gar zu disziplinieren, wenn sie es wünschen.
Siehe zu den Aufgaben und zum Anforderungsprofil eines Steiger doch bitte:https://de.wikipedia.org/wiki/Steiger_(Bergbau)
Auf die Pflege übertragen denke ich, dass nicht jede Pflegekraft vor Ort ihr Tun begründen oder gar zielgerichtet steuern kann. 
Hier setzt der Gedanke für mich an, dass wir in unserer Berufsgruppe befähigte Fachpersonen heranbilden müssen, damit unsere Berufsgruppe eigenverantwortlich handeln kann. Es geht ja nicht gegen ANDERE aber für mich um die selbständige Eigenverantwortung. PFLEGE kann was PFLEGE sagt und nicht was andere Professionen [z.B. Medizin, Geisteswissenschaften, ...] uns "sagen". WIR nehmen andere Wissensschaften als Bezugswissenschaften um unser Tun heran. Sie dürfen gerne unser Tun nutzen, um sich weiterzubringen.  Das halte ich für legitim!
Vor meiner Ausbildung zum Krankenpfleger habe ich eine Lehre zum Möbeltischler absolviert. Für dieses Handwerk gibt es unteranderem eine Hochschule (http://www.schreiner.de/meinschreiner/;http://www.schreiner.de/beruf-schreiner/ausbildung-technischer-produktdesigner/). Hier können sich die unterschiedlichen Gewerke aus der Holzverarbeitung weiterbilden. Das Gleiche gilt für andere handwerkliche Berufe. Das ist dem gemeinen Schreiner (wie mein Vater) nicht bekannt.
Der wusste ALLES, der konnte ALLES, ... Er konnte aber kaum begründen, warum er etwas tat. So wie meine ersten Ausbilder. Da hieß es oft: "mach es so wie ich es sage!"  Es ist ja auch oft gutgegangen! Ich habe ja gar nicht gegen tradiertes Wissen. Aber so manche Alte Zöpfe gehören abgeschnitten, wenn bessere Erkenntnisse (aus der PFLEGE kommend!!) vorliegen.

Gerne würde ich nun das Steigerlied intonieren, aber höre selber:  https://www.youtube.com/watch?v=RjZQRbN0mHQ .
Es gibt unzählige Varianten dieses "Volksliedes" Hier die Schalker-Version.  Viel Vergnügen beim Hören!!

Beste Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #5 am: 22. Januar 2017, 00:21:09 »
Ich weiß, welche Stellung ein Hauer inne hat, deshalb meine Analogie. Wir haben schon Hauer in unserer Berufsgruppe, sie nennen sich Stationsleitung. Und es gibt auch Fachpflegekräfte, auch die wissen net nur was sie tun, sie können es auch begründen.

Auf die Pflege übertragen denke ich, dass nicht jede Pflegekraft vor Ort ihr Tun begründen oder gar zielgerichtet steuern kann. 
Hier setzt der Gedanke für mich an, dass wir in unserer Berufsgruppe befähigte Fachpersonen heranbilden müssen, damit unsere Berufsgruppe eigenverantwortlich handeln kann. Es geht ja nicht gegen ANDERE aber für mich um die selbständige Eigenverantwortung

Also hiermit widersprichst Du Dir gleich mehrmals. Nur weil Einer stukadiert hat heißt das doch noch lange net das er es auch umsetzen kann.

Es geht ja nicht gegen ANDERE aber für mich um die selbständige Eigenverantwortung. PFLEGE kann was PFLEGE sagt und nicht was andere Professionen [z.B. Medizin, Geisteswissenschaften, ...] uns "sagen". WIR nehmen andere Wissensschaften als Bezugswissenschaften um unser Tun heran. Sie dürfen gerne unser Tun nutzen, um sich weiterzubringen.
Das ist Berufspolitik pur. Du nimmst unsern Job zu wichtig. Im Mittelpunkt steht der kranke Mensch, unser Job ist es, zusammen mit den anderen Berufsgruppen, versuchen ihm zu helfen. Ein Job im Gesundheitswesen bedeutet immer das man  ein Mosaikstein im Gesamtbild darstellt. Gerade Dein letzter Satz mit dem weiterbringen ist äußerst starker Tobak. Sowas hat rein garnüschte in einem multiprofessionellen Team zu suchen. Denn einer Top MTA kann es schlichtweg egal sein wie "die Pflege" arbeitet. Ich kann auch nicht erkennen was ein Anästhist von "der Pflege" lernen könnte. Außer vielleicht das man ein schwieriges
 can not intubate, can not ventilate
nicht löst sondern so lange Theorien anstellt bis der Pat. ex ist und nan dann beruhigt zur Versorgung des Verstorbenen übergehen kann. Dies hab ich jetzt dezent ironisch geschrieben. Aber wir dürfen auch nicht der Versuchung erliegen uns als den Nabel der Welt, sprich zu wichtig, zu nehmen.
VG
dino

Offline IKARUS

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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #6 am: 22. Januar 2017, 12:49:37 »
Wenn Du den Hauer und die Stationsleitung auf eine hierarchische Stufe stellst Dino, dann irrst Du. Der "Hauer" wäre mit dem Personal am Bett vergleichbar. Die Stationsleitung käme dem Steiger nahe. Es gibt ja auch in dem Berufsbild des Steigers unterschiedliche Ränge. Das käme dann dem Personal über der SL gleich. Aus den UK´s kennen ich "über" den SL´s noch Bereichs- und Klinik-PDL´s.
Besser wäre aber ein miteinander und nicht wir hier oben und ihr da unten!   Darüber stünde dann die Generaloberin (PDL).
Ich mache Fachwissen nicht an Ausbildungen fest. Hier hast Du ja partiell recht! Nicht alle Hochschulaspiranten können ihr Tun erklären und begründen. Das kennen andere Professionen auch.  Da sollten wir wachsam sein!
Es ist doch unbenommen, dass wir ein Teil des Ganzen sind und nicht der Nabel der Welt. Das nehemen nach meiner Erfahrung gerne andere Weißkittel für sich in Anspruch. Wenn das bei Euch partizipativer ist, mag ich das gerne glauben. Da unterscheiden sich ja eventuelle die Charaktere in der Somatik und in deinem Arbeitsumfeld. Es gibt ja gute Gründe, weshalb die Eine diesen und der Andere jenen Bereich für sich auswählt.

Andere Frage: wo liegt für dich der Unterschied zwischen ERNSTNEHMEN und sich Wichtig nehmen?

Wenn ich mich und meine Aufgabe nicht ernst nehme, dann bleibe ich Mittelmaß! Wer´s will!!
Wenn ich mich ständig in den Mittelpunkt rücke, könnte es ja eine Form des Narzismus sein. Aber hier habe ich zu wenig Kenntnisse, um mich auf das Feld von medizinischen Diagnosen zu wagen.

Pflege soll erklären was PFLEGE ist und nicht was Mediziner oder BWLer als Pflege vorgeben sein zu sollen.

Die Personalnot hat nichts mit einer Akademisierung einer Berufsgruppe zu tun.
Auch handwerkliche Berufe haben sei Urzeiten ihre akademischen Zweige innerhalb ihrer Profession. Es wird doch kaum ein Autoschrauber oder Schreiner etwas fundamental Neues entwickeln und marktreif machen können. Das mit einer guten Idee und einer möglichen Marktreife habe ich zweimal erlebt.  Einmal als Schreinerlehrling, das andere mal in der Pflege. Da ging es um ein neues Behandlungsbett für die Intensivpflege. Es ging um die Verlängerung des Oberkörperteils des Bettes, damit die Wirbelsäule nicht einknickt und der Rippenbogen in den Bauchraum drück und somit die Atmung erschwert. Heute ist diese Konstruktion der Krankenhausbetten fast von allen Herstellern übernommen worden.
Was einige in der PFLEGE noch lernen müssen, ist der Aufbau von Koalitionen, damit Ziele überhaupt erreicht werden können.

Sonnige aber kalte Grüße aus dem Ruhrpott, IKARUS

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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #7 am: 22. Januar 2017, 15:08:14 »
Hi, nö, ich wollt eigentlich Steiger schreiben und hab Hauer reingetan :?
Eine SL hat heute Managementfunktionen, dazu gehören auch Absprachen mit komplementären Einrichtungen (also über den Horizont der eigenen Klinik hinaus). Es ging mir bei der Analogie nur um etwas vergleichbares aus einem praktischen Beruf.

Das nehmen nach meiner Erfahrung gerne andere Weißkittel für sich in Anspruch.
In der Mehrzahl werden sie doch dann von einer gewissen "Pflege" auch in diese Rolle gestellt/gedrängt.

Es wird doch kaum ein Autoschrauber oder Schreiner etwas fundamental Neues entwickeln und marktreif machen können
Wy not? Da man eine Hauptaufgabe hat wird eine, wie auch immer geartete Neuentwicklung, nebenher erfolgen. Wenn mich nicht Alles täuscht wurde der Schiffsantrieb durch Schrauben durch einen österreichischen Förster erfunden. Und es muss net immer gleich was Fundamentales sein, Kleinigkeiten die einem die Arbeit erleichtern halte ich für wichtiger. Und bei sowas spielt nicht nur das Fachwissen, sondern die Motivation etwas Neues zu Probieren eine genau so große Rolle.

Nicht alle Hochschulaspiranten können ihr Tun erklären und begründen. Das kennen andere Professionen auch.  Da sollten wir wachsam sein!
Eine 3-jährige GKP kann auch ihre Arbeit erklären, und eine GKP mit Zusatzausbildung allemal. Warum sollten wir wachsam sein, und wegen wem?

Wenn ich mich und meine Aufgabe nicht ernst nehme, dann bleibe ich Mittelmaß! Wer´s will!!
Wenn ich mich ständig in den Mittelpunkt rücke, könnte es ja eine Form des Narzismus sein. Aber hier habe ich zu wenig Kenntnisse, um mich auf das Feld von medizinischen Diagnosen zu wagen
Du bist lange genug im Geschäft um zu wissen was ich meine :-D

Die Personalnot hat nichts mit einer Akademisierung einer Berufsgruppe zu tun
Das hab ich auch nicht behauptet. Aber für Einige wertet ein Studium doch die individuelle Wichtigkeit auf ohne das sonst jemand was davon hat. Ist von mir aus auch ok, nur sollte man dann sowas nicht als tolle Sache der Berufsgruppe verkaufen.

Meiner Meinung nach muss man Prioritäten setzen. Wir kennen dies (oder sollten es kennen) von den Algorithmen oder der Triage. Es bringt nix sich zu verztteln. Und unser größtes Problem in Deutschland ist die Besetzung der Stationen, hier fehlt Personal. Dies muss! angepackt werden, danach kann man sich gerne um andere Sachen kümmern.
Sonnige Grüße aus dem Taunus
dino


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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #8 am: 23. Januar 2017, 10:34:35 »
Sicherlich benötigen wir Personal auf den Stationen, in den Ambulanzen und an weiteren Stellen. Um diese zu bekommen, benötigen wir Menschen die verhandeln und argumentieren können. Ich meine hier verhandeln mit akademisiert ausgebildetes Personal. Oft sind diese auch lebenserfahrener als unsere jungen Kollegen.
Das erwartest Du von jeder dreijährigen GKP?
Was das Setzen der Prioritäten angeht, sehe ich es ähnlich. Man muss das aber auch können und durchsetzen können. 
VG; IKARUS

Offline dino

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Re: Drei neue Professorinnen für UW/H
« Antwort #9 am: 23. Januar 2017, 13:50:06 »
Moin,

dass nicht jede Pflegekraft vor Ort ihr Tun begründen oder gar zielgerichtet steuern kann. 
war Deine Aussage, nun :
benötigen wir Menschen die verhandeln und argumentieren können. Ich meine hier verhandeln mit akademisiert ausgebildetes Personal. Oft sind diese auch lebenserfahrener als unsere jungen Kollegen.
ist eine komplett andere Baustelle. Jeder auf seiner Ebene der Verantwortung muss wissen was er tut, und auch begründen können. Es ist schlichtweg nicht Aufgabe einer GKP mit den Kostenträgern zu verhandeln, aber auch das weißt Du. Oder möchtest Du unterstellen, dass nicht akademisierte Mitarbeiter nur suboptimal (also zu dämlich sind) erfolgreich zu verhandeln verstehen?
VG
dino