Autor Thema: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger  (Gelesen 2617 mal)

Offline IKARUS

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meldet heute am 22. August 2016   https://www.station24.de/news/-/content/detail/20843386

Wird das dann wohl eine weitere Qualifikation für die Pflegeberufe sein, so wie die Fachkrakenpflege für den Operationsdienst, Endoskope, Anästhesie und Intensivpflege, ... ?

Soweit mir bekannt, kann ja ein Absolvent ohne Pflegevorbildung sich zum Rettungsassitenten oder Rettungssanitäter ausbilden lassen. Diese so ausgebildeten können ähnlich wie der OTA und ATA später nicht für den allgemeinen Pflegedienst rekrutieren lassen. 

Mal sehen, was die an der Charité für eine Ausbildung auf die Beine stellen wird.
Die Ausbildungszeit beträgt 780 Stunden Theorie und 800 Stunden berufspraktischen Anteilen.

Beste Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #1 am: 22. August 2016, 21:32:53 »
In Notfallsituationen benötigt man mitdenkende Kräfte, der allgemeine Pflegedienst in Allgemeinkrankenhäusern erschöpft sich oftmals in Arbeitsameisen, die sollen nicht denken, sondern malochen. RS ist und war nie ein Beruf, der RA stirbt mit dem Inkrafttreten des NFS- Gesetz aus.
VG
dino

Offline IKARUS

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #2 am: 23. August 2016, 12:58:49 »
Ich stimme dir zu Dino, dass wir mitdenkende Menschen benötigen, egal ob in der Rettung oder in anderen Bereichen der Klinik, oder auf dem Lande. Mein Gedanke zur Einführung der neuen Ausbildung für werdende Fachpflegekräfte, war nicht gegen diese Ausbildung ausgerichtet.
Vor sehr vielen Jahren bin ich mal gefragt worden, ob wir Fachpflegekräfte benötigen für den Einsatz in der Versorgung von Schwerbrandverletzten. Das fand und finde ich für überzogen. Ich denke, wir benötigen nicht für jeden Bereich in der PFLEGE/MEDIZIN eine spezialisierte Ausbildung. Das sehe ich wohl anders für die Fachpflege NOTFALLPFLEGE. Schon alleine weil es mehr Notfälle gibt als Schwerbrandverletzte.

Wenn ich den Gedanken weiterentwickle, dann auf der Grundlage, was aus unserer Ausbildung werden soll. Die GENERALISTIK
Eine allgemein gut fundierte Grundausbildung (Pflegefachfrau /-mann) mit späterer Qualifizierung (Kardiologie, Chirurgie, Intensivpflege, Pädiatrie, Psychiatrie [eventuell Gerontopsychiatrie], ... ) für die entsprechenden Fachabteilungen ist sinnvoll. Wie ausgedehnt wird sicherlich der Markt fordern und ggf. regulieren.

Was die Medizin angeht kenne ich das zwei Fachabteilugnen in einer Klinik vorgehalten werden = Fackklinik für den vorderen und den hinteren Anteil des Auges.
Ob und wo sich die PFLEGE so entsprechend qualifizieren muss, wird die Zeit zeigen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es Fachpflegekräfte geben kann, die sich mit den Körperbildstörungen (PD 0118 NANDA) auseinandersetzen. Das auch neben anderen beruflichen Professionen. Blickt doch jede Profession auf den Patienten/Menschen mit seinem fachlichen Auge auf ihn.

Sonnige Grüße aus dem Ruhrgebiet, IAKRUS

Offline dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #3 am: 23. August 2016, 15:38:30 »
Umgekehrt wird auch ein Schuh draus http://www.skverlag.de/rettungsdienst/meldung/newsartikel/notfallsanitaeter-ausbildung-kann-in-niedersachsen-verkuerzt-werden.html
Wer weiß was in Berlin wirklich abgeht, vielleicht machen die was ähnliches und kommunizieren halt Blech.
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dino

Offline IKARUS

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #4 am: 23. August 2016, 21:04:43 »
Dino, kläre doch bitte eine Laien auf!!!
Ich habe folgendes Verständnis. Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Notfallsanitäteer, ... sind alles Qualifizierungsmaßnahmen/Ausbildungsgänge die ohne eine fundierte Pflegeausbildung begonnen werden können. Die Fachkrankenpflege für A&I, Endo, OP, ONKO, Psychiatrie, ... benötigt als Grundlage die dreijährige Pflegeausbildung. Hier sehe ich zu deinem letzten Hinweis [http://www.skverlag.de/rettungsdienst/meldung/newsartikel/notfallsanitaeter-ausbildung-kann-in-niedersachsen-verkuerzt-werden.html] den für mich gravierenden Unterschied zwischen deinem Hinweis und der Info aus Berlin. 

Beste Grüße aus Essen, IKARUS

Offline dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #5 am: 24. August 2016, 10:53:34 »
Also, der RA stirbt aus, den RS kann auch ein Ehrenamtler mit viel Zeit schaffen, ist aber ne bessere Einbahnstraße, außer man macht weiter zum NFS, dessen Prüfung vom Schweregrad der 3- jährigen entspricht. Da Anatomie/Physiologi, Krankheitslehre etc. der 3-jährigen entspricht gibt es die verkürzte Ausbildung. Nur das Berliner Angebot, so es denn so ist, ist auch eine Einbahnstraße ohne Aufstiegsmöglichkeiten.
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Offline hironimus

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #6 am: 24. August 2016, 11:47:43 »
Ja Dino! Aber wo haben denn Fachpflegekräft eine Aufstiegsmöglichkeit? Auch diese müssten ja eine weitere Ausbildung zur/zum ??? absolvieren. Grüße aus Krefeld, Hironimus

Offline dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #7 am: 24. August 2016, 12:23:38 »
Eine (echte, also 3-jährig mit 2 Jahre Weiterbildung)Fachpflegekraft kann sich zur SL weiterentwickeln. Das kann jemand mit RS net.
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dino

Offline IKARUS

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #8 am: 24. August 2016, 15:03:57 »
Genau das habe ich gemeint Dino!!
Ob Rettungssanitäter oder OTA, ATA, ... die haben im Krankenhaus kaum eine Möglichkeit sich weiterzuentwickeln.
Eine qualifizierte Pflegekraft kann zwischen Abteilungen wechseln, wenn es erforderlich ist. Die OTA, ATA, ... wird das niemals können. Es sein denn, dass die PDL es verantwortet. Das liegt dann aber in ihrer Verantwortung. Das stelle ich mir aber sehr sehr solitär vor.

VG, IKARUS


Offline dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #9 am: 24. August 2016, 15:52:49 »
PP ist net gleich PP, es gibt auch da solche und solche. Warum soll jemand wechseln, wenn er/sie im eingesetzten Bereich super klarkommt?

Eine qualifizierte Pflegekraft kann zwischen Abteilungen wechseln, wenn es erforderlich ist
Diese Aussage ist aber mal sehr theoretisch, denn auch ein/eine PP benötigt Eingewöhnungszeit. Ich stell mir nun einmal eine Fachkraft aus der Pathologie in der Anästhesie vor  :-D 8-)

 Ich favorisiere eh das holländische Modell, Grundausbildung 3 Jahre, dann die Fachrichtung. Dafür gibts dort keinen NA, welchen man auch net unbedingt braucht.

Wenn ein RS aufsteigen möchte macht er aus seinem Hobby seinen Beruf und wird Notfallsanitäter, oder er kauft sich von Playmobil einen RTW und spielt mit ihm auf dem Fußboden. Ist er jung genug, lernt er PP und NFS und sucht sich fürs Alter ne ruhige Stelle. Aber es soll auch PP geben, die nach dem Examen mental stagnieren. Ich dagegen hab mich weiterentwickelt und kann mit verbundenen Augen jede Kaffeesorte am Geruch erkennen :lol: 8-) Es liegt bei Jedem selbst.
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dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #10 am: 24. August 2016, 16:06:29 »
Nun kommen wir zur Auflösung des Berliner Rätsels. Es handelt sich wohl um 3-jährig Examinierte die eine berufsbegleitende Weiterbildung Fachpflege zur Notfallversorgung machen. Dieser Ausbildungsgang ist in der Tat neu und wahrscheinlich hat er seine Wurzeln in der alten Täterätä, also der DDR. Die ZNA hieß dort früher Rettungsstelle. Teilweise ist dieses Wort im Osten der Republik auch heute noch in Gebrauch. Hier bei uns könnte man die Ausbildung auch Fachpflege ZNA nennen. Und da es 3-jährig Examinierte sind stellt diese Fachpflege tatsächlich eine interessante Erweiterung des Berufsbildes dar.
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dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #11 am: 25. August 2016, 14:56:41 »
Dino, wenn Du schreibst, dass du das niederländische Ausbildungsmodel fovorisierst, müsstest du doch eine Fan der kommenden GENERALISTIK sein. Wenn mein Eindruck stimmt, freut es mich sehr. Nichts Anderes wollen die neuen Ströme in der aktuellen Berufspolitik erreichen. Einen Vergleich mit dem europäischen Ausland hinzubekommen, ist das Ziel der Berufsverbände und dem Deutschen Pflegerat.   
Deine Auflösung des Rätsels kann ich partiell zustimmen, wobei ich den Vergleich mit der DDR nicht so ganz nachvollziehen kann. Es ist doch für mich von zweiter Wichtigkeit wer die Kohlen in den Ofen befördert. Hauptsache die Bude ist warm!

Sommerliche Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #12 am: 25. August 2016, 15:45:18 »
Nein, ich bin kein Fan von der deutschen Generalistik, sondern der Niederländischen. Die Deutsche ist ja wohl etwas einseitig, alte Zöpfe hat man jedenfalls nicht abgeschnitten.

wobei ich den Vergleich mit der DDR nicht so ganz nachvollziehen kann
Was ist dabei unverständlich? Die ZNA hieß in der DDR Rettungsstelle, die neue Weiterbildung nennt sich NFP, stammt aus Berlin und schon ist die Verbindung da. Wir leben zwar auf dem Land haben aber doch ne normale Heizung. Ergo brauchen wir auch keinen Heizer.
Mit angenehmen 16° airconditionierten Grüßen
dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #13 am: 25. August 2016, 19:24:30 »
Dann sei doch bitte so nett und erkläre mir den Unterschied zwischen der aktuellen niederländischen und der kommenden deutschen  Pflegeausbildung Dino.
Aus meiner Sicht geht es um eine grundständige Ausbildung für die berufliche Pflege. Nach dieser Ausbildung kann eine Spezialisierung in den einzelnen Fachgebieten erfolgen. Das machen viele andere Professionen auch. Erst eine allgemeine Ausbildung mit späterer Qualifizierung für den entsprechenden Fachbereich. Da verstehe ich die Kinderärzte nicht, wenn sie gegen die kommende Ausbildung wettern. Das einige Kinderkrankenschwestern dagegen sind, kann ich sehr gut nachvollziehen.  Welche alten Zöpfe meinst du hier Dino? Weder heutige Pflegebereich Kinder- Erwachsene- und Altenpflege wird einen Teil der heutigen Ausbildungsinhalte opfern müssen, die dann später im Fachbereich erlernt/studiert werden müssen.

Aus dem sonnigen Ruhrgebiet grüßt, IKARUS

Offline dino

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Re: Staatliche Anerkennung für Weiterbildung zum Notfallpfleger
« Antwort #14 am: 25. August 2016, 19:46:16 »
Es fehlt in der Grundausbildung die Notfallmedizin. Natürlich muss die Notfallversorgung keinen Zopf abschneiden, da sie noch gar keinen hat. Im niederländischen wie auch angelsächsischen ist sie ein eigener Fachbereich und wird schon in der Grundausbildung entsprechend gewürdigt. Es mag ja für einige Pflegefetischisten ganz unheimlich dolle sein wenn ein Pflegeschüler bei einem 80-jährigem unfallfrei eine Windel wechseln kann und dabei ein 40- jähriger stirbt weil der selbe Schüler nicht weiß wie man einen AED bedient oder einen LTS legt (kleiner Ironiemodus).
VG
dino