Autor Thema: Sturz in der Raucherpause einfach nur Pech - kein Arbeitsunfall  (Gelesen 1544 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Sturz in der Raucherpause - wem das passiert, der hat nach einem Urteil des Berliner Sozialgerichts zwar Pech gehabt. Ein Arbeitsunfall sei das aber nicht, teilte das Gericht am Dienstag mit. Damit gebe es auch keinen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Das Rauchen sei eine persönliche Angelegenheit ohne Bezug zur Berufstätigkeit, entschieden die Richter.

Mit dem Urteil vom 23. Januar wurde die Klage einer Pflegehelferin aus einem Berliner Seniorenheim abgewiesen, die Zahlungen aus der Unfallversicherung erzwingen wollte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (S 68 U 577/12).

Die Frau war im Januar 2012 für eine Zigarette vor die Tür des Gebäudes gegangen. Auf dem Rückweg stieß die damals 46-Jährige mit dem Hausmeister zusammen. Dem entglitt ein Eimer Wasser, die Frau rutschte aus und brach sich einen Arm. Die Sozialrichter urteilten, der Weg von und zur Raucherpause sei nicht den Tätigkeiten zuzuordnen, die durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt sind. Es sei eine Privatentscheidung, ob jemand rauchen gehe oder nicht.

Rauchen sei aber nicht mit Essen und Trinken während der Arbeit vergleichbar, so das Gericht. Beides sei notwendig, um die Arbeitskraft aufrechtzuerhalten. Deshalb sei der Weg von und zur Kantine auch versichert. ..."


Quelle & mehr: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/kein-arbeitsunfall--in-der-raucherpause-arm-gebrochen,10809148,21647472,view,asTicker.html

Frühe Grüße!
Thomas B.
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline IKARUS

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Re: Sturz in der Raucherpause einfach nur Pech - kein Arbeitsunfall
« Antwort #1 am: 13. Februar 2013, 06:49:25 »
Das ist doch wieder ein gutes Beispiel, der Auslegung von Recht durch die Rechtsprechung. Für mich ist das Rauchen auch Privatsache, aber was wäre gewesen, wenn ein Mitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit, also während des Laufens, raucht? Was könnte sein, wenn rauchen, essen und trinken kombiniert wird? Ich denke, dass das Urteil auch vor dem Hintergrund von leeren Kassen geführt wird. Da kommt die Frage hoch: wofür geben wir Geld aus? Muss die Gesellschaft alles bezahlen, was der Einzelne benötigt? Auch frage ich dann, wann der Beinbruch eines Skifahreres sein Risiko ist und er die Krankenhauskosten selber tragen muss.
Warten wir mal ab.
Morgendliche Grüße, IKARUS

Offline IKARUS

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Re: Sturz in der Raucherpause einfach nur Pech - kein Arbeitsunfall
« Antwort #2 am: 13. Februar 2013, 13:49:41 »
In dieses Beispiel passt auch die heute Nachtricht von der Beitligung an den Behandlungskosten durch Eltern und ggf. Kindern. Da fordert der Gesundheitspolitiker J. Spahn von der CDU im MoMA, dass nach einem Komasaufen die Beteiligten doch an den Behandlungskosten beteiligt werden sollten.
Wo geht die Reise hin mit den Kosten im und fürs Gesundheitswesen?
Sonnige Grüße, IKARUS

Offline dino

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Re: Sturz in der Raucherpause einfach nur Pech - kein Arbeitsunfall
« Antwort #3 am: 13. Februar 2013, 14:40:08 »
Du hast Recht, wo fangen wir an? Mal ganz banal, erhöhte Arbeitsaufkommen, nur 2 Ma im Dienst. Ich trinke während einer administrativen Tätigkeit auch mal Kaffee. Nun verbrenne ich mir die Finger dabei. Arbeitsunfall?
Zu Deinem Beispiel mit dem Komasaufen. Auch hier gilt, wo will man anfangen? Was ist mit dem Marathonläufer, der sich überfordert? Dem Biker, der nach einer Kurve einen Flug im Christoph gewinnt?
Wir führen mit Patienten auch Gespräche auf dem Raucherbalkon, und nun?
Bevor unsere Politiker uns den Spiegel vorhalten sollen sie erstmal vor der eigenen Tür kehren, da liegt genug Müll rum.
Viele Grüße    dino

Offline IKARUS

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Re: Sturz in der Raucherpause einfach nur Pech - kein Arbeitsunfall
« Antwort #4 am: 13. Februar 2013, 15:45:55 »
Ja Dino, wenn Herr Spahn den Besen nehmen würde, dann hätte er, wenn er fertig wäre mit dem Fegen, stärkere Oberarme.
Grüße aus Essen, IKARUS