Autor Thema: Zahl der Kaiserschnitte steigt: Natürliche Geburt für viele Ärzte ein Problem?  (Gelesen 1831 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Fast jedes dritte Baby in Deutschland kommt inzwischen per Kaiserschnitt zur Welt - obwohl nur wenige Frauen das so wollen und Geburtsrisiken nicht zugenommen haben. Laut einer Studie raten Kliniken zum Bauchschnitt, weil er planbarer ist. ..."

Dies & Weiteres: http://www1.wdr.de/themen/ratgeber/kaiserschnitt108.html

Flüchtige Grüße!
Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline dino

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Ob das eine Form des Einsparens ist? Die Hebamme ist dann zur Kernarbeitszeit da, man spart zusätzliches Personal bzw. Zuschläge ein. Ich finde dies keinesfalls positiv, könnte es mir aber so erklären.
VG   dino

Offline Thomas Beßen

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Das Thema ist nicht neu:

"Pressen oder schneiden?
In der Bibel steht geschrieben: »Unter Schmerzen sollst du Kinder gebären ...« Viele Frauen wollen sich das durch einen Kaiserschnitt ersparen. Das hat Diskussionen entfacht: Haben diese Babys wirklich einen Nachteil beim Start ins Leben? Machen es sich die Mütter zu einfach?

Der 6. 6. 2006 rückt näher - ein Datum, an dem nicht nur in deutschen Standesämtern der Betrieb auf Hochtouren laufen wird. Auch viele Geburtskliniken rechnen für diesen Tag mit ausgebuchten Operationssälen. Wäre das nicht ein schöner Geburtstag fürs Baby? Dank perfekt planbarem Wunschkaiserschnitt steht dem punktgenauen Entbindungs-Timing nichts im Weg.

Klatschgazetten, die über unkomplizierte Kaiserschnittentbindungen von Stars wie Victoria »Posh Spice« Beckham und Claudia Schiffer berichten, haben auch in Deutschland die freiwillige Entbindung per Skalpell (in der Medizinersprache: Sectio caesarea) salonfähig gemacht. Fast jede dritte Schwangerschaft endet hierzulande auf dem OP-Tisch, ein Viertel davon auf Wunsch der Frau. Der Übergang vom Kaiserschnitt, der tatsächlich einen medizinischen Grund hat, zum reinen Wunschkaiserschnitt ist dabei fließend.

Doch gleichzeitig mit den steigenden Sectio-Zahlen wächst auch die Zahl der Gegner. Mittlerweile stehen einander zwei Fronten gegenüber, die mit Fakten, Vermutungen und Legenden für und gegen den Wunschkaiserschnitt argumentieren.

Die Befürworter loben die kurze und schmerzlose Geburt. Die Scheide bleibe dabei eng und straff: » Save your love channel! « (»Rette deinen Liebeskanal!«) ist ihre Parole. Die Frauen seien im späteren Leben zudem seltener inkontinent. Weil der Geburtstermin Wochen vorher feststeht, lässt sich alles so einrichten, dass der werdende Vater nicht auf Dienstreise ist und das ältere Geschwisterchen rechtzeitig bei der Oma abgegeben werden kann. Nicht zuletzt berge der Kaiserschnitt weniger Risiken fürs Kind und die werdende Mutter.

Die Gegner der »elektiven Sectio« warnen hingegen vor einem verpassten Geburtserlebnis, vor einer geschmälerten Mutter-Kind-Bindung und vor Babys, die bereits durch die Geburt einen psychischen Knacks haben. Kaiserschnittkinder würden sich im weiteren Leben häufiger vor Entscheidungen drücken und seien weniger durchsetzungsfähig. Die Ärztin Katrin Mikolitch, Begründerin des Kaiserschnittnetzwerkes, sagt: »Ein Kaiserschnitt ist eine große Herausforderung für ein Kind.« Der stressige Geburtsvorgang stärke dagegen psychisch und physisch fürs Leben. In manchen Geburtsvorbereitungsbüchern wird Schwangeren bereits vorsorglich eingetrichtert, dass ihnen nach einem Kaiserschnitt ein schweres Trauergefühl nicht erspart bleibe. ..."


So begann ein Artikel der ZEIT-ONLINE schon im Jahr 2006 unter http://www.zeit.de/zeit-wissen/2005/04/Kaiserschnitt.xml.
Frühe Grüße!
Thomas Beßen

Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.