Autor Thema: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"  (Gelesen 367 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« am: 21. Oktober 2011, 06:17:34 »
"Die Zusammenarbeit der Berufsgruppen im Krankenhaus ist nicht immer reibungslos. Besonders Pflegekräfte beklagen Kommunikationsprobleme. Aber auch Ärzte wünschen sich mehr Verständnis für ihre Arbeitsbelastung.

Susanne S. ist neu in der Abteilung. Deshalb hat sie sich mit Kritik erst einmal zurückgehalten. Doch jetzt weiß sie nicht mehr weiter. Im Fach der jungen Assistenzärztin stapeln sich die Befunde. Der Posten des Stationssekretärs sei derzeit unbesetzt, wurde ihr am ersten Tag gesagt. „Was hab ich damit zu tun?“, hatte sie damals noch gedacht. Bald aber begriff sie, dass die Pflegekräfte auf ihrer Station entschieden hatten: Das Abheften von Labor- oder Röntgenbefunden ist keine pflegerische Arbeit. Das seien ja auch eher „Ihre Befunde“, meinte die Stationsleitung. Susanne S. ist sich eigentlich nicht zu schade dafür, auch einmal einen Locher in die Hand zu nehmen. Aber das geht nun doch zu weit, findet sie. Und sie denkt: Wieso eigentlich „meine“ Befunde? ..."


Quelle & mehr: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=109162

Guten Morgen allseits!
Thomas Beßen

Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Offline dino

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #1 am: 21. Oktober 2011, 13:09:05 »
Und wenn die 90 Minuten Supervision fertig ist wecken wir gemeinsam den Supervisor auf :evil: :evil: :evil: Vielleicht sollte man einmal eine wissenschaftliche Studie über eine zeitgemäße Supervision anfertigen lassen. In Zeiten knapper Kassen müßte es gerade hier eine Kosten/Nutzenanalyse geben.
« Letzte Änderung: 21. Oktober 2011, 13:13:25 von dino »

Offline Beate

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #2 am: 21. Oktober 2011, 20:15:51 »
Und dann soll es Krankenhäuser geben, die kennen Supervision noch nicht einmal.....................

Offline IKARUS

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #3 am: 21. Oktober 2011, 20:41:08 »
Hi Beate, da denke ich, dass viele Verantwortliche die Supervision kennen. Wenn nur das Geld [für den Supervisor/die Supervisorin] und die Ablehnung von so manchen nicht wäre. Meine bescheidene Erfahrung ist auch keine positive, weshalb ich diesen Weg nicht mehr gehe. Das Gespräch mit einer vertrauenswürdigen Kollegin/einem Kolegen oder einem guten Freund ist mir heute hilfreicher. Fröhlichen Gruß, IKARUS

Offline Beate

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #4 am: 21. Oktober 2011, 20:52:19 »
Wenn diese vertrauensvollen Kollegen/Kolleginnen noch gibt, und das soll vorkommen, ist das ne super Sache. Mit der Zeit, gepaart mit der entsprechenden Lebenserfahrung, findet man ja auch heraus, wem man was anvertrauen kann. Ich bin nicht immer für Supervision gewesen, bisher kannte ich diese auch nur aus dem Waldkrankenhaus Köppern, aber spätestens wenn schwere Notfälle, einschneidende Erlebnisse geschehen, dann ist es angezeigt. Ich denke da nur an den Suizid einer Patientin, die sich aus dem 3.Stock gestürzt hatte, in meinem Spätdienst.............
Oder wenn eine Kollegin an einer schweren Krankheit verstirbt, oder wenn sich ein Stationsarzt suizidiert usw, das sind echte Situationen, nachdem man den Betroffenen Gehör schenken sollte.
Singende Grüße von Beate

Offline IKARUS

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #5 am: 21. Oktober 2011, 21:42:33 »
Weist du Beate? Da ist es wieder das Problem [das ich auch mit Dino habe - nicht persönlich, sondern wegen der Kommunikationsproblem über diese Medium]. Was meinst du da genau?? Die Erkrankungen der Patienten oder die Suizide von bekannten Menschen/Kollegen sind doch deren Schicksale. Ich empfinde dafür keine Verantwortung. Es ist doch ihre Entscheidung/ihr Schicksal. Da habe ich gelernt mich abzugrenzen. Was aber nicht bedeutet, dass ich mich dem Helfen entziehe, soweit ich es überhaupt kann. Mag sein, dass das egoistisch klingen mag. Ich helfe wo ich kann, wo es nicht möglich ist konzentriere ich mich auf das für mich machbare. Gruß, IKARUS

Offline Beate

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #6 am: 21. Oktober 2011, 21:52:45 »
Ich meine einfach nur das es für Führungskräfte wie meine ehemalige PDL schon wichtig sein müßte, dafür zu sorgen, dass den Pflegenden die Möglichkeit eingeräumt wird, über diese belastenden Situationen sprechen zu dürfen, da sie ja auf der Arbeit geschehen sind.........
Die Entscheidung, mit einem Suizid von dieser Welt zu gehen, ist nicht unsere Verantwortung, da pflichte ich dir 100%ig bei, nur erleben wir ja auch einen Teil mit, ob wir wollen oder nicht.
Denn schön sah das damals nicht aus.................mehr Worte werde ich nicht darüber verlieren.
Ich schätze, dass die Kommunikation im persönlichen Gespräch viel einfacher sein würde.
Es ist aber für mich auch spannend, wie wir alle unterschiedlich denken und handeln.
LG Beate

Offline dino

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #7 am: 22. Oktober 2011, 06:52:47 »
Hi Beate, bitte differenziere doch Deine Angaben, so kann leicht ein falscher Eindruck entstehen wo welche Geschehnisse passiert sind.
Bei Hilfen nach belastenden Ereignissen geht man heute von einer freiwilligen Teilnahme aus, ein Aufdrängen wäre eher negativ. Wenn sowas Klinikintern nicht geregelt ist langt ein Anruf bei der zuständigen Rettungsleitstelle um zu erfahren welches KIT-Team (Krisen Interventions Team) zuständig ist. Supervisionen laufen im Normalprogramm und nicht auf Abruf.
VG    dino

Offline dino

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #8 am: 22. Oktober 2011, 10:23:49 »
Als Mitarbeiter/innen im Gesundheitswesen müssen wir, egal wo wir eingesetzt sind, immer mit einer Notfallsituation rechnen. Je besser man darauf vorbereitet ist, um so schneller bekommt man sie in denm Griff. Man darf aber nicht vergessen, dass wir Belastbar sein müssen. Denn niemand kommt wegen Fusspilz ins Krankenhaus, keiner benötigt wegen einer Lappalie einen Pflegedienst. Auch wenn belastbare Situationen im eigenen Bereich vielleicht selten vorkommen, ausschließen kann man nie etwas. Natürlich kann es auch Kollegen/innen treffen, denn wir sind letztenlich ein Teil der Gesellschaft mit den selben Ideen, Hoffnungen, Idealen, aber auch Erkrankungen. Sollte man eine Situation erlebt haben die einen belastet, können die Folgen mannigfaltig sein. Jeder erlebt dies individuell anders, hier gibt es keine allgemeingültigen Schemata. Aber ich warne davor zu denken: Da machen wir eine Supervision und Alles wird gut. In der Supervision kommt erstmal deas Erlebte wieder hoch. Die eigentliche individuelle Problematik fängt danach erst richtig an. Und es gibt Bilder die man nicht vergißt, und sollte man 100 Jahre alt werden. Ich persönlich ziehe auch persönliche Gespräche vor, vorzugsweise mit jemand der Analogien erlebt hat.
VG    dino
« Letzte Änderung: 22. Oktober 2011, 10:25:35 von dino »

Offline IKARUS

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #9 am: 22. Oktober 2011, 12:46:16 »
Das wir unterschiedlich denken und handeln ist doch das Spannende in unserem Leben und am Arbbeitsplatz Beate. Eine andere aber dazugehörende Sache ist es, wie gehen wir damit um. Lassen wir dem anderen seine Eindruck und seine Überzeugung, oder schießen wir übers Ziel hinaus mit ungebetenen Ratschlägen. Ich kann die auch zustimmen, das PDL´s eine Fürsorgeaufgabe habe. Damit sie sie wahrnehmen können ist Geld notwendig. Zeit ist auch Geld. Und Zeit haben wir immer wenige. So glauben Viele! Wenn die Zeit besser eingesetzt würde, dann hätte wir auch mehr Ressourcen. Ich habe verantwortungsvolle PDL´s erlebt und die die anders gestrickt waren. Heute helfen mir mehr die Menschen bei der Reflektion meiner Erlebnisse die nicht aus Medizin und Pflege stammen. Von Berufsangehörigen bekomme ich zu oft ungebetene Ratschläge. Den Spruch aus der Psychologie kennst Du sicherlich auch gut.
Wir sollten auch hier im Forum davon berichten, was in der zurückliegenden Jahren besser geworden ist als früher. Denn das gibt es auch. So zum Beispiel für mich die Einführung der 5-Tagewoche.
Fröhliche tänzerische Grüße, IKARUS 

Offline dino

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #10 am: 22. Oktober 2011, 17:14:28 »
Hi Ikarus, wenn Du "Branchenfremde" aufsuchst besteht auch immer die Gefahr diese mit Deinen Erlebnissen "runter" zu ziehen. Ich rede hier nicht von Ärger über Dienstpläne, Pflegegiagnose etc. Als Intensiver wirst Du wissen was ich meine.
VG    dino

Offline IKARUS

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #11 am: 22. Oktober 2011, 18:04:13 »
Ja Dino, ich weis genau was Du meinst. Es sind wohl Branchenfremde, aber es sind auch Menschen die mich kennen und ich bin bei der Auswahl meiner Worte sehr wachsam, damit nicht das passiert, was Du sicherlich richtig denkst. Ich muss ja nicht in die Einzelheiten gehen. Das ist allerdings denen die erst kurz im Beruf sind, schwieriger zu formulieren. Ich habe mir zu oft anhören müssen:"wenn du das nicht aushalten kannst, dann musst du dir was im Supermarkt suchen" Das hat mich dazu gebracht, mir Gesprächspartner zu suchen, die mich menschlich reflektieren. Es geht doch nicht um den Fall, sondern es geht um mich und meine Reaktionen auf das Erlebte. Kumpeligen Gruß von der tanzenden Pflegesocke

Offline dino

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #12 am: 22. Oktober 2011, 19:47:43 »
 :-) 8-)

Offline Beate

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #13 am: 24. Oktober 2011, 18:52:26 »
So einen ähnlichen Satz habe ich auch schon mal von einer Schülerin geschildert bekommen, was ihr gesagt wurde: wenn dir das zuviel ist, dann mußt bei Aldi an die Kasse gehen! Das brennt sich doch nachhaltig ein. AUf jeden Fall können sehr viele in unserem Beruf nicht so locker mit supervision umgehen, vielen ist das zu peinlich, einige andere finden das gut. Wie heißt es so schön: man muß den goldenen "Mittelweg" finden.
Bis die Tage und liebe Grüße
Beate

Offline dino

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Re: "Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt"
« Antwort #14 am: 24. Oktober 2011, 19:57:34 »
Liebe Beate, was erwartest Du denn von einer Supervision? Was bedeutet denn locker mit einer Supervision umgehen? Was ist an einer Supervision peinlich, außer wenn der Supervisor einpennt? Das wir da tätig werden wo andere wegsehen oder weglaufen dürfte wohl kein Geheimnis sein. Das sowas nicht jedem liegt ist auch klar. Manchmal muss man auch jemandem sagen: Wir halten Dich für ungeeignet. Und für solch ein Gespräch würde ich keine Supervision wählen. Das mit dem Aldi könnte man etwas diskreter verpacken, aber ich weiß nicht, was vorher vorgefallen ist. Also maße ich mir auch kein Urteil an. Eine Supervision ist kein Ersatz für ein professionelles Team, es ist auch kein Glückseligmacher. Es kann ein Instrument zur Behandlungsoptimierung sein, muss es aber nicht. Es soll sogar Teams geben, die arbeiten so professionell und effizient das eine Supervision nur Zeitvergeudung ist. Weil man in der Zeit eben keine Pat. Gespräche führen kann, nichts mit dem Pat. unternehmen kann und man nur alles tut das der Supervisor nicht einpennt. Eine gute Kommunikation sowie Wertschätzung innerhalb der involvierten Berufsgruppen ist mir wichtiger.
VG   dino
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2011, 21:23:07 von dino »