Nur noch eine kleine Bettlektüre-Empfehlung (ich weiß, es gibt schönere,

): Wenn man im Netz stöbert, stößt man schnell auf manches, wie den folgenden fr-Artikel, dabei taucht ein Name auf, der in wichtigen Zusammenhängen immer wieder fällt, selten positiv - es ist nicht der des Landrats, aber er könnte auch für den Landrat noch zum Problem werden. Der Landrat hat nach dem aktuellen Vorfall über die Presse die Hochtaunus-Kliniken sicherheitshalber schon mal scharf kritisiert und angeordnet, "dass sich sowas nicht wiederholen darf"! Die Geschäftsführerin gelobte daraufhin eilig Besserung. Schönes Theater!
Dieses las man schon 2009:
"Hohes Defizit, Unruhe beim Personal - externe Berater sollen die Hochtaunuskliniken auf Kurs bringen. Doch dagegen formiert sich Widerstand unter den Patienten. Von Andreas Kraft
Die Berater haben die Hochtaunusklinik fest im Griff. Seit Sommer durchleuchtet etwa eine Berliner Agentur die beiden Kreiskrankenhäuser. Auf der Suche nach Sparpotentialen und neuen Strukturen. In Usingen formiert sich nun der Widerstand der Patienten - im Bettengeschäft von Horst Kern. "Die Menschen müssen mehr auf die Barrikaden gehen", sagt der Kaufmann, der sich auch im Förderverein des Krankenhauses engagiert.
Auf eigene Faust sammelt er seit Anfang Januar Unterschriften für den Chirurgen Hans M. Kuhlbrodt. An die 1000 hat er schon zusammen. Nach Fastnacht will er sie Landrat Ulrich Krebs (CDU) übergeben. Denn Anfang Dezember haben Geschäftsführung und Aufsichtsrat den Mediziner, der bis dahin das Usinger Krankenhaus leitete, fristlos entlassen. Kündigungsgrund: Er habe Politikern gegenüber Entscheidungen der Geschäftsführung kritisiert. "Kuhlbrodt hat gesagt, dass er in den neuen Strukturen nicht arbeiten will", sagt Geschäftsführerin Julia Hefty. "Dann muss man sich entweder von den Strukturen verabschieden oder von ihm." Das lässt sich auch so deuten: Wer den Mund aufmacht, fliegt.
Kuhlbrodt sieht den Fall indes anders. Er habe intern nur kritisiert, dass die geplante Doppelspitze teurer werden würde. Er habe sich aber nie geweigert, seine Zuständigkeit zu teilen. Gegen seine Kündigung hat er jetzt geklagt. Am 10. März verhandelt das Arbeitsgericht Frankfurt. Der Chirurg will weiter in Usingen operieren. Mit dem Team sei er gut ausgekommen und dass ihm jetzt die Bürger so viel Sympathie entgegen bringen, freue ihn natürlich.
Betten-Kaufmann Kern ärgert sich derweil ziemlich über die Politiker. Der Aufsichtsrat, indem vor allem Kreistagsmitglieder sitzen, habe die Entscheidung Heftys, dem Arzt zu kündigen, einfach mitgetragen. Nicht einer habe mal mit Kuhlbrodt selbst gesprochen. Zudem fehle es dem Krankenhaus an Kontinuität: "Dort wurden in fünf Jahren zehn Ärzte verheizt."
Und neue sind derzeit schwer zu finden. Laut Krankenhausbarometer gibt es in zwei von drei Krankenhäusern derzeit offene Stellen. Den Hochtaunusklinken fehlen gar Führungskräfte. Seit Mai sucht Hefty einen Oberarzt für die Geriatrie. Vermutlich seit Herbst fahndet eine Personalagentur zudem nach einem Nachfolger für den Chefarzt der Chirurgie, Professor Knut Böttcher. Nachdem sein Vertrag nicht verlängert wurde, ist er nach Mannheim gewechselt. Der Nachfolger soll, so Hefty, im April anfangen. Seit Januar wirbt die Personalberatung Mummert Healthcare aus Hannover um einen Nachfolger für Kuhlbrodt. In der Stellenanzeige steht nicht einmal der Name der Klinik.
Derweil ist die nächste Beraterfirma schon engagiert: Arcadis Homola aus Frankfurt bereitet gerade die Ausschreibung für die Klinik-Neubauten im Public-Private-Partnership-Verfahren (PPP) vor. Dafür bekommen die Berater laut Hefty an die drei Millionen Euro. Im Juli soll das Verfahren für den 140 Millionen Euro teuren Neubau eröffnet werden. Zur Erinnerung: 2009 machen die Hochtaunuskliniken zehn Millionen Euro Verlust, während vergleichbare Kliniken laut Krankenhausbarometer Gewinne einfahren."