Autor Thema: Klinisch-ethische Empfehlungen von med. Fachgesellschaften bei Mangelsituationen  (Gelesen 233 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Nach aktuellem Stand der Erkenntnisse zur COVID-19-Pandemie ist es wahrscheinlich, dass auch in Deutschland in kurzer Zeit und trotz bereits erfolgter Kapazitätserhöhungen nicht mehr ausreichend intensivmedizinische Ressourcen für alle Patienten zur Verfügung stehen, die ihrer bedürften. Die zu erwartenden Konflikte bei Entscheidungen über intensivmedizinische Behandlungen veranlassten Mitglieder der beteiligten Fachgesellschaften, die folgenden Empfehlungen zu Entscheidungen über die Verteilung notfall- und intensivmedizinischer Ressourcen im Kontext der COVID-19-Pandemie zu erarbeiten. ..."

Das vollständige Papier befindet sich in der Anlage.

Frühe Grüße!
Thomas Beßen

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Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.

Online IKARUS

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  • Tanzen ist Träumen mit den Füßen
Wo sind in dieser Auflistung der Fachgesellschaften die Pflegeverbände?
Inwieweit beziehen die Ärzteverbände ihre Mitstreiter aus der Pflege die Fachkompetenz dieser Berufsgruppe mit ein?
Ach so! Wir sollten es ja den Fachleuten überlassen, was wirklich wichtig ist.
Zusammenarbeit ist für mich was anderes! Was ist hier Augenhöhe?
Ich denke, dass sich an der Zusammenarbeit kaum was ändern wird.
Der Arzt entscheidet und wir führen aus.
Sonnige Grüße, Michael Günnewig

Online norbert1507

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Im Ausland ist man da schon weiter.
Vielleicht bringt die Generalisierung endlich Fortschritte auf diesem unerfreulichen Gebiet.
Auch Corona wird nicht ohne Folgen bleiben!
HG
Norbert

Online IKARUS

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  • Tanzen ist Träumen mit den Füßen
Nun bin ich nicht so sehr im Ausland bewandert. Wenn wir hier was ändern wollen (und daran kann man Zweifel haben) müssen wir zu allererst lernen, dass wir uns organisieren müssen.
Gab es doch gestern Abend den Spruch eines Politikers. "Wir haben für uns mehr erreicht, weil wir besser organisiert sind." Da geht es nicht um teilen, sondern darum, dass Pfründe gesichert werden. 
Arzt und Pflege auf Augenhöhe? Habe ich nur erlebt, wenn der Arzt temporär davon profitiert hat.
BG, MG

Offline dino

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  • In der Ruhe liegt die Kraft
Die "Fachgesellschaften" der Pflege sind mir so schnurz egal, da ist es mir wichtiger das ich heute Klopapier ergattert habe. Jetzt ist auch keine Zeit für irgendwelche pow pows. Sollte es zu einer eklatanten Ressourceneinschränkung kommen, greift die Triage. Nur noch einmal zur Erinnerung: Katastrophe stammt aus dem Griechischen und bedeutet Wendung zum Schlechten. Eine Katastrophe ist eben dadurch gekennzeichnet das zerstörerische Kräfte größer sind als die Kräfte zur Eindämmung. Man muss versuchen mit dem Vorhandenen ein Maximum zu erreichen und sich dabei noch Ressourcen (personell wie materiell) zu schaffen. Jeder Tag der Vorbereitung macht uns stärker. Mich interessiert nur mein Team. Unser Job ist es Leiden zu Lindern und Leben zu erhalten.

VG
dino

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  • Tanzen ist Träumen mit den Füßen
Das sehe ich ja wie Du Dino! Jetzt ist die Zeit zum Handeln!
Ich denke aber auch, dass die Zeit nach CORONA so sein wird wie heute.
Sonnige Grüße, Michael

Offline dino

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Nein Ikarus, die Zeit nach Corona wird eine Andere sein. Ich unterrichte auch seit Jahren Notfallmanagement in Katastrophensituationen. Ich dachte bisher an Anschläge, Kollegen/innen die im Auslandseinsatz sind, ein Erdbeben, eine schwere Sturmflut, ein Geschehen in der chemischen Industrie, schlimmstenfalls eine Grippepandemie. Ich kenne die Gefahren des Ebola Virus, weiß aber auch um seine Klima "Schwäche". Ein solches Szenario wie jetzt war auch für mich nicht vorstellbar. Meinen Schwerpunkt in meinem letzten Unterricht Kats. bildete ein Anschlag in der U-Bahn mit Sekond strike, Zusammenbruch des Verkehrs, zu wenig Betten für Schwerbrandverletzte und Polytraumen. Aber regional begrenzt. Nun weiß ich es besser. Ich habe aber auch das Gefühl das der Umgang unter den Menschen achtsamer geworden ist. Gut, ich lebe auf dem Land. Aber meine Schwiegermutter berichtet aus der Köllner Ecke das die Hilfsbereitschaft zugenommen habe. Bevor ich mich in selbsterfüllenden Prophezeiungen ergehe glaube ich wirklich das sich vieles zum Positiven wandeln kann.

VG
dino

Online IKARUS

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Was Du schreibst Dino, kann ich ja gut nachvollziehen.
Aber lass mal bitte die Frage zu: Wie hoch sollte denn jetzt der Stundenanteil VIROLOGIE im Pflegeunterricht sein?
Es ist mir klar (wenn ich mich auch als Praktiker ansehen darf), dass wir unsere Themen für wichtig halten.
Was sollte sich denn nach CORONA ändern? Aus meiner Sicht kaum etwas. Ich sehe es so wie nach einem Autounfall. Der Unfallfahrer fährt zuerst sehr vorsichtig und verfällt nach einiger Zeit wieder in alte Gewohnheiten. So sehe ich das auch mit der Hygiene. Jetzt machen viele eine Hype, der wieder verschwinden wird. Wie oft haben Fachkräfte für Hygiene ihr Credo vorgetragen und wie wurde sie belächelt, weil keiner die kleinen Biester mit bloßem Auge sieht. Diese Gleichgültigkeit bezogen auf Hygiene wird wieder wieder die Oberhand gewinnen. Davon bin ich trauriger Weise überzeugt.
Sonnige Grüße, Michael

Offline dino

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Wozu Virologie erhöhen? Kats Unterricht muss auch nicht erhöht werden. Ich gehe davon aus, dass viele nach Corona ihr Leben bewußter leben. Ich wüßte auch nicht was das Grundthema mit Hygiene zu tun hat? Es geht um die Einstellung des Individuums zum Leben. Nicht mehr, und nicht weniger. Und bei denen, die die Katastrophe miterleben, wird dies etwas bewirken. Wir werden, auch in Zukunft, für eine solche Katastrophe nicht optimal vorbereitet sein, ganz einfach deshalb nicht, weil es nicht möglich ist. Nichtsdestotrotz habe ich weiterhin Lebensfreude, gehe meinen Hobbys nach etc und freue mich natürlich heute mal wieder Klopapier ergattert zu haben.

VG
dino

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Du erinnerst noch Ramstein Dino? Nun weiß ich nicht welche Kenntnisse du da hast, wie die Langzeitwirkungen bezogen auf Ausstattung und Unterhalt von Zentren für Brandverletzte in Deutschland sind. Der Hype war groß, das Spätergbnis ohne Lupe überschaubar.
Was Langzeitwirkung angeht, haben wir wohl unterschiedliche Erfahrungen. Meine habe ich nicht einmalig gemacht!
Von mir aus muss kein Stundenkontingent erhöht werden. Es ist so, dass das Ausleben seiner Beruflichkeit entscheidend ist. Das sehen wir sehr ähnlich.

Beste Grüße, Michael

Offline dino

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Ich meine mit Veränderung nicht nur unsere Berufsgruppe. Es wird ein Leben von vor der Katastrophe und nach der Katastrophe geben.
Ramstein war keine Katastrophe in der Begriffsbestimmung Katastrophe. Es war ein schweres Brandunglück mit MANV. Es lief dort vieles schräg. Ein Kardinalfehler war das es, dass es (vor dem Flugtag schon eingerichtete) keine gemeinsame Einsatzleitung gab. Die deutschen Einsatzkräfte hatten teilweise veraltetes Material (Record) dabei. Da Luer aus den USA stammt waren die Amis korrekt ausgerüstet. Dafür stimmte deren Taktik nicht. Diese erinnerte an einen Kampfeinsatz und nicht an einen Unfall.  Die Amerikaner packten Notfallpatienten in Busse und fuhren in örtliche Kliniken. Damit verlagerten sie den MANV in die Kliniken. Eine Folge dieses Ereignisses war das Verbot solcher Veranstaltungen. Und natürlich wurde das Material ausgetauscht. Auch wurden für Großveranstaltungen die Taktiken überarbeitet, siehe Maurerpapier. Also positive Ergebnisse. Womit bist Du da nicht zufrieden? Wir haben in Deutschland um die 120 Betten für Schwerbrandverletzte. Davon sind im Sommer die meisten wegen Grillopfer belegt, der Rest Arbeitsunfälle, nur ein geringer Teil durch Brände. Ich glaube, die Anzahl der Verbrennungsbetten stagniert seit Jahren. Ein paar mehr als Rückfallebene wären bestimmt gut, aber dann müsste man auch das Personal aufstocken. Aber im Endeffekt sehe ich schon, dass es nach dem Unfall Veränderungen gab. Womit hast Du noch Probleme?

VG
dino

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Die gemeldeten Betten sind Statistik! Es ist so wie jetzt gesagt wird: "Wir brauchen mehr Beatmungsgeräte, Intensivplätze!" Wer soll dann die Betroffenen versorgen?
Ich denke, wir müssen jetzt den Tag händeln und ggf. später reflektieren. Da stehe ich abseits von den "Pflegepolitikern!
Jetzt ist anpacken angesagt!
Habe ein gutes Wochenende.
BG, MG

Offline dino

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Hey, ich war bei Verbrennungsbetten und Ramstein, dass war Dein Thema, nicht meins. Corona werden wir wuppen. Und wir sind trotzdem besser aufgestellt als irgend ein anderes Land.

VG
dino

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Wer zweifelt daran, dass wir besser sind als ...?

Offline dino

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  • In der Ruhe liegt die Kraft
Na, hoffentlich keiner. Aber Du wolltest noch was von Ramstein loswerden.

VG
dino