Autor Thema: Deutsche reanimieren häufiger  (Gelesen 214 mal)

Offline dino

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Deutsche reanimieren häufiger
« am: 08. Juli 2018, 11:03:56 »
Mal eine gute Nachricht, die Anzahl der Laienreanimationen hat zugenommen. Dies ist vor Allem dem Berufsverband deutscher Anästhesisten, den Feuerwehren und Hilfsorganisationen zu verdanken. An den pflegerischen Berufsverbänden scheint das Thema vorbei gegangen zu sein. Naja, muss man für Verständnis haben, geht ja nur um Menschenleben. Wahrscheinlich war man cerebral nach der Wortschöpfung "Pflegender" zu erschöpft ( man hat eindeutig vergessen wer oder was gepflegt werden soll. Jeder der sein Auto wäscht ist dann auch ein Pflegender. Wenn man schon unbedingt andere Begriffe als die anerkannten wie GKP nehmen will, so kann man auch international anerkannte wie Nurse nehmen. Lass mal einen Angelsachen Pflegender sagen :-D. , oder nehmt Migranten. Wenn ich jemand auf Englisch jemand verklicker wie ich meine Brötchen verdien sach ich einfach: I nursing oder i`m a Nurse. ) Vielleicht haben aber auch die Köpfe der Berufsverbände schon alle Hände voll zu tun sich Plätze in den in der Schwebe befindlichen Kammern zu sichern.
https://www.skverlag.de/rettungsdienst/meldung/newsartikel/laien-reanimieren-haeufiger.html
VG und noch einen schönen Sonntag
dino

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Re: Deutsche reanimieren häufiger
« Antwort #1 am: 08. Juli 2018, 11:43:39 »
Schade dein Kommentar Dino! Aber dein Blickwinkel ja bekannt!
Bedanke mal bitte, bei aller berechtigten Kritik, woher der Begriff Pflegender geschichtlich kommt? Das hat nichts mit den Berufsverbänden oder gar mit einer Kammer zu tun. Wenn der Begriff "Pflegender" benutzt wird dann nur, weil er in der Gesellschaft verankert ist.
Ja Du hast recht, wenn du anmerkst, dass die Berufsverbände ihren Fokus habe. Das gilt aber auch für die Berufsgruppen, die du anführst!!
Jeder!!! Sieht die Welt aus seinem Fokus. Wenige haben vor ihren Brillengläsern eine Weitwinkelobjektiv!!

Sonnige Grüße, Michael
 

Offline dino

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Re: Deutsche reanimieren häufiger
« Antwort #2 am: 08. Juli 2018, 12:47:19 »
Bis vor 1 Jahr war mir der Begriff Pflegender gänzlich unbekannt. Und weil ich gerne auch aus der Suppenschüssel rausguck, wir nicht alleine auf der Welt sind, Pflegender nicht für jeden leicht aussprechbar ist und Nurse unseren Job besser darstellt und auch in anderen Ländern als Begriff etabliert ist frage ich mich doch warum nicht er genommen wurde? Woher kommt denn der Begriff Pflegender nun? Wiki und Google sind da keine Hilfe. Wäre er wirklich so verankert, würde einem das doch im Netz sofort entgegenspringen, oder? Man könnte ihn auch, wie im übrigen unsere Berufsbezeichnung GKP, gesetzlich als Oberbegriff schützen lassen. Warum wurde dies nicht getan? Nur, für wen hätte der Begriff dann die Geltungshoheit?
 - für Studierte, GKP, KPH, AP, APH, Schüler ?
 - für Studierte, GKP, KPH, AB, APH, Schüler, (SB), FSJ, Bufdi, Otas (SB)?
 - für Studierte, GKP, KPH, AP, APH, Schüler (SB), FSJ, Bufdi, Praktikanten, Otas,?
 - für Studierte, GKP, KPH, AP, APH, Schüler (SB), FSJ, Bufdi, Servicekräfte, ungelernte Hilfskräfte, Otas (SB)?
Ich habe jetzt den Begriff pflegende Angehörige nicht erwähnt, da dieser als Einziger selbsterklärend ist. Ein beruflich Pflegender dagegen kann vom  Hochschulprofessor bis zum ungelernten Helfer jede Qualifikation besitzen, oder auch nicht. Vielleicht kannst Du nun meine Einwände etwas nachvollziehen.
Das Wort Pflege impliziert für viele leider nur eines: Pflege eben. Oder "am Bett arbeiten". Eine Gruppe zu dem Thema bewusste Ernährung zu leiten ist auch Arbeit. Ein Atemtraining zur Anwendung eines Dosieraerosols ist auch Arbeit. Eine Gruppe zu leiten mit dem Thema "abstinent durch die Grillfeier" ist auch Arbeit. Auch von sowas hört man wenig bis nichts von einem Verband. Dazu kommt noch die Arroganz der Fundamentalpflegefetischisten. Sie gehen einfach davon aus das sie Recht haben. Ich wurde kein keinziges Mal gefragt was ich gegen den Begriff Pflegender habe. Nein, wozu auch?

Zu viel der Ehre, ich führe keine Berufsgruppe an, nur ein Team. Und ich muss sagen, dass Notfallmanagement nur einen kleinen Teil ausmacht. Und ich muss gestehen, dass ich mich die letzten eineinhalb Jahre mehr mit Gartenbau beschäftigt habe, nur unterbrochen von anderen Umbaumassnahmen. Und die Vorbereitung zu unsrer großen Jubiläumsfeier hatte es zeitlich auch in sich. Dazu Dienstpläne erstellen und die gaaaanz normale tägliche Arbeit. Und mein Fokus ist bestimmt net Notfallmanagement. Aaaabeeer: Ich verdränge es nicht, ich sorge für Fortbildungen, und ich kann innerhalb von Sekunden von Normal- in den Notfallmodus switchen. Ich verdränge es nicht, es hat bei mir einen wichtigen Stellenwert, aber nicht den Beherrschenden. Und genau dies erwarte ich auch von einem Berufsverband! Notfallmanagement ist nicht alles, aber ohne Notfallmanagement ist Alles nichts, you know?. Und unsere Berufsverbände halten sich doch in punkto Notfallmanagement mehr zurück als die FFW Quetschenmembach.

Die primäre Aufgabe eines Teamleaders ist die Organisation seiner Funktionseinheit, er ist kein Vorturner.
VG
dino
« Letzte Änderung: 08. Juli 2018, 12:57:44 von dino »

Online IKARUS

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Re: Deutsche reanimieren häufiger
« Antwort #3 am: 08. Juli 2018, 20:44:13 »
Der Begriff "Pflegender" ist älter und er gefällt mir auch nicht Dino!
Selbst ein Landschaftspflegender (früherer Gärtner) würde sich nicht als Pflegender ansprechen lassen. Ebenso der Holzpfleger! Es ließen sich weitere Berufsgruppen anfügen, die sich nicht als Pflegender ansprechen lassen würden. Da haben wir es mit uns machen lassen, aber auch weil keinem was besseres eingefallen ist. Die Übernahme aus anderen Ländern "NURSE" würde das Problem nicht lösen. Das wäre keine Lösung, weil es kein männliches Gegenstück gibt. Ein Ansatz könnte es sein. Um herauszufinden was andere deutschsprachige Länder so sagen, habe ich eine Anfrage an die österreichischen Kollegen gerichtet und warte noch auf eine Antwort. GKP ist ja keine deutscher Erfindung, sonder wir haben es von den Österreichern übernommen, was ja nicht falsch ist. Wie haben die sich vor 1997 bezeichnet?
Deine Einwände sind ja nicht verkehrt Dino, aber es geht ja um die Suche nach einem Begriff, den deutsch Pflegeverbände für die Berufsgruppenangehörige kreieren wollen. Das da was hinkt, liegt in der Natur der deutschen Sprache für mich begründet.
Ja es stimmt, dass wir keine Berufsgruppe als SL führen/leiten, sondern Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen. Da stimme ich dir auch zu.
Deine Einlassung bezogen aus Notfallmanagement empfinde ich so wie es z. B. Mathematiker gerne sehen. Ohne Mathe geht es nicht! Stimmt ja auch! Ohne die Notfallrettung geht es ja auch nicht. Und das auch GuK öfter die Notfallübungen durchführen sollten ist ja auch unbestritten.
Nun warte ich mal ab, was die Österreicher antworten und was man daraus lernen kann.
Manchmal können Vorturnen oder wie ich es schreiben würde Vortanzen auch hilfreich sein. Es belebt den Kreislauf! :-D
Beste Grüße, Michael 

Offline dino

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Re: Deutsche reanimieren häufiger
« Antwort #4 am: 09. Juli 2018, 06:32:32 »
Also mit Nurse als Berufsbezeichnung könnte ich leben als Sammelbegriff für Kräfte mit Ausbildung, würde mich jetzt auch nicht stören. Bis in die 50er wurden männliche Pflegekräfte als Wärter bezeichnet, dass ist auf jeden Fall schlimmer. Es gibt auch noch Notärztinnen die Notarzt auf dem Koller stehn haben, da macht Nurse bei mir auch nix. GKP wäre dann halt die Bezeichnung für die 3-jährigen zum ausdifferenzieren.
Solange nicht Horsti zum Verhandeln fährt.
VG
dino
« Letzte Änderung: 09. Juli 2018, 07:31:32 von dino »