Autor Thema: Depression bei Pflegenden Eheleuten  (Gelesen 297 mal)

Offline Wolfi

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Depression bei Pflegenden Eheleuten
« am: 04. Juni 2018, 10:25:34 »
Bei meiner Schwiegermutter sehe ich Anzeichen einer Depression. Meinen Schwiegervater pflegt sie seit 40 Jahren im Rollstuhl, unterstützt wird sie vom ambulanten Pflegedienst. Die restlichen 23 1/2 h des Tages ist sie aber allein mit ihm und seinen Marotten.

Hier will er dies, hier das. Die Überforderung bei ihr hat zugenommen seit sie selbst gesundheitliche und psychische Probleme hat die ihre Leistungsfähigkeit einschränken. Wie kann man sie entlasten?

Probleme dieser Generation sind Scham ("Natürlich schaff ich meinen Haushalt alleine!") und Unverständnis für die Krankheit Depression.

Offline dino

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Re: Depression bei Pflegenden Eheleuten
« Antwort #1 am: 04. Juni 2018, 11:17:39 »
Kein Wunder, erstmal Hut ab vor der Leistung. Geht doch einmal zusammen mit ihr zu einer Selbsthilfegruppe pflegewnder Angehöriger, dies wäre ein Anfang, ohne das sich alte Vorurteile bestätigen. Termine gibt es oft über die nächste Gerontoambulanz, Tagesklinik oder Diakonie etc.
Viel Glück
dino

Offline Peko

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Re: Depression bei Pflegenden Eheleuten
« Antwort #2 am: 05. Juni 2018, 10:29:43 »
Ich weiß selbst wie das mit der Sturheit von älteren Menschen ist. Es ist schwer, durchzudringen, quasi eigentlich unmöglich, wenn sie sich angegriffen fühlen. Wer nicht hören will, hört auch nicht. Und das ist auch kein schönes Gefühl, wenn man daneben steht... Tut mir echt leid. Kann denn deine Frau nicht mit ihr reden? Oder ihm?

So eine Selbsthilfegruppe ist manchmal tatsächlich sehr hilfreich. Wenn du das Gefühl hast, dass du nicht mit darüber sprechen kannst, kannst du sie ja fragen, ob sie dich begleitet, weil du da gern hingehen würdest.
Ach, schwierig ist es, hier was zu raten, denn im Zweifel muss sie das ja selbst wissen. Ich hab zum Beispiel mal eine Lichttherapie gemacht (auch für die Umstellung der Jahreszeiten ziemlich hilfreich: https://www.rhein-jura-klinik.de/indikationen-therapie/behandlungsmethoden/lichttherapie/) und konnte dann meine Probleme anders angehen. Das ist vielleicht wenigstens eine Idee, dass deine SchwieMu etwas mehr Energie bekommt?
Ich wünsche euch viel Kraft und dass es ihr bald besser geht. Am besten macht ihr keine Intervention, sondern drückt zuvorderst eure Besorgnis aus.